Wieso Urostoma?

  • N'Abend,


    nein, bitte nicht für einen HOAX halten, meine Frage ist durchaus ernst gemeint (und ich sollte mal einen Urologen fragen): Wieso erhalten Männer bei der Zystektomie ein Urostoma, statt einer Überbrückung der natürlichen Ableitung?? Worin liegt der Vorteil, wenn's an der Seite tröpfelt, statt unten aus dem Penis??? Ich vermute, dass der Seitenausgang letztlich doch einfacher zu handhaben ist??? Irgendwie erkenne ich da keine Logik (das Neoblasenthema mal völlig aussen vor gelassen).


    Nice evening!


    -le Lubber-

    ED 2006: pT1(mind.), G3, L1 + CIS ;(, 2007-2010 div. TUR-B u. Instillationen, u.a. "Synergo" ;). Über 12 Monate nach Synergo: Hurra, geheilt!

    Nikolaus 2011 dann doch fixe RCX mit Anlage Ersatzblase 8o wegen erneutem Rezidiv CIS nach > 1 Jahr. Div. Problemchen (HWIs, ISK, Harnstau, Striktur).

  • Hallo Lubber,


    so wirklich verstehe ich Deine Frage nicht; ein Urostoma (inkontinente Harnableitung) ist nur dann Mittel der Wahl unabhängig vom Geschlecht der Patienten, wenn eine kontinente Harnableitung nicht möglich oder gewünscht ist.
    Nach der Zystektomie mit Anlage einer kontinenten Harnableitung in Form einer Neoblase/Pouch hat jeder Patient neben einem Dauerkatheter in der Harnröhre/Nabelstoma auch einen Bauchdeckenkatheter in der neuen Blase, den sogenannten Cystofix, um die neue Blase durchspülen zu können, quasi ein Reservekatheter. Die neue Blase darf ja noch nicht gefüllt werden, damit alle Nähte ungestört verheilen können. Ausserdem hat man Ureterschienen, die den Harn gleich von den Nieren in Urinbeutel leiten. Und man hat noch einen Wundkatheter, der Blut und Wundsekret aus dem Bauchraum abfliessen lässt; kurz: der Patient ist mit jeder Menge Kabeln und Beuteln versehen. :grinsen:
    Unter beigefügtem Link findest du gute Beschreibungen über die Konstruktionen der diversen Harnableitungen mit Bild:
    http://www.helios-kliniken.de/…senersatzoperationen.html


    Liebe Grüße


    Hexe :tanzen:

  • Versuche ich es anders :-):


    Wenn nichts anderes als ein Urostoma geht oder gewünscht ist: "Inkontinente Ableitungen von Urin, bedeuten dass der Urin kontinuierlich nach aussen in einen Beutel fließt, ohne dass der Patient aktiv eine Entleerung vornehmen muss. Aus einem ca. 40 cm langen Stück Darm wir ein Rohr gebildet, das zur Bauchdecke hin ausgeleitet wird. Ein kleiner Beutel kann dann mit hautverträglichen Klebematerialien auf der Haut befestigt werden, um den Urin aufzufangen."


    Wieso wird das aus Darm gebildete Rohr zur Bauchdecke hin ausgeleitet und nicht einfach mit den Restutensilien beim Mann (Penis & Co.) verbunden, so dass es halt aus dem Penis tropft, statt Seitenausgang??? Da das offensichtlich nicht gemacht wird, wird es ja auch einen oder mehrere Gründe geben???? Ich frage mich halt, warum man das nicht macht. Hintergrund: Ich hatte Kontakt mit einem Urostomaträger, welcher immer wieder Probleme mit Infekten und zig Nach-OPs hatte, da sich das Stoma immer wieder stark veränderte. Wäre es hauttechnisch nicht ein Vorteil die inkontinente Ableitung über den Penis zu machen und sich mit einer Art Urinalkondom zu behelfen?


    Nice day!

    ED 2006: pT1(mind.), G3, L1 + CIS ;(, 2007-2010 div. TUR-B u. Instillationen, u.a. "Synergo" ;). Über 12 Monate nach Synergo: Hurra, geheilt!

    Nikolaus 2011 dann doch fixe RCX mit Anlage Ersatzblase 8o wegen erneutem Rezidiv CIS nach > 1 Jahr. Div. Problemchen (HWIs, ISK, Harnstau, Striktur).

  • Moin, Lubber,


    es ist eigentlich ganz einfach :
    Im allgemeinen wird bei einem Mann eine orthotope Neoblase gelegt, also eine Neoblase mit Anschluss an die "natürliche" Harnröhre. ( Orthotop heisst "an richtiger Stelle" )
    Ausschliessungsgründe gibt es eigentlich nur einen, nämlich wenn die Harnröhre befallen ist.


    Bei Frauen wurden orthotope Neoblasen aufgrund der sehr kurzen Harnröhre bisher weniger eingebracht, aber hier hat die OP-Technik viel aufgeholt, sodass jetzt auch erheblich mehr Frauen eine derartige Blasenentleerung erhalten können.


    Einen - wesentlichen - Nachteil aber hat diese Blasenart für Frauen :
    Viele "Orthotope" sind nach der Zystektomie nachts inkontinent.
    Bei Männern kann dieser Inko mit einem Kondom-Urinal begegnet werden, aber für Frauen ist ein solches - sehr sicheres - Hilfsmittel bisher nicht auf dem Markt.
    Was es da gibt, kannste gleich inne Tonne kloppen......
    Daher wird bei Frauen eben bevorzugt ein Mainz-Pouch gelegt.



    Und noch ein schwerwiegender Punkt :
    Wenn das Stoma der Frau mit den Restutensilien des Mannes, ( Penis & Co ), verbunden wird, wird es für beide schwierig, einzukaufen oder getrennt in den Urlaub zu fahren.
    In diesem Falle nämlich müsste die Frau den Mann immer tragen :grinsen: :grinsen: :grinsen: :grinsen: :grinsen: