Entfernung der Harnröhre

  • Was ist Usus?


    Bei einer Blasenentfernung werden regelmäßig beim Mann Prostata, bei der Frau Eierstöcke und Gebärmutter, weil gewebeähnlich und dadurch besonders risikobehaftet, gleichzeitig mitentfernt (ob gesund oder befallen, spielt keine Rolle).


    Wie ist das mit der Harnröhre bei OP eines Urostomas?
    Da diese bei OP einer Neoblase weitere Funktion hat, verbleibt diese, wenn unauffällig und gesund.


    Bei Mainz Pouch und Urostoma hat die Harnröhre ja keine Funktion mehr.
    Dennoch verblieb diese - im Falle meines Vaters- mit dem Kommentar:"sie war nicht befallen".


    1) Ist dies nicht ein Risikofaktor?
    2) Wie wird diese entfernt?


    Meine Frage an den operierenden Arzt wurde mit: "wenn wir die Harnröhre rausgenommen hätten, hatten wir den Penis entfernen müssen" beantwortet.
    Von Werner weiß ich, dass dies nicht der Fall ist/sein muss, weil man durch "Umstülpen" des Penis bei Bauchöffnung die Harnröhre entfernen und den Penis von innen vernähen kann.


    3) Wie wurde diese Frage bei den Mitgliedern dieses Forums gelöst?


    Freue mich auf Antworten.
    Lieben Dank
    Waage

  • Hallo Waage,


    ich weiß jetzt zwar nicht, was Dich zu dieser Frage treibt, aber ich sag Dir mal, wie es bei meinem Mann war.


    Mein Mann hat sich zu einem Ileum Conduit entschieden weil:


    er seit 20 Jahren eine chronische Colitis Ulcerosa hat. Ihm wurde vom Arzt der 2.Meinung gesagt, er solle auf seinen Dünndarm achten, kann sein, daß er ihn noch braucht.


    Damit war also ein orthotoper Blasenersatz hinfällig und die Entscheidung viel ausf das Ileum Conduit. Die Harnröhre verbleibt natürlich im Penis. Uns wurde nichts von einem besonderen Risiko gesagt. (Da verlaß ich mich mal auf Ecke, Hexe, Rainer , Andy und die anderen erfahrenen Blasenhasen) die bestimmt irgenwo geschrieben hätten: (Achtung Harnröhre)


    Schönen Sonntag


    Ricka

  • Liebe Waage,


    bei meiner Blasenentfernung war die Frage "Neoblase oder Mainz-Pouch I". Oder Harnröhre drinlassen oder raus? Die Entschiedung fiel aufgrund folgender Informationen zugunsten des Pouches und gegen die Harnröhre:


    Die Harnröhre hat nach Prof. Thüroff ein Rezidivrisiko von bis zu 15%.
    Ich hatte Tis!!!
    Die Tumore lagen am Blasenhals.
    Die Harnröhre war nicht beprobt worden.
    Eine Neoblase könnte theoretisch in einen Pouch umgewandelt werden, aber praktisch wird das nichts Gutes.


    Gemäß OP-Bericht wurde der Penis "nach innen gestülpt", die Harnröhre bis auf die letzten 3 cm entfernt und vernäht. Dann wurde der Penis zurückgestülpt. Danach ist von außen nichts mehr zu sehen (nach Abklingen der Schwellungen!!!).


    Der Bericht des Pathologen hat diese Entscheidung im Nachhinein als goldrichtig bestätigt: Tis am Blasenhals und "in der Prostata" (= prostatischen Harnröhre). Die ist jetzt raus!


    Wer also definitiv keinen Tumor in der Harnröhre hat (Spiegelung, evtl. Beprobung) und insbesondere KEIN Tis (Urologen fragen, wie es ausgeschlossen werden kann, daß der auch in der Harnröhre sitzt), der kann seine Harnröhre selbstverständlich behalten.


    Daß für die Entfernung der Harnröhre eine Penisamputation notwendig wäre, ist Unsinn, wäre es so, dann wüßte ich das. Für Urologen und Google-/Wikipedia-Fans: Das Ganze heist "präpubische Urethrektomie nach van Poppel". So steht es im OP-Bericht!


    Viele Grüße


    Werner

    2001 pTaG3CIS: TUR-B, BCG. 2005 pTaG2: TUR-B, Mitomycin. 2008 pTaG3CIS: MAINZ-Pouch I Uniklinik Mainz, AHB Bad Wildungen (Quellental). 2009 Nach-OP Narbenbruch/Nabelstoma. Kathetrisierung OK, Lymphödem (63 entf. Lymphknoten oB!) mit Kompression + 2 x 1h Lymphdrainage/W. OK.