Erst nephrogene Metaplasie, jetzt ein T1G3

  • Hallo alle miteinander, ich möchte mich kurz vorstellen: bin 51 Jahre alt, weiblich und komme aus dem Schwabenländle. Vor 2 Jahren bin ich an einem Mammacarzinom T1c G2 erkrankt. Nach der OP habe ich die Chemo abgelehnt, da keine Lymphknoten befallen waren und der Tumor stark Hormon positiv war. Ich machte eine 6 Wochen lange Bestrahlung mit und seit dem eine hormonelle Therapie mit Tamoxifen,Trenantone und vierteljährlich eine Bisphosphonatinfusion. Im April 2011 hatte ich eine Blasenentzündung die trotz Antibiotika nicht weg ging. Mein Urologie überwies mich in unser KH zur Biopsie mit der Aussage wäre sowieso nichts- kommt alles von der Hormontherapie. Leider ergab die Biopsie einen T1G3 Tumor. Man rieth mir zur Zystektomie und überwies mich an die Uni Würzburg. Dort wurde vorerst eine TUR durchgeführt und heraus kam das man eher zu einer metaplastischen pseudotumorösen Veränderung tendiere es aber nicht genau sagen kann da das Gewebe schwierig zu untersuchen ist. Daraufhin wurden die Biopsate an die Uni Hannover geschickt und anschließend nach Bosten/USA. Vorsorglich began ich eine BCG Therapie die ich gut vertrage. Heute erhielt ich nun das abschließende Ergebnis:T1G2-G3 - ein invasives Urothelkarzinom der Lamina propria.Die Muscularis propria ist nicht vom Tumor infiltriert.Es ist ein seperater Tumor und hat mit dem Brustkrebs nichts zu tun.Das Wechselbad der Gefühle in den vergangenen 3 Monaten war schrecklich und mit meinen Fragen stehe ich alleine da. Ich hoffe mir kann jemand folgende Fragen beantworten:-Im Bericht der Histologen steht Ck 7 stark positiv, Ck mäßig stark positiv, KL1 positiv. Ki 67 Proliferationsrate ca. 20%. Was bedeutet das?-Auf Grund meines Alters muss die Blase raus wenn die BCG nicht anspricht. Sehr ihr das auch so?-Wenn es nach meinem Bauchgefühl geht, dann hängt das alles mit meiner Hormontherapie zusammen. Hat jemand schon mal einen ähnlichen Fall erlebt? Meine Ärzte stehen vor einem Rätsel sind aber der Meinung das das nicht zusammenhängt.Ich hoffe Ihr könnt mir helfen-


    Liebe Grüße
    Mona

  • Hmm, mona,


    diese Ck-Werte kann ich nicht beurteilen, ( hört sich nach Immunhistologie an ).


    Zur Sache :
    Du hast einen pT1G2/3, ergo einen noch nicht infiltrierten Blasentumor.
    Hier kann das Organ erhaltend therapiert werden, auch wenn die BCG nicht anschlagen sollte.


    Es gibt noch die Möglichkeit der Mitomycin-Therapie.
    Zudem kann auch eine Hyperthermie - Therapie nach der Synergo-Methode angewendet werden.
    Zu guter Letzt ist eine Radio-Chemo-Therapie möglich.


    Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sollte über eine radikale Zystektomie nachgedacht werden.
    Nur weil Du 51 Jahre alt bist, muss doch die Blase nicht raus.
    Wer erzählt denn solch einen Unsinn ?


    Natürlich verlangen die o.a. Therapien ein recht großes Durchhaltevermögen, und dies auch noch bei einen recht ungewissen Ausgang.
    Und bei der Radio-Chemo kann, ( nicht : wird ! ), der Darm irreparabel geschädigt werden, sodass er nicht mehr für eine Neoblase zu verwenden ist.


    Ziehe jetzt erst einmal die BCG durch, danach wird eine Kontrolle, möglichst unter PDD, durchgeführt.
    Solltest Du immer noch einen pT1G2/3 haben, wird halt noch einmal ausgeschält und eine Mito-Therapie durchgezogen.
    Falls dann immer noch was in der Blase sein sollte, kannst Du Dich für eine der o.a. Therapien entscheiden.
    Hier tendiere ich zur Synergo, ( aber das ist nur ein Bauchgefühl, kein “BesserWissen”. )
    Erst wenn es auch hier zu einem Therapieversager kommt, dann sollte eine radikale Zystektomie ins Auge gefasst werden......


    Gruß
    Eck :ecke: hard

  • Hallo Mona,


    das pan-Cytokeratin (KL1) ist ein Antigen zur Bestimmung von Zytokeratin. Es ist in der Lage Cytokeratin 1, 2, 5, 6, 7, 8, 11, 14, 16, 17 und 18 zu erkennen.
    CK 7 ist ein Tumormarker und steht für Cytokeratin 7 (Zytokeration) Kommt vor in einschichtigen Epithel, luminale Drüsenzellen.
    Ki67 ist ebenfalls ein Antigen, Proliferationsmarker (Proliferation= Gewebevermehrung), er färbt die Zellen im Gewebe an, die sich vermehren. Die Färbung für Ki67 gibt mittelbar Aufschluss über die Wachstumsgeschwindigkeit eines Tumors und ist deshalb in der Routinediagnostik von großen Wert.

    Das Ck kann ich im Augenblick nicht einordnen. CK steht eigentlich für Creation-Kinase und ist eine Gesamt-CK die mit einem Tumorausschluss nichts zu tun hat.
    Hier vermute ich das es sich um Kreatinin-Kinase also die Bestimmung des Kreatinin handelt.


    Wie gut oder wie schlecht die Werte sind kann und möchte ich jetzt nicht sagen, da müsstest Du wirklich nochmal einen Fachmann befragen, am besten jemand der sich in der histo-pathologie auskennt.



    Balu

  • Hallo Eckhardt und Balu,


    vielen Dank für eure schnelle Antwort. Im Augenblick fühle ich mich echt besch.... :( und bin froh über eure Auskünfte die hoffentlich etwas Klarheit bringen.


    Das die Blasen raus soll, wenn die BCG nicht anschlägt,habe ich von meinem Professor. Er meinte zudem noch das meine Überlebenschance mit BCG bei 50% liegen. Das hat mich dann vollens aus der Bahn geworfen.
    Ich glaube es ist gut, dass alle Untersuchungen und Eingriffe in der Uni Würzburg gemacht werden. Ich habe dort ein sicheres Gefühl.


    Beim googeln bin ich auf die Seite von der Uni Tübingen gestoßen. Sie bieten auch die Hyperthermie-Chemotherapie mit Mitomycin nach der Synergo-Methode an und wenden bei der Zystektomie die DaVinci Methode an (das macht die Uni Würzburg nicht). Hat jemand von euch damit schon Erfahrung gemacht? Bin am Überlegen ob ich mir noch eine 3. Meinung zwecks der weiteren Behandlung einhole.


    Viele Grüße aus dem Schwabenland


    Mona

  • Bin am Überlegen ob ich mir noch eine 3. Meinung zwecks der weiteren Behandlung einhole.


    Wenn Du Dir nicht sicher bist, mache das. Dein Prof. ist ja auch nicht gerade aufbauend. Bist Du sicher das er Überlebenschance und nicht Heilungschance meinte?


    Balu

  • Hallo Mona 77,


    nachdem ich Deine Krankengeschichte gelesen habe, glaube ich, dass ich Dir mit meiner eigenen Krankengeschichte etwas helfen kann.
    Bei mir wurde im März 2008 ein Urothelkarzinom, pT1/is G3 entfernt. Im April 2008 wurde dann bei einer Nachresektion noch ein pTis entfernt. Aufgrund er pathologischen Ergebnisse sollte eine Zystektomie erfolgen. Zu meinem Glück, aus heutiger Sicht, konnte aufgrund meiner Herzprobleme und meines Alters diese Operation nicht durchgeführt werden. Stattdessen wurden BCG-Instillationen verordnet. In einem Gespräch mit dem Professor wurde, wenn keine Zysektomie erfolgt, über eine Lebenserwartung von 2 bis 3 Jahren gesprochen.
    Nach der 4. Instillation trat bei mir Fieber über 41°C auf, weshalb auf alle weiteren BCG-Instillationen verzichtet wurde. Im Juli 2008 wurde dann bei der TUR festgestellt, dass kein Krebs mehr vorhanden war.
    Seitdem habe ich außer den regelmäßigen Untersuchungen wie: Blutuntersuchung, Ultraschall, Urinzytologie (sehr wichtig!) und Zystoskopie nichts weiter gemacht, weder Medikamente noch sonst etwas.
    Ich habe nun seit über 3 1/2 Jahren kein Rezidiv und keinerlei Beschwerden mit der Blase.
    Wenn Du einen besseren Überblick über den gesamten Krankheitsverlauf haben willst, könnte ich Dir einen E-Mail-Anhang mit einem zeitlichen Ablauf zukommen lassen. Dazu müsste ich allerdings Deine E-Mail Adresse bekommen.


    Alles Gute


    Joseph

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