Arbeitslos, Arbeitsunfähig, Krankengeld, Rente?

  • Liebe Experten,


    ich brauch mal Eure Meinung. Ist es besser, das Krankengeld (18 Mon.) "auszureizen" und dann einen Rentenantrag zu stellen bzw. die Kasse tritt ja an den Versicherten heran mit dieser Fragestellung? Zweite Option: Aufhebungsvertrag, Mini-Abfindung, die ja auch noch versteuert wird, Rente und Pensionskasse (würde zusammen ein paar Euro mehr bringen als Krankengeld). Ich tendiere dazu, das Krankengeld unbedingt bis zum Schluß in Anspruch zu nehmen (58 Jahre, 100% Schwbg). Danke für Eure Meinungen und Ratschläge!

  • Hallo Orchidee,
    irgendwann wird man zum Spielball der Sozialträger. Ich habe die 18 Monate KK ausgeschöpft und mich dann bei der Agentur für Arbeit als Arbeitsuchender gemeldet. Das dürfte mit 58 für zwei Jahre reichen. In meinem Fall hat es geklappt, dass ich nach fünf Monaten Arbeitslosigkeit wieder eine Anstellung hatte. Diese habe ich noch beinahe drei Jahre ausgeübt und bin dann mit 62 in den Ruhestand gegangen. Abzug 3,6%. Das war am 01.11.2013. Aus meiner Sicht, alles richtig gemacht.
    LG
    Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo Orchidee,
    so wie ich das lese bist Du also noch angestellt ! und in Lohn und Brot aber krank gemeldet.


    mit 100% kannst Du 2 Jahre früher in Rente ohne Abschlag.


    Du bist jetzt 58, reiz das Krankengeld aus so weit es geht, dann läßt Du dich kündigen mit der Abfindung, machst 2 Jahre arbeitslos (ALG 1), und gehst dann in Rente.
    Sollte doch so klappen oder ?
    Eventuell hast Du dann ein paar Prozente Abschlag, aber was solls..


    Gruß

    ... der Pezeh ist immer nur so schlau, wie der - der davor sitzt :P

  • Hallo Wolfgang und Rainer,


    so ähnlich habe ich mir das auch gedacht (geht um meinen Mann). Jetzt kennen wir die Einzelheiten und er will es jetzt auch so machen dank Eurer Hilfe. Herzlichen Dank! LG Orchidee

  • Das ist auf jeden Fall ein Weg den ich versuchen würde zu gehen. Für mich war es unendlich wichtig, selbst zu entscheiden wann ich in den Ruhestand gehe und nicht irgendein Sozialträger. Das hat mir ein saugutes Gefühl gegeben.


    LG
    Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Als ich gesundheitlich bedingt arbeitslos war, da saßen mir auch stetes so jungen Kücken gegenüber , die mir eine Moralpredigt hielten , wie man auch als älterer und kranker Mensch einen Job finden kann. Da hatte ich stets gesagt: " Dann tauschen wir doch mal die Stühle und ich sitze mir zukünftig auf ihrem Arbeitsplatz den A... platt und sie suchen sich einen echten Job, der junge Menschen auch fordert und auslastet". Aber das will man von seiten des Staates nicht. Ältere Mitarbeiter würden womöglich zuviel Verständnis für die Lage der Arbeitslosen mitbringen und weniger Sanktionen verhängen oder gar die sinnfreien Beschäftigungsmaßnahmen kritisieren.


    Ich sehe das etwas anders: Beim Arbeitsamt sitzen aus dem gleichen Grund nur ganz junge Leute wie in meiner Hochschule: weil der Öffentliche Dienst so schlecht bezahlt. Wir suchen händeringend für unsere Personalabteilung in der Hochschule München mehrere Leute... aber es bewerben sich auf diese mies bezahlten Stellen allerhöchstens Schulabgänger oder welche, die schon seit 10 Jahren arbeitslos sind. Der Öffentliche Dienst ist nicht mehr so beliebt bei den Leuten. Früher hat man gesagt: Gut, im Öffentlichen Dienst wirst du schlecht bezahlt, aber du kannst ne ruhige Kugel schieben und hast einen sicheren Arbeitsplatz. Und wie ist es heute (zumindest in Bayern)? Du wirst schlecht bezahlt, hast einen befristeten Arbeitsvertrag und musst für 3 Leute arbeiten, weil so viele Stellen nicht besetzt sind.

    Fordernd und auslastend ist es - zumindest in meiner Hochschule - mehr als genug. Auch für junge Leute. Aber nach ein paar Jahren suchen sie alle ihr Glück woanders- entweder durch eine Schwangerschaft oder durch einen anderen, besser bezahlten Arbeitsplatz.



    Liebe Grüße


    Christina

    Ich habe für meine Mutter geschrieben, bei der im Jahr 2008 Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Am 10.01.2015 ist sie im Alter von 80 Jahren daran verstorben. Da das Forum wie eine Familie für mich ist, bin ich ihm treu geblieben, obwohl mein persönlicher Schwerpunkt inzwischen ein anderer ist: Ende 2015 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert, den ich mit Operation und Strahlentherapie bekämpft habe und mit einer 10 Jahre lang dauernden Anti-Hormontherapie hoffentlich komplett ausmerzen werde.

  • Hallo Christina


    Was verdient man im öffendlichen Dienst, über oder unter den Mindestlohn ?

    Ich kann es mir nicht vorstellen, daß Leute lieber in H4 oder Zeitarbeit gehen, wenn im öffentlichen Dienst Stellen zu besetzen sind .


    MfG. Didi

  • Tja... trotzdem kommen auf eine Ausschreibung in der Personalabteilung, wo sich früher über 100 Leute beworben haben, jetzt vielleicht 30, von denen man 25 aussortieren muss, weil sie nicht mal die Mindestanforderungen erfüllen. Keine Ahnung, woran es sonst liegt. Im Bezirkstag, wo ich ehrenamtlich kommunalpolitisch tätig bin, müssen für manche höhere Stellen für teures Geld sogar Headhunter eingesetzt werden, weil sie nicht besetzt werden können. Und zwar weil sich niemand dafür bewirbt. Fragt mich nicht, wieso.



    Liebe Grüße


    Christina

    Ich habe für meine Mutter geschrieben, bei der im Jahr 2008 Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Am 10.01.2015 ist sie im Alter von 80 Jahren daran verstorben. Da das Forum wie eine Familie für mich ist, bin ich ihm treu geblieben, obwohl mein persönlicher Schwerpunkt inzwischen ein anderer ist: Ende 2015 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert, den ich mit Operation und Strahlentherapie bekämpft habe und mit einer 10 Jahre lang dauernden Anti-Hormontherapie hoffentlich komplett ausmerzen werde.

  • Seit Mitte der Achtziger des letzten Jahrhunderts wird gefaselt vom demographischen Wandel. Begriffen haben es weder die Politiker noch die Anführer der Unternehmensverbände. Eine Inflation des Abiturientenwahnsinnes mit einer Qualifikation einer Sonderschule lassen das Bild rund werden. Mit einem Abi wird man doch nicht einfacher Sachbearbeiter und strebt nach den höheren Positionen. Ob man denen nur annähernd gerecht wird bleibt dahingestellt. Ich frage mich ernsthaft wohin das führen wird. Unsere Enkelin ist acht Jahre alt und beschäftigt sich damit, ob es ein Leben ohne Gymnasium nach der Grundschule gibt. Ob dann später unser Hausmüll von Studierten entsorgt wird? Es wird immer so dargestellt, als wäre das Rad neu erfunden worden.


    Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Lieber Wolfgang,


    ich (persönlich) glaube, dass das Ganze damit angefangen hat, dass die Studierten so extrem viel mehr verdienen als diejenigen, die einen soliden Ausbildungsberuf erlernt haben. Und mir leuchtet das überhaupt nicht ein, warum ein Manager, ein Direktor, ein CEO (wie sie heute so schön heißen), ein Fußballer oder auch ein Politiker so viel mehr verdienen, als die Leute, die mit ihrer Hände Arbeit ihr Geld verdienen. Meine Bewunderung verdient meine Friseurin, mein Automechaniker, der Bäcker um die Ecke (mit den leckeren Brezen) und der Metzger mit dem guten Schinken. Die einzige Ausnahme, die ich vielleicht gelten lassn könnte (auch wenn ihr mich jetzt gleich teert und federt): Politiker sollen wohl so viel Geld verdienen, damit sie nicht bestechlich sind (so war der Plan ursprünglich mal).


    Jedenfalls denke ich, dass viele Generationen von Familien gesehen haben, dass ein Mensch ohne Abitur eben weniger verdient. Ist nicht gerecht, aber ist leider so. Und nun hetzen viele Eltern schon ab dem Kindergarten ihre Kinder die Karriereleiter rauf... hab ich leider oft genug erlebt. Übrigens leben meine Kinder recht gut davon, Nachhilfe in Latein oder Mathe zu geben - und zwar Kindern, die besser nicht aufs Gymnasium gehen sollten, aber von ihren Eltern gezwungen werden.


    Und so wurde Stück für Stück (zumindest bei uns in Bayern) die Hauptschule abgewertet - und zwar so stark, dass sie jetzt "Mittelschule" heißen muss, weil niemand mehr sein Kind auf die Hauptschule geben wollte. Klar, auch ich bin froh, dass meine Kinder aufsa Gymnasium gegangen sind. Sie haben sich leicht getan, lernen gerne, studieren nurn auch gerne (meine Tochter ist ja schon fertig und mein Sohn studiert Mathe). Aber wenn meine Kinder eben nicht gerne und gut gelernt hätten, wäre ich froh gewesen, wenn sie einen "guten alten" Handwerksberuf erlernt hätten.


    Nur denkt so leider kein Mensch mehr heutzutage...



    Liebe Grüße


    Christina (Sachbearbeiterin mit Abitur...)

    Ich habe für meine Mutter geschrieben, bei der im Jahr 2008 Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Am 10.01.2015 ist sie im Alter von 80 Jahren daran verstorben. Da das Forum wie eine Familie für mich ist, bin ich ihm treu geblieben, obwohl mein persönlicher Schwerpunkt inzwischen ein anderer ist: Ende 2015 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert, den ich mit Operation und Strahlentherapie bekämpft habe und mit einer 10 Jahre lang dauernden Anti-Hormontherapie hoffentlich komplett ausmerzen werde.

  • Chris, ich bin ja weit entfernt von dem Gedanken, Bildung falsch oder gering zu bewerten. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Ich stelle mir nur die Frage was denn wohl wird wenn es nur noch Häuptlinge und keine Indianer mehr gibt. Manager, Sportler und der Rest der vermeintlichen Prominenz leben es vor und laden ein zur Nachahmung. Wenn aber die Konferenz der Universitätstektoren die mehr als mangelhaften Kenntnisse der deutschen Sprache bei den Neustudenten beklagt, wird mir bange darum, dass genau diese Menschen zukünftig unsere Führungsriege stellen wird.

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"