Blasenentferung nach Diagnose "muskelinvasives Urethelkarziniom"

  • Hallo zusammen,


    im April 2009 wurde zunächst bei mir ein Carcinoma in situ diagnostizitiert und mittel BCG behandelt. Es gab anfänglich eine Besserung in meinem Befinden. Allerdings drehte sich das Ganze im November 2009. Die Beschwerden nahmen zu. Häufiger Harndrang und schmerzhaftes Pinkeln waren die Folge. Im weiteren Verlauf kam es zu Blutungen und dem Abgang von "Nekrosen". Weiterhin kam es zu Problemen im Verdauungstrakt. Nun endlich wurde am 14.01.09 eine Blasenspiegelung unter Vollnarkose durchgeführt. Das ursprüngliche "Carcinoma in Situ" war nicht mehr sichtbar. Aufgrund meiner vorherigen Schilderungen wurde der Blasenboden untersucht und eine unter der Schleimhaut angesiedeltes muskelinvasives Karzinom diagnostiziert. Die Empfehlung des behandeln Urologen lautet: radikale Zystroprostatavesulektomie". Wer kann mir zu einem ähnlichen Verlauf seine Erfahrungen schildern?




    Gruß Wolfgang

    pT4 a, G 3 und CIS, sechs Zyklen Chemotherapie, Gem/Cis


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo lieber Wolfgang, willkommen im Club der Blasenkrebs-Patienten, die in diesem Forum eine Gelegenheit haben, ihre Fragen zu stellen, Sorgen auszutauschen, ärztliche Aussagen zu hinterfragen uvm.


    Ich selbst bin inzwischen - seit dem 28.2.2008 - eine Neoblase, d.h. ich habe die OP, zu der man dir rät, hintermir. Mir geht es gut, ich bin voll berufstätig, lebe meine Hobbies, treibe Sport uvm. Also, damit kannst du gut weiterleben. Ich hatte ebenfalls ein Carcinoma in Situ, welches letztlich zur Entfernung von Blase und Prostata führte.


    Bis man das geschafft hat, ist es schon ein bisschen anstrengend. Man muss die Diagnose Krebs verdauen. Man muss mit Partnerschaft, Familie alles durchleben.


    Zu allen diesen Punkten und einigen mehr, findest du hier im Forum viele Denkanregungen, Informationen usw.



    im Forum sind die Rubriken "muskelinvasiver Blasenkrebs" "Blasenentfernung" "Neoblase" und bei meine Geschichten findest du viel Lesestoff - bei dem Wetter ganz o.k.


    Zu den konkreten Fragen:


    Männliche Neoblasen hier sind Eckhard, Rainer, MannyB und ich, wir haben alle eine Blase, die aus dem Dick- und oder Dünndarm gebaut sind und in den bekannten Harntrakt eingebaut sind. Wir pinkeln also ungefähr wie früher, es geht sogar im Stehen.


    Franzi, Heiko sind Pouch-Träger, das heißt, ihre Blase wurde auch aus Darm gebaut, aber sie haben eine Ableitung z. b. durch den Nabel, wo sie mit Katheder den Urin ablassen.
    Hier einige Links, dann findest du schneller zu den Themen:


    http://www.forum-blasenkrebs.net/index.php?page=Board&boardID=54


    http://www.forum-blasenkrebs.net/index.php?page=Board&boardID=57


    http://www.forum-blasenkrebs.net/index.php?page=Board&boardID=48



    http://www.forum-blasenkrebs.net/index.php?page=Board&boardID=40



    Aber bevor du das liest, solltest du zuerst deine genauen Befunde einstellen, also wie dein Blasenkrebs genau im Arztbericht bezeichnet ist. z. B. Pt eine Nummer und G und wieder eine Nummer oder highgrade etc.


    Ggf. könnten auch noch andere Therapien als die radikale Entfernung von Blase, Prostata und den SAmenleitern erfolgen.


    Jedenfalls kann man - egal wie - damit noch ganz lange leben.


    Gruß

    Andy :thumbup:

  • Hallo Wolfgang,


    auch bei mir wurde nach Abgang von Blutkoageln ein muskelinvasives Harnblasenkarzinom diagnostiziert.
    Da ich eine Frau bin, wurde verständlicherweise keine Prostatektomie fällig, aber ich bin ansonsten komplett "ausgeweidet". Da auch Lymphknotenmetastasen vorhanden waren, habe ich noch vier Zyklen einer systemischen Chemotherapie erhalten.
    Heute geht es mir gut, ich lebe ein ganz normales Leben mit Arbeit, Sport, Reisen usw.


    Wie es mir genau erging, kannst Du hier nachlesen:
    Mein Pouch - eine Geschichte mit positivem Ausgang


    In der gesamten Rubrik "Unsere Geschichten" findest Du jede Menge Infos zum Thema und kannst dabei feststellen, dass hier ganz viele gleichfalls Betroffene sind, denen es heute wieder richtig gut geht.


    Liebe Grüße


    Hexe :tanzen:

  • Hm, Wolfgang,


    ich will nicht meckern, aber ähnliches hatte ich Dir mit meinem Beitrag vom 30.Nov.09 bereits angedeutet.
    Leider hattest Du Dich danach nicht mehr gemeldet.
    Ich bin neu hier


    Wenn es nicht die Tuberkel war, ( dies war eh´ unwahrscheinlich und nach dieser Zeit hätte dies längst festgestellt werden müssen ), konnte es sich nur um ein sich weiterbildendes Karzinom handeln, gerade bei einem nicht komplett ausgeräumten Cis.
    Dieses Ding ist hochaggressiv.
    Der medizinische Tenor bei einem Carcinoma in situ geht dahin, nach einer BCG-Behandlung und einem danach trotzdem auftretendem Rezidiv die Blase zu entfernen.


    Dein Problem ist/war, dass spätestens im September 09, also ca 4-5 Wochen nach der letzten BCG, eine Blasenspiegelung hätte durchgeführt werden müssen.
    Dies war nicht geschehen.
    Am 30.Nov. 09 riet ich Dir dringendst zu einer Spiegelung unter Hexvix.
    Auch hier wurde von Dir weder reagiert noch hast Du eine Spiegelung durchführen lassen.
    Erst sechs Wochen später, nachdem das Cis so richtig Zeit hatte, sich einzugraben, wurde diese Spiegelung durchgeführt !!


    Jetzt hast Du den Salat.
    Die Blase wird wohl futsch sein.
    Aufgrund des Sitzes des Karzinomes am Blasengrund kannst Du nur noch hoffen, dass die Harnröhre nicht befallen ist, denn nur dann wird eine ortothope Neoblase eingebracht werden können.
    Aber da die männliche Harnröhre sehr lang ist, wirst Du - eventuell - Glück haben.
    Ansonsten wirst Du Dich demnächst katheterisieren müssen.


    Entschuldige, wenn ich etwas uncharmant antworte, aber einen Teil Deines Problemes hast Du Dir - wegen der Zeiten, die Du ungezwungen hast verstreichen lassen, obwohl Dir dringend angeraten wurde - selbst zuzuschreiben.


    Gruß
    Eck :ecke: hard

  • Tja, das mit der ungenutzten Zeit macht schon betroffen. Ich war genau zu dieser Zeit wieder beim Urologen in der Klinik. Er wollte die Spiegelung unter Einsatz einer "Sedierung" durchführen. Aufgrund meines schlechten Allgemeinzustandes zu diesem Zeitpunkt hat er dann davon abgesehen und mir den Termin 13.01.10 gegeben. Das waren auch für mich sechs lange und unangenehme Wochen. Ich hatte heute telefonischen Kontakt mit einem betroffenen aus dem "Selbsthilfe-Bund-Blasenkrebs" und das war schon sehr hilfreich. Werde morgen mit zwei weiteren Kliniken telefonieren. Ich hoffe hier auf eine schnellstmögliche, 2. Meinung eines Urologen.



    Danke und liebe Grüße von Wolfgang

    pT4 a, G 3 und CIS, sechs Zyklen Chemotherapie, Gem/Cis


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Lieber Wolfgang,


    jetzt ist der Blick nach vorn gefordert, außerdem wäre vermutlich nur die Diagnose früher gestellt worden.


    du hast die Alternative Synergo bei Dr. Lüdecke in Gießen, wobei ich es zwar versuchen würde, aber ich vermute, auch dort lautet der Rat Zystektomie.


    Dann geht es um die Frage wo und wer? Bisher haben sich die Ärzte noch nicht mit Ruhm bekleckert. Wähle ein Krankenhaus mit viel Erfahrungen bei Zystektomien aus. Du kannst in der Langfassung meiner ersten Geschichte und in der Geschichte Zystektomie steht bevor einige Beispiele für Kontaktaufnahmen und ähnliches finden. Ebenso für den Dialog über verschiedene OP-Methoden etc.


    Nimm dein Schicksal jetzt konkret in die Hand. Eigentlich ist es wie bei jeder anderen Angelegenheit - Autokauf, Hausbau, Umbau - du bist der Auftraggeber und du wählst die Fachleute aus. Nur dass hier nicht der Preisvergleich, sondern der Kompetenzvergleich im Vordergrund steht.


    Toi, toi,

    Andy :thumbup:

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