Was ist eigentlich eine Blasenspiegelung ?

  • Beim Urologen wird gemeinhin als erste Untersuchung eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt.
    Ergibt diese kein Ergebnis und die Beschwerden bleiben trotz Behandlung unverändert, wird eine Blasenspiegelung durchgeführt.
    Durch die Harnröhre wird ein dünner Schlauch, an welchem sich sowohl eine Lampe als auch ein Objektiv befinden, in die Blase geführt.
    Dieses Gerät nennt sich Zystoskop, daher ist der Name der Behandlung : “Zsytoskopieren”.
    Gemeinhin wird diese Untersuchung unter örtlicher Betäubung durchgeführt, häufig auch nur mit einem betäubenden Gel, welches in die Harnröhre gebracht wird.


    Bei Männern ist die Blasenspiegelung aufgrund der langen, abknickenden Harnröhre, ( 25 bis 30 cm ), und der Durchstoßung der Prostata schmerzhafter als bei Frauen mit ihrer kurzen, geraden Harnröhre, ( 4 bis 5 cm )


    Das Gerät zur Durchführung der Untersuchung, ( das Zystoskop ), ist entweder ein starrer oder ein flexibler, 3 bis 4 mm dünner, katheterähnlicher Schaft, durch den sowohl ein lichtleitendes Kabel als auch Instrumente ( Faßzange, Biopsiezange, Spülschlauch ) in die Harnröhre eingeführt werden.
    Der äußere Teil des Geräts umfasst ein Objektiv und verschiedene Anschlüsse für das Lichtkabel, Hilfsinstrumente und Spülwasserzufluss bzw. -abfluss.
    Die endoskopische Untersuchung kann über die Blase hinaus auch bis in den oberen Harntrakt und das Nierenbecken angewendet werden. Dazu wird das Instrument über Harnröhre, Blase und Harnleiter bis ins Nierenbecken vorgeschoben, ( Ureterorenoskopie )


    Aufgrund der langen Harnröhre des Mannes wird heute meist eine Zystoskopie mit flexiblem Instrumentenschaft durchgeführt. Nach Entleerung der Blase wird der Patient bei normaler Rückenlage untersucht. Dies ist angenehmer für den Patienten, überdies führt die flexible Zystoskopie zu weit weniger Beschwerden nach Abschluss der Untersuchung.
    Die starre Untersuchungsmethode führt hingegen dann zu besseren Ergebnissen, wenn Spülungen und Absaugen des Blaseninhalts erforderlich sind.


    Bei Frauen ist diese Untersuchung auch ohne Betäubung möglich. Die im Vergleich zum Mann sehr kurze Harnröhre der Frau erlaubt eine meist problemlose Einführung eines starren Zystoskops.
    Die Untersuchung der weiblichen Harnröhre ist wegen der Kürze oft erschwert. Die weitere Untersuchung der Blase erfolgt wie beim Mann.


    Die Untersuchung von Harnröhre und Blase kann auch unter sterilen Arbeitsbedingungen Krankheitskeime in die Blase schleusen und somit eine Harnröhren- oder Blasenentzündung verursachen.


    Durch den Einsatz des Instruments kann die Schleimhaut an Harnröhre oder Blase verletzt werden. Die einer Verletzung folgende Narbenbildung kann beispielsweise die Harnröhre verengen, ( Stenose ), und Probleme beim Wasserlassen verursachen.
    Leichte Blutspuren im Harn unmittelbar nach einer Blasenspiegelung können vorkommen und müssen nicht gefährlich sein.


    Nach einer Blasenspiegelung kann das Wasserlassen schmerzhaft sein. Die Flüssigkeitsaufnahme sollte unmittelbar nach der Behandlung gesteigert werden. Dadurch werden Blase und Harnröhre gespült, was es möglichen Krankheitserregern schwerer macht, sich anzusiedeln.


    Die - noch - verbreitetste Form der Blasenspiegelung ist die Weisslichtmethode.
    Wie es der Name ausdrückt, wird die Blase mit hellem, weissem Licht ausgeleuchtet.
    Dabei sind die knoten - oder polypenartigen Auswüchse auf der Blasenschleimhaut, dem Urothel, gut ersichtlich.


    Diese Weisslichtmethode kommt aber schnell an ihre Grenzen, wenn es um die Sichtbarkeitmachung von flachen, auf dem Urothel liegenden Karzinomen der Klassifizierung TaG1 oder Tis ( Carcinoma in situ ), geht.
    Diese, vor allem als Tis hoch aggressiven und damit sehr gefährlichen, flachen und unscheinbaren Karzinome werden bei Weisslich häufig übersehen und bleiben deshalb unbehandelt.


    Daher wurden die Untersuchungmethoden verfeinert.
    Durchgesetzt hat sich die Blasenspiegelung mittels Hexvix.
    ( Erläuterungen siehe im Wörterbuch und im Fred “Forschung : Wohin geht die Forschung” )


    ( Die Methode mittels 5ALA soll Hexvix noch überlegen sein, hat sich aber in Deutschland erstaunlicherweise nicht durchsetzen können.
    Hier mögen marktpolitische Interessen gewirkt haben, denn ALA kostet mit ca. 150,00 Euro nur etwa ein Viertel wie Hexvix mit ca. 650,00 Euro. An Hexvix lässt ergo viel mehr verdienen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.... )


    Da für die Untersuchung mittels Hexvix besondere, teure Geräte erforderlich sind, kann längst nicht jeder Urologe diese Blasenspiegelung mittels Hexvix anbieten.


    Inzwischen hat sich die euphorische Meinung zu Hexvix etwas gemindert, viele Fachleute sehen keinen so prägnanten Vorteil mehr in dieser Methode, da sie gegenüber Weisslicht bei muskelinvasiven, ( also schon größeren, starken ), Karzinomen auch nicht mehr zeigen würde.


    Unbestritten aber ist der Vorteil bei den flachen Karzinomen wie pTa, pT1a oder Tis.
    Und dies ist meiner Meinung nach viel wichtiger, denn hier geht es um die Früherkennung.

    Daher kann ich nur dazu raten, möglichst bereits die erste Spiegelung, wenn nicht, dann aber die zweite Spiegelung unbedingt mittels Hexvix durchzuführen, da die eventuell befallenen Ränder der vorherigen Ausschälung, welche nicht entfernt wurden, ganz einfach viel eher gesehen werden können.


    Vorsicht, in manchen Kliniken/Praxen ist die Untersuchungsmethode mittels Hexvix nicht erstattungsfähig und muss privat bezahlt werden.

    Das Licht am Ende des Tunnels war kein Tageslicht, sondern ein entgegenkommender ICE.....