Sexualstörungen bei Frauen

  • Hallo und guten Abend,


    Ich hatte ein halbes Jahr nach der OP die erste gynäkologische Vorsorgeuntersuchung, und meine Ärztin tat sich echt schwer, den Muttermund z.B. zu lokalisieren. Sie meinte, es wäre alles da - es wurde ja auch nicht daran herumoperiert, und meine Gebärmutter wurde auch in Ruhe gelassen -, doch es wäre halt verschoben. Hm. Jetzt, eineinhalb Jahre später sagt sie, es hätte sich alles wieder normalisiert und wäre da , wo es hingehöre..


    Nur zu eurer Information..


    Hibiskus

  • Hallo und lieben Dank für Eure Beiträge! Ach ja, die liebe Geduld .... die bleibt echt für mich eine Herausforderung in und seit dieser Krankheit besonders.Mit der Osteopathie werde ich mich mal befassen, habe gar keine Erfahrung damit. Mal sehen, was die Gyn sagt und ansonsten werden wir eben noch ein bisschen experimentieren. Zum Glück baut mein Mann keinerlei Druck auf, wenn, dann bin ich das selbst ... Euch eine gute Woche und herzliche Grüße von Claudia

  • Ich möchte allen, die eine Pouchoperation vielleicht vor sich haben und zu diesem Thema hier recherchieren, dringend raten, sich im Vorfeld der OP gynäkologischen Beistand zu holen und die operierenden Ärzte zu bitten, einen Gynäkologen zuzuziehen. Bei mir hat sich jetzt herausgestellt, dass die Scheidentiefe noch genau 2 cm beträgt. Was das - vor allem für unsere Beziehung bedeutet, mag sich jeder alleine vorstellen. Ich kann nur sagen, dass ich mich seit diesem Moment nun wirklich "schwerbeschädigt" fühle. Die Gynäkologin meinte, es bestand laut OP-Bericht, den sie sich hat zuschicken lassen, kein Anlass für so eine Einschränkung, die Urologen hätten wohl aber Wundheilung und Vernarbung nicht in ausreichendem Maße bedacht, was durch Einbeziehung eines Gynäkologen absolut vermeidbar gewesen wäre. Ich schreibe das hier ausdrücklich ohne Vorwurf, weil über allem, was ich letztes Jahr erlebt habe, ein großes "DANKE" steht, auch wenn das "Kleingedruckte" mir jetzt großen Kummer macht.Mein Mann und ich haben uns jetzt Hilfe bei einer sehr guten Ehe- und Sexualberaterin gesucht, aber dennoch ist es ein vor mir liegender Berg und ich hoffe, dass anderen Betroffenen das vielleicht erspart bleiben kann. Natürlich hat man bei der Diagnose auch erst einmal andere Probleme und ist mit Überleben beschäftigt, aber dieser Punkt ist es wert, mit bedacht zu werden. Ich habe es bei zwei verschiedenen Ärzten im Vorfeld angesprochen und bekam beruhigende Antworten. Leider hat mich keiner von beiden operiert. Deswegen ... Gynäkologen mit ins Boot holen!
    Claudia

  • Ich möchte allen, die eine Pouchoperation vielleicht vor sich haben und zu diesem Thema hier recherchieren, dringend raten, sich im Vorfeld der OP gynäkologischen Beistand zu holen und die operierenden Ärzte zu bitten, einen Gynäkologen zuzuziehen. Bei mir hat sich jetzt herausgestellt, dass die Scheidentiefe noch genau 2 cm beträgt. Was das - vor allem für unsere Beziehung bedeutet, mag sich jeder alleine vorstellen. Ich kann nur sagen, dass ich mich seit diesem Moment nun wirklich "schwerbeschädigt" fühle. Die Gynäkologin meinte, es bestand laut OP-Bericht, den sie sich hat zuschicken lassen, kein Anlass für so eine Einschränkung, die Urologen hätten wohl aber Wundheilung und Vernarbung nicht in ausreichendem Maße bedacht, was durch Einbeziehung eines Gynäkologen absolut vermeidbar gewesen wäre. Ich schreibe das hier ausdrücklich ohne Vorwurf, weil über allem, was ich letztes Jahr erlebt habe, ein großes "DANKE" steht, auch wenn das "Kleingedruckte" mir jetzt großen Kummer macht.Mein Mann und ich haben uns jetzt Hilfe bei einer sehr guten Ehe- und Sexualberaterin gesucht, aber dennoch ist es ein vor mir liegender Berg und ich hoffe, dass anderen Betroffenen das vielleicht erspart bleiben kann. Natürlich hat man bei der Diagnose auch erst einmal andere Probleme und ist mit Überleben beschäftigt, aber dieser Punkt ist es wert, mit bedacht zu werden. Ich habe es bei zwei verschiedenen Ärzten im Vorfeld angesprochen und bekam beruhigende Antworten. Leider hat mich keiner von beiden operiert. Deswegen ... Gynäkologen mit ins Boot holen!
    Claudia

    Hallo Claudia,


    ich finde dieses Thema super wichtig und es sollte mehr in die Öffentlichkeit kommen. Meine erste Idee war, ist eine Scheidenrekonstruktion möglich?


    Eigentlich aus der Idee heraus, wenn Menschen ihr Geschlecht umwandeln. Da wird ja auch eine Scheide "gebaut". Nun bin ich über den verlinkten Beitrag
    gestolpert. Klar, eine andere Vorgeschichte und eine andere Krebserkrankung aber vielleicht ein Ansatz :)


    Scheidenrekonstruktion nach Cervix Ca und Wertheim OP - Krebs-Kompass Forum


    Liebe Grüße
    Tatjana

    Fred Lutz, geb. 02.01.1950 :: gest. 24.04.2011
    Sein Lebensmotto: Wenn der Sand abgelaufen ist, ist er abgelaufen.

  • Liebe Claudia,


    ich hatte es hier schon mal geschrieben: Meine Mutter wurde vor der Zystektomie gefragt, ob sie noch ein Sexualleben habe und da sie es verneint hatte, hat man sie komplett "zugenäht" bis auf eine etwas 1 cm tiefe Öffnung, durch die sie gynäkologisch nicht mehr untersucht werden konnte.


    Hier im Forum wurde ganz allgemein so reagiert, dass dieses Vorgehen wohl eher ungewöhnlich sei. Bei den meisten Frauen wurde wohl die Scheide so rekonstruiert, dass ein - wenn auch eingeschränktes - Sexualleben mit dem Partner noch möglich ist.


    Ich finde deine Anmerkungen sehr gut, allerdings fürchte ich, dass es kaum möglich ist, bei einer solchen Operation zu den Urologen auch Gynäkologen mit ins Boot zu holen. Früher dachte ich, dass so etwas in so großen Krankenhäusern gut möglich sein müsste, wo die entsprechenden Ärzte ja alle in der Nähe sind. Aber als ich wegen der Embolisation eines Myoms eine Vorbesprechung hatte, habe ich erst gesehen, wie mühevoll es ist, einen Radiologen und einen gynäkologischen Chirurgen zeitgleich in einen Operationssaal zu bekommen: Erst musste der Sonder-Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden und dann musste bei beiden Stationen langwierig ein gemeinsamer Termin gefunden werden. Letztendlich wurde es dann aber doch nicht gemacht.


    Und als ich zum Beispiel zeitgleich eine Gallenblasen-OP und eine Gebärmutterentfernung hätte machen lassen sollen, hat man mir gesagt, dass es völlig ausgeschlossen sei, zwei so unterschiedliche Operationen, die in zwei unterschiedlichen Operationssälen (wegen der Abrechnung!) gemacht werden müssten, gleichzeitig auszuführen.


    Deshalb sehe ich - obwohl ich deine Anregung als sehr gut empfinde - schwarz für die Umsetzung.



    Liebe Grüße


    Christina

    Ich habe für meine Mutter geschrieben, bei der im Jahr 2008 Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Am 10.01.2015 ist sie im Alter von 80 Jahren daran verstorben. Da das Forum wie eine Familie für mich ist, bin ich ihm treu geblieben, obwohl mein persönlicher Schwerpunkt inzwischen ein anderer ist: Ende 2015 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert, den ich mit Operation und Strahlentherapie bekämpft habe und mit einer 10 Jahre lang dauernden Anti-Hormontherapie hoffentlich komplett ausmerzen werde.

  • Ihr Lieben,
    da habe ich wohl großes Glück gehabt - und hatte es als selbstverständlich angesehen - dieses Thema wurde beim Vorgespräch ausgiebig besprochen und dann auch so umgesetzt. Sprich, die Scheide weitgehend erhalten, da möglich und auch nerverhaltend operiert - dies ist bei Frauen wohl ähnlich wie bei den Männern, zumindest, was die Stimulationsfähigkeit angeht.
    Zumindest in der Charité trägt ein Arzt, Dr. Neymeyer die Facharztbezeichnung "urogynäkologe" - die Kombination ist also sehr wohl möglich. Diese ganze, ich nenne es mal "Berliner Schule" , die ja auch die netzgestützte "Berliner Neoblase" für Frauen entwickelt hat, scheint sich der weiblichen Anatomie doch stark angenommen zu haben. Ich wäre nur davon ausgegangen, dass die "Riege" der Operateure da stärker voneinander lernt - scheint aber nicht der Fall zu sein wenn ich das von Claudia lese...
    Danke, dass du uns diesbezüglich geweckt hast um Neulinge gezielt darauf aufmerksam zu machen.
    Liebe Grüße von Barbara

  • Hallo und Danke für Eure Antworten. Eine Scheidenrekonstruktion habe ich auch angefragt, allerdings noch nicht tiefergehend. Es hieß, ich solle wegen des Krebses zwei Jahre warten mit einer größeren OP und die würde es wohl sein. Und ganz ehrlich, im Moment zieht es mich weder in ein Krankenhaus, noch in einen OP. Den Link-Bericht fand ich dennoch sehr ermutigend und werde das auch nicht aus dem Auge verlieren.
    Ich kenne mich nicht so aus, was möglich ist mit "Ärzte-Kombinationen" im OP. Sicher ist es nicht so einfach, wie ich mir das vorstelle. Aber wenn ich selbst mich vorher bei meiner Gyn ausführlich informiert hätte, evtl. auch bei einem weiterführenden Spezialisten, hätte ich den Operateuren vielleicht viel deutlicher machen können, WIE WICHTIG das ist und dass sie sich deswegen ggf. selbst noch mal ein paar Infos dazu einholen. Leider ist diese OP in dem Krankenhaus wo ich war eine totale Seltenheit, die meisten Patientinnen sind wesentlich älter und bekommen die Stoma-Variante. So wurde sich möglicherweise einfach nicht auf diesen Punkt konzentriert sondern auf alles andere und das ist ja auch wirklich gut geworden.
    Und ich hatte als völlig ummedizinischer Mensch einfach gedacht, wenn sie sagen, das geht mit der Anatomie in Ordnung, dann ist das auch so. Deswegen - es ist ein Punkt, der in den Vorgesprächen keine Randerscheinung sein sollte, Barbara hat das einfach von Anfang an richtig gemacht. Von Urogynökologen habe ich nun - leider zu spät - auch gehört und gelesen. Ja, das ist eben die Gefahr - die Diagnose stellt dich erstmal mit dem Rücken an die Wand und du willst durchkommen, Chemo, OP, alles, um zu überleben, die Frage nach der Lebensqualität stellt sich oft erst, wenn du wieder "Alltag leben" willst und manches eben einfach nicht mehr "der Alltag" ist. Das Leben ist trotzdem herrlich ... und zu meisternde Schwierigkeiten gibt es auch im Leben ohne Pouch. Also, mein Eintrag soll weder Jammerei noch Beschwerde sein, sondern eben möglichst ein Hinweis für Nachfolgende.
    Herzlichst! Eure Claudia

  • Liebe Claudia,
    Danke - aber ich hab's nicht richtig gemacht sondern bin zufällig an Ärzte geraten, die auch dieses Thema berücksichtigen - ganz ehrlich - auch ich hatte andere Probleme, als dass ich danach gefragt hätte - wie groß mein Glück diesbezüglich ist, ist mir erst jetzt durch deinen Bericht klar geworden.


    Im übrigen benutze ich mittlerweile nach einem sehr langen Gespräch mit meiner sehr vorsichtigen Gynäkologin doch eine Hormonsalbe. Damit ist das Gewebe wieder deutlich weicher und elastischer geworden. Alles in allem habe ich aber irgendwie noch einen Knoten im Kopf - es waren wohl einfach zu viele Leute in meinem Intimbereich unterwegs und es ist mir immer noch alles irgendwie fremd....


    Lieben Gruß von Barbara

  • Hallo ihr Lieben,
    ich kann den Bericht von Barbara bestätigen. Hatte das große Glück in der Charite` operiert worden zu sein (trotz ca.´500km Entf.). Zur Voruntersuchung gehörte auch bei mir ein Termin bei dem Urogynäkologen Dr. Neymeier am Campus Benjami Franklin. Bericht ging an die Urolgie Berlin -Mitte. Dr. Neymeier hat nach der OP auch eine Visite gemacht. Man sieht also, die Zusammenarbeit beider Fachbereiche kann klappen.
    Wünsche Euch einen schönen Abend und ein sonniges WE.
    Liebe Grüße Karin

  • Hallo Ihr alle,


    da habe ich ja wohl wirklich Glück gehabt.
    Ich kann mich an kein Gespräch vor der OP zum Thema Sexualität erinnern,
    vielleicht habe ich es aber auch vergessen.
    Auf alle Fälle wurde meine Scheide trotz sonstiger Komplettentfernung erhalten
    und es ist alles fast wie vorher.
    Dir, Claudia, drücke ich fest die Daumen, dass es wieder repariert werden kann!!!


    Viele Grüße
    Elbfrau

  • Hallo ihr Lieben,


    auch ich hatte das Glück.Wurde alles bevor ich operiert wurde besprochen.Da waren die Ärzte sehr sorgfälltig in der Uniklinik
    in Mannheim Trotz großer Entf.(ca.350km) Claudia viel Glück, dass da noch was zu machen geht.


    Lg Marion

  • Ich danke Euch ... ich glaube, ich werde mich nun doch mal auf den Weg machen, um herauszufinden, ob noch was geht und wer mir da helfen kann ... Muss mich ja nicht sofort für eine weitere OP entscheiden. Aber Optionen ausloten.
    Das würde wohl auch erstmal dem Kopf gut tun.
    Bis demnächst und Euch allen eine gute Woche! Claudia