Beiträge von AndreasW

    Lieber Jannes,


    das hätte, wenn und aber bringt Euch auch nicht weiter, denn ein neuroendokriner kann auch schon in einem sehr frühen Stadium Fernmetastasen bilden - vielleicht hätte man schon bei den größeren Nebenwirkungen der BCG-Therapie mit Harnstau in den Nieren eben die Harnblase entfernen müssen - aber auch zu diesem Zeitpunkt kann es schon zu spät gewesen sein.

    Krebs ist leider eine Erkrankung, die einen Umbringen will - und zögert man einmal zu einem falschen Moment, so kann sich dies rächen. Es ist immer ein "Lotteriespiel", denn auch schon oberflächliche Tumoren können Fernmetastasen bilden - die kommt zwar nicht häufig vor, aber bei einem pTa - Tumor eben doch einmal bei hundert Erkrankten. Bei einem pT1 + CIS liegt dies eben schon bei 10 bis 15 %.

    Wir alle hoffen immer, das wir nicht zu denjenigen gehören, wo sich Fernmetastasen bilden - aber Garantien dafür kann uns niemand geben, genauso wenig dafür, dass wir geheilt werden können, daher sollten wir immer die Krebsfreie Zeit geniessen.


    Ich weiss Jannes, dass es die nächsten Tage und Wochen nicht einfach werden wird - aber wichtig ist, dass dein Vater möglichst schmerzfrei gehalten werden und das er seine letzten Reise in würde antreten kann.

    Ich wünsche Dir und der gesamten Familie viel Kraft.


    Alles liebe

    AndreasW

    Hier mal meine gesammelten Werke zur BCG-Therapie:


    Informationen zur BCG-Therapie:

    Die BCG - Therapie ist in den meisten Fällen auch kein Spaziergang, hierbei handelt es sich im abgeschwächte aber dennoch lebendige Tuberkulosebakterien, die per Katheter in die Blase gegeben werden, dort müssen die Bakterien ca. 2 Stunden verbleiben und können dann ausgeschieden werden.

    Durch diese Bakterien kommt es in der Blase zu einer Immunreaktion, was eine Blasenentzündung auslöst. Diese Immunreaktion des Körpers soll dazu führen, dass die körperlichen Antikörper auch Krebszellen in der Blase bekämpfen und so neue Tumoren verhindern helfen.


    Therapieplan wird sich wie folgt aufteilen:

    1. eine 6 wöchige Initialtherapie mit je einer Therapie pro Woche

    2. der Erhaltungstherapie mit 3 Instillationen in wöchentlichem Abstand in den Monaten 3, 6, 12, 18, 24, 30 und 36 (gerechnet nach der letzten TUR-B). In diesem Schema werden insgesamt 27 Instillationen über einen Zeitraum von 3 Jahren verabreicht.


    Nebenwirkungen:

    Bei einer immunologischen Behandlung mit BCG kann die Harnblase in den Tagen nach der Behandlung gereizt sein. Dies kann insbesondere beim Wasserlassen zu Schmerzen (Krampfartig) führen und Harndrang verursachen. Die Patienten können auch etwas Blut im Urin und leicht erhöhte Temperatur haben und an Müdigkeit leiden.

    Weiterhin kann die Therapie grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Muskelschmerzen, Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen.

    All diese Nebenwirkungen betreffen Großteils die ersten 48 Stunden nach der Instillation des BCG - danach sollten sie deutlich abklingen. Der verstärkte Harndrang aber, kann noch Monate nach der Behandlung auftreten (Reiz - und Schrumpfblase).

    Die ersten paar Instillationen werden recht Problemlos und mit kaum Nebenwirkungen vorüber gehen, unsere Erfahrung zeigt, dass ab der dritten bis vierten Instillation mit den ersten deutlichen Nebenwirkungen zu rechnen ist - die sich dann von Behandlung zu Behandlung noch steigern können.


    Hygiene:

    Am Tag und Folgetag der Instillation sollte man verstärkt auf die Hygiene achten und nicht nur nach jedem Toilettengang die Hände waschen, sondern auch desinfizieren, ebenso ist es hilfreich die Toilette selbst mit Desinfektionsspray nach jedem Toilettengang zu reinigen.

    Durch den verstärkten Harndrang sollte man ebenso darauf achten immer eine Toilette in der Nähe zu haben, aus eigener Erfahrung weiß ich, das man oftmals keine 20 Meter weit kommt, wenn man erst mal merkt das man mal "muss".

    Durch die Blutbeimengungen im Urin, der dann auch Gelleeartig sein kann, bietet es sich an am Tag der Instillation und dem Folgetag Einlagen zu tragen, sodass man sich die Unterwäsche nicht versaut.

    Diese Inkontinenzeinlagen kann der Urologe als so genanntes Hilfsmittel verschreiben, sollte dies geschehen sein, sollte man mit der Krankenkassen in Kontakt treten und sich das Sanitätshaus nennen lassen mit denen sie zusammenarbeiten. Danach dann das Sanitätshaus aufsuchen, dort findet eine Beratung statt und eine Abklärung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse.


    Nach der Instillation:

    ca. 1 1/2 Stunden nach der Instillation kann man beginnen mit trinken, das Beste sind Tee´s oder stilles Mineralwasser. Kohlensäurehaltige Getränke können die Blase zusätzlich reizen. Je mehr man trinkt, je besser wird die Blase gespült, Anhaltspunkt ist ein Liter Flüssigkeit pro Stunde das sollte man dann ca. 4 Stunden lang machen und ab dann kann weniger getrunken werden.

    Gönne Dir am Tag der Instillation + dem Folgetag ruhe, auch wenn du wahrscheinlich nach den ersten Instillationen kaum Nebenwirkungen verspüren wird, werden die Nebenwirkungen von Behandlung zu Behandlung mehr werden, teilweise kann es auch Aufgrund der Nebenwirkungen zu einem Therapieabbruch kommen.

    Ebenso muss der Arzt bei der Instillation aufpassen, dass z.B. die Harnröhre nicht verletzt wird und somit BCG in die Blutbahn kommt, denn dann kann es zu einer Bcgitis kommen (Tuberkulose).


    MedacBCG-Fachinformationen


    Ließ Dir diese Fachinfo wirklich sehr gut durch - um dann auch die Nebenwirkungen einschätzen zu können. Vorallem aber sollte der Urologe über die Nebenwirkungen informiert werden (vorallem dann, wenn sie verstärkt auftreten).


    weitere Nebenwirkungen (kann bis zu 1 Behandelten von 100 betreffen)

    • Schwere systemische BCG-Reaktion/-Infektion, BCG-Sepsis (weitere Informationen finden Sie weiter unten)

    • Mangel an Zellen im Blut (Zytopenie)

    • Anämie (Abnahme des Hämoglobins im Blut)

    • Reiter-Syndrom (Arthritis mit Entzündung der Haut, der Augen und der Harnwege)

    • Lungenentzündung (miliare Pneumonie)

    • entzündliche Reaktionen der Lunge (Lungengranulomatose)

    • Leberentzündung (Hepatitis)

    • Hautabszesse

    • Hautausschlag, Entzündung der Gelenke (Arthritis), Gelenkschmerz (Arthralgie).

    In den meisten Fällen sind diese Nebenwirkungen Zeichen einer allergischen Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion) gegenüber BCG. In einigen Fällen kann es erforderlich sein, die Behandlung abzubrechen.

    • Harnwegsinfektion, Blut im Urin (Makrohämaturie)

    • ungewöhnlich kleine Blase (Einschränkung der Blasenkapazität), ungewöhnlich geringe Urinmengen (Harnstauung), Schrumpfblase

    • niedriger Blutdruck (arterielle Hypotonie)

    Bei Männern zusätzlich noch:

    • Entzündung der Hoden (Orchitis)

    • Entzündung der Nebenhoden (Epididymitis)

    • entzündliche Reaktion der Prostata (symptomatische granulomatöse Prostatitis)


    Gruß

    AndreasW

    Aber nun zu deiner Frage: vor der Instillation trinkt er so wenig wie möglich, damit er die 2h, die das BCG in der Blase verbleiben soll, halbwegs halten kann. Wenn er merkt, dass er es nicht mehr halten kann, fängt er an zu trinken, und das durchaus in Mengen: ca. 1 - 1,5 Liter in einer halben Stunde. Und danach über den Tag verteilt noch mal 1 - 1,5 Liter. Und zwar Leitungwasser, vielleicht auch mal eine Saftschorle. Und am Abend dann vielleicht noch eine Weinschorle.

    Die Trinkmenge ist viel zu gering am Instillationstag.


    Man kann ca. 1 1/2 Stunden nach der Instillation schon Anfangen mit Trinken ... hier mindestens 1 Liter pro Stunde und das sollte für die nächsten 4 Stunden durchgehalten werden (macht also zusammen schoneinmal 4 Liter), nach diesen ersten 4 Stunden mit den 4 Litern, kann die Trinkmenge reduziert werden.


    Trinke ich zu wenig, steigert dies die Nebenwirkungen des BCG!!!


    Weinschorle, Saftschorle ist beides nicht gut an dem Tag der Instillation ... stilles Mineralwasser, Tee´s und am Abend vielleicht ein Hefeweizen - aber keine Schorlen - warum keine Schorlen: Dies sind "saure" kohlensäurehaltige Getränke und die reizen die Blase noch zusätzlich, denn die "Schutzschicht Blasenschleimwand" fehlt oder ist "Löchrig".


    Wir erleben es immer wieder, dass eben nicht ausreichend getrunken wird - dadurch wird eben die Blase nicht ausreichend gespült und ein Teil der BCG-Bakterien kann so länger in der Blase verbleiben!


    Gruß

    AndreasW

    Na dann mal herzlich Willkommen in unserem Forum.


    Nun werde ich Schritt für Schritt Eure Fragen beantworten.


    Er meinte, mein Mann sei mit 53 viel zu jung für so einen Tumor und dadurch mehr oder weniger ein Hochrisikopatient. Er hat ihn zum CT Unterbauch geschickt und zum Knochenzintigramm.

    Noch vor einigen Jahren hat man Blasenkrebs als "Alterskrebs" betrachtet, also um eine Krebserkrankung die im Alter ab ca. 70 Jahren verstärkt auftritt - aber dies ist schon lange nicht mehr so - immer mehr wesentlich jüngere erkranken an Blasenkrebs - sodass sich die Urologen so langsam davon verabschieden sollten, dass Blasenkrebs ein Alterskrebs wäre.

    Dennoch hat der Urologe mit dem "Hochrisikopatinenten" nicht ganz unrecht, denn ein pT1 G3 zählt zu den Tumoren, die sehr häufig rezidive bilden und weiterhin kommt es auch oft zu einer Progression.


    dass wir uns entschieden haben, den Arzt zu wechseln. Der, den wir dann aufgesucht haben, war das komplette Gegenteil, er meinte, das sei alles relativ gut behandelbar und wir sollten nicht zu große Gedanken machen. Er hätte bei der Diagnose meinen Mann gar nicht ins CT und Zinti geschickt.

    Nun zu dem anderen Urologen:

    Dieser Urologe ist "Mister Leichtfuß", er verharmlost die Erkrankung und das wird an mehreren Stellen sehr deutlich:

    1. CT - bei einem pT1 G3 ist natürlich ein CT oder MRT angesagt und gehört mit zu den Untersuchungen, die unbedingt vor einer TUR-B durchgeführt werden müssen.

    Denn, auch ein pT1 - Tumor kann schon Anschluss an das Lymphsystem oder an eine Vene gefunden haben und damit können eben neben "vergrößerten Lymphknoten" auch Metastasen auftreten.


    2. Spiegelung nur aller 6 Monate

    Auch hier handelt der Urologe fahrlässig und vollkommen fernab der Leitlinien zur Behandlung und Nachsorge von Blasenkrebs.

    nachsorge-bis pt1.jpg


    Diese Abbildung zeigt das, was der Urologe mindestens tun sollte:


    bei einem pT1 G3 (high risk)


    in den ersten 2 Jahren = aller 3 Monate eine Blasenspiegelung


    in den ersten 2 Jahren = aller 3 Monate eine Urinzytologie, dabei wird während der Blasenspiegeung Urin aus beiden Harnleitern und der Blase entnommen und dieser Urin wird dann in der Pathologie auf Zellbestandteile untersucht


    auch die Bildgebung ist hier einmal im Jahr aufgeührt.


    Das Euer neuer Urologe, diese Nachsorgeuntersuchungen schleifen läßt, sollte Euch wirklich zu denken geben.

    Ebenso, dass er auf die Nebenwirkungen der BCG-Therapie kaum oder garnicht eingeht.

    Wir erleben dies immer wieder, dass Patienten gesagt wird:

    - habt Euch nicht so

    - in der Regel wird es gut vertragen

    - kaum bis keine Nebenwirkungen


    Dies entspricht eben nicht der Realität

    Die leitlinien sprechen von einer Abbruchrate bei der 3 jährigen BCG-Therapie von 50 %.

    Somit kann von "gut verträglich" keine Rede sein.




    Ich habe gelesen, dass Blut im Urin durchaus eine Nebenwirkung der BCG Behandlung sein kann. Aber das mit den kleinen Gewebestückchen?

    Blut im Urin ist bei der BCG-Therapie eine der am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen, auch das Gewebestücke mit dabei sein können - diese Gewebestücke können Stücke der Blasenscheinmwand sein - wie Geleeartig rot aber auch schwarze Eiweisfäden sind möglich.


    Wieviel und vorallem auch was trinkt dein Mann am Tag + Folgetag der Instillation ??


    Gruß

    AndreasW

    Nur weil es langsam besser wird, solltest du aber nicht leichtsinnig werden - schone dich weiterhin und du wirst merken, dass es mit jedem Tag immer etwas besser wird.

    Auch weiterhin viel Trinken!

    Auch das du es kaum zur Toilette schaffst, wenn sich die Blase meldet, ist auch weiterhin noch total im Rahmen - aber auch hier sollte sich dann bis Ende nächster Woche schon eine Verbesserung einstellen.


    Das die Beschreibungen eingetroffen sind, ist gut - denn letztlich siehst du dadurch, das dieses Forum einen hohen Wissensstand hat, den wir gern mit Betroffenen teilen. Wenn dann noch unsere Ratschläge und Tipps befolgt werden, dann umso besser.


    Gruß

    AndreasW

    Den Account von Gisela haben wir im Mai diesen Jahres gesperrt, weil ihre E-Mailadresse nicht mehr aktuell war und wir über unser System ständig Fehlermeldungen bekommen haben.

    Soblad sie sich versucht in unser Forum einzulogen, bekommt sie eine Meldung, dass sie mit einem der Admins Kontakt aufnehmen und uns ihre neue E-Mail mitteilen soll - dann wird Ihr Account wieder frei geschalten.

    Bisher hat sie aber nicht versucht, sich im Forum anzumelden - sie ist also seit Ende April inaktiv.


    Gruß

    AndreasW

    Die Frage ist nur : sollte ich zusätzlich die Immuntherapie wagen ... für eine (kleine) Chance möglicherweise eine Heilung festzustellen aber eben evteuell auch nach der Entfernung einen besseren Befund zu haben...

    NEIN!!!


    Viel hilft eben nicht viel!

    Eine Immuntherapie schwächt das gesamte Immunsystem des Körpers, besonders betroffen sind die Schleimhäute vielleicht solltest du Dir mal die Info-Broschüre zu Nivolumab durchlesen um zu begreifen, dass eine Combi Chemo + Immun dich dann ehr umbringen würde als nützen.



    Gruß

    AndreasW

    Ist denn der Krankenhaus Aufenthalt zwischen Davinci und offener OP wirklich so unterschiedlich lange? Wer kann dazu etwas sagen?

    Die Wundheilung ist bei Da Vinci schneller - da eben kein Bauchschnitt gemacht werden muss. Daher sind die Patienten schneller wieder auf den Beinen. Ob aber der Krankenhausaufenthalt so erheblich kürzer ist, hängt doch auch sehr von dem Darm ab - und da spielt es keine Rolle, ob der Darm nun mit Da Vinci oder klassischer OP zerteilt wurde.


    Was spricht eventuell gegen eine Davinci OP?

    Fakt ist, das man mit Da Vinci noch nicht die Erfahrungen hat, eine Blase zu entfernen. Auch wenn Espoir hier Gronau erwähnt hat:

    Gronau hat in den Jahren 2014 = 14 Blasenentfernungen und im Jahr 2016 = 20 Blasenentfernungen durchgeführt.

    Wieviele davon klassische oder Va Vinci - OP´s waren, darüber schweigt man und solange hier keine wirkliche transparenz gegeben ist, kann ich Da Vinci nicht wirklich empfehlen.

    Weiterhin kommt es auch immer auf das Tumorstadium drauf an.

    Bis pT2 und ohne möglichen Befall von Lymphknoten und ohne Fernmetastasen könnte man vielleicht über eine Da Vinci nachdenken - aber wenn das Tumorstadium höher als pT2 ist oder es befallene Lymphknoten schon per CT sicherbar sind oder es schon Metastasen gibt - ja dann ist die klassische OP besser.


    Besser, weil das sichtfeld ins OP-Gebiet besser ist, weil mehr Lymphknoten entnommen werden können usw.


    Gruß

    AndreasW

    Lieber FrankHamburg ,


    die Immuntherapie mit PD-L1 - Hemmern wurde noch vor ein bis zwei Jahren als die "Medizinische Neuentwicklung" verkauft, es wurde angedacht, dass mit der Immuntherapie Krebs schnell und effektiv geheilt werden könnte und dies ohne OP oder Chemotherapie.


    Leider hat sich dies nicht bewahrheitet und man ist jetzt auf den harten Boden der Tatsachen gelandet. Die Immuntherapie mit einem PD-L1-Hemmer hat im Moment ein viel zu geringes Ansprechverhalten, als dass sie eine Alternative für eine Blasenentfernung bei einem pT2 wäre.

    In den "Studiengruppen" sah das Ansprechverhalten noch etwas besser aus, aber da waren die Studienteilnehmer eben eine "Ausgesuchte und homogene Gruppe" - im realen Klinikalltag hingegen, liegt das Ansprechverhalten bei ca. 25 %.

    Das heißt - bei 75% derjenigen, die eine Immuntherapie bekommen, wirkt diese nicht!!!


    Daher, sehe ich nicht, dass man mit einer PD-L1-Immuntherapie eine Harnblasenentfernung umgehen könnte - denn was passiert, wenn man zu den 75% gehört:

    Der Tumor wächst weiter (du bist mit 50 noch jung und entsprechend schnell ist die Zellteilung) - der Tumor findet Anschluss an das Lymphsystem, im weiteren Verlauf bekommt der Tumor Anschluss an eine Vene - und Krebszellen finden dann den Weg in deinen Blutkreislauf, was dann zu Fernmetastasen in Leber, Lunge oder Hirn führen kann.


    Was ist die Immuntherapie im Moment:

    Sie ist bei Patienten, die in einem weit fortgeschrittenen Stadium sind (schon Fernmetastasen haben), eine weitere Option neben Chemotherapie noch etwas Lebenszeit zu gewinnen - von ca. 15 bis 20 Betroffenen aus diesem Forum, die in diesem weit fortgeschrittenem Blasenkrebs mit Fernmetastasen eine Immintherapie erhalten haben, war diese nur bei einer Betroffenen erfolgreich. Alle anderen sind leider verstorben.


    Daher kann aus heutiger Sicht, die Immuntherapie mit einem PD-L1 - Hemmer keine Ersatztherapie für eine Blasenentfernung sein.


    Willst du Leben? Dann laß die Harnblase entfernen - nur dann hast du eine große Chance den Krebs zu überleben ... aber bedenke, ein pT2 - Tumor ist schon in die Blasenmuskulatur eingewachsen - dadurch kann er in diesem Tumorstadium schon Anschluss an das Lymphsystem und an eine Vene finden / gefunden haben.


    Jeden Tag, den Du wartest, jede Woche gibst du damit dem Krebs mehr Zeit, sein Unwesen in deinem Körper zu betreiben.


    Gruß

    AndreasW

    Liebe Ursel,


    es ist letztlich deine Entscheidung, die kann Dir niemand abnehmen. Wenn das BCG wirken soll - dann hast du Nebenwirkungen.

    Bekommst du keine oder kaum Nebenwirkungen, dann wirkt das BCG auch nicht.


    Daher muss man wirklich ganz offen die Nebenwirkungen ansprechen, willst du dich nicht durch die drei-jährige Therapie durchkämpfen, dann kann eine Blasenentfernung mit dem anlegen eines Urostomas eine gute alternative sein.


    Gruß

    AndreasW

    Liebe nana,


    Im Labor wurde dann festgestellt, dass er eine angeblich sehr seltene Krebsart hat, die flächig zwischen Schleimhaut und Blasenwand wächst.

    hier benötigen wir die genaue Histologie um überhaupt feststellen zu können, ob eine BCG-Therapie überhaupt optimale Therapie wäre.


    Gruß

    AndreasW

    Liebe Ursel,


    warum windet sich dein Urologe??


    Die BCG - Therapie ist schon für wesentlich jüngere Patienten eine enorme Herausforderung, auch wenn man die ersten paar Instillationen noch recht gut verträgt, so werden die Nebenwirkungen ab der 4 Instillation deutlich spürbar werden.

    Die Abbruchrate bei der BCG-Therapie beträgt ca. 50 % ... also gerade mal die Hälfte der Betroffenen hält die 3 jährige Therapie auch durch.


    Hier meine gesammelten Werke zu der BCG-Therapie:



    Informationen zur BCG-Therapie:

    Die BCG - Therapie ist in den meisten Fällen auch kein Spaziergang, hierbei handelt es sich im abgeschwächte aber dennoch lebendige Tuberkulosebakterien, die per Katheter in die Blase gegeben werden, dort müssen die Bakterien ca. 2 Stunden verbleiben und können dann ausgeschieden werden.

    Durch diese Bakterien kommt es in der Blase zu einer Immunreaktion, was eine Blasenentzündung auslöst. Diese Immunreaktion des Körpers soll dazu führen, dass die körperlichen Antikörper auch Krebszellen in der Blase bekämpfen und so neue Tumoren verhindern helfen.


    Therapieplan wird sich wie folgt aufteilen:

    1. eine 6 wöchige Initialtherapie mit je einer Therapie pro Woche

    2. der Erhaltungstherapie mit 3 Instillationen in wöchentlichem Abstand in den Monaten 3, 6, 12, 18, 24, 30 und 36 (gerechnet nach der letzten TUR-B). In diesem Schema werden insgesamt 27 Instillationen über einen Zeitraum von 3 Jahren verabreicht.


    Nebenwirkungen:

    Bei einer immunologischen Behandlung mit BCG kann die Harnblase in den Tagen nach der Behandlung gereizt sein. Dies kann insbesondere beim Wasserlassen zu Schmerzen (Krampfartig) führen und Harndrang verursachen. Die Patienten können auch etwas Blut im Urin und leicht erhöhte Temperatur haben und an Müdigkeit leiden.

    Weiterhin kann die Therapie grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Muskelschmerzen, Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen.

    All diese Nebenwirkungen betreffen Großteils die ersten 48 Stunden nach der Instillation des BCG - danach sollten sie deutlich abklingen. Der verstärkte Harndrang aber, kann noch Monate nach der Behandlung auftreten (Reiz - und Schrumpfblase).

    Die ersten paar Instillationen werden recht Problemlos und mit kaum Nebenwirkungen vorüber gehen, unsere Erfahrung zeigt, dass ab der dritten bis vierten Instillation mit den ersten deutlichen Nebenwirkungen zu rechnen ist - die sich dann von Behandlung zu Behandlung noch steigern können.


    Hygiene:

    Am Tag und Folgetag der Instillation sollte man verstärkt auf die Hygiene achten und nicht nur nach jedem Toilettengang die Hände waschen, sondern auch desinfizieren, ebenso ist es hilfreich die Toilette selbst mit Desinfektionsspray nach jedem Toilettengang zu reinigen.

    Durch den verstärkten Harndrang sollte man ebenso darauf achten immer eine Toilette in der Nähe zu haben, aus eigener Erfahrung weiß ich, das man oftmals keine 20 Meter weit kommt, wenn man erst mal merkt das man mal "muss".

    Durch die Blutbeimengungen im Urin, der dann auch Gelleeartig sein kann, bietet es sich an am Tag der Instillation und dem Folgetag Einlagen zu tragen, sodass man sich die Unterwäsche nicht versaut.

    Diese Inkontinenzeinlagen kann der Urologe als so genanntes Hilfsmittel verschreiben, sollte dies geschehen sein, sollte man mit der Krankenkassen in Kontakt treten und sich das Sanitätshaus nennen lassen mit denen sie zusammenarbeiten. Danach dann das Sanitätshaus aufsuchen, dort findet eine Beratung statt und eine Abklärung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse.


    Nach der Instillation:

    ca. 1 1/2 Stunden nach der Instillation kann man beginnen mit trinken, das Beste sind Tee´s oder stilles Mineralwasser. Kohlensäurehaltige Getränke können die Blase zusätzlich reizen. Je mehr man trinkt, je besser wird die Blase gespült, Anhaltspunkt ist ein Liter Flüssigkeit pro Stunde das sollte man dann ca. 4 Stunden lang machen und ab dann kann weniger getrunken werden.

    Gönne Dir am Tag der Instillation + dem Folgetag ruhe, auch wenn du wahrscheinlich nach den ersten Instillationen kaum Nebenwirkungen verspüren wird, werden die Nebenwirkungen von Behandlung zu Behandlung mehr werden, teilweise kann es auch Aufgrund der Nebenwirkungen zu einem Therapieabbruch kommen.

    Ebenso muss der Arzt bei der Instillation aufpassen, dass z.B. die Harnröhre nicht verletzt wird und somit BCG in die Blutbahn kommt, denn dann kann es zu einer Bcgitis kommen (Tuberkulose).


    MedacBCG-Fachinformationen


    Ließ Dir diese Fachinfo wirklich sehr gut durch - um dann auch die Nebenwirkungen einschätzen zu können. Vorallem aber sollte der Urologe über die Nebenwirkungen informiert werden (vorallem dann, wenn sie verstärkt auftreten).


    weitere Nebenwirkungen (kann bis zu 1 Behandelten von 100 betreffen)

    • Schwere systemische BCG-Reaktion/-Infektion, BCG-Sepsis (weitere Informationen finden Sie weiter unten)

    • Mangel an Zellen im Blut (Zytopenie)

    • Anämie (Abnahme des Hämoglobins im Blut)

    • Reiter-Syndrom (Arthritis mit Entzündung der Haut, der Augen und der Harnwege)

    • Lungenentzündung (miliare Pneumonie)

    • entzündliche Reaktionen der Lunge (Lungengranulomatose)

    • Leberentzündung (Hepatitis)

    • Hautabszesse

    • Hautausschlag, Entzündung der Gelenke (Arthritis), Gelenkschmerz (Arthralgie).

    In den meisten Fällen sind diese Nebenwirkungen Zeichen einer allergischen Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion) gegenüber BCG. In einigen Fällen kann es erforderlich sein, die Behandlung abzubrechen.

    • Harnwegsinfektion, Blut im Urin (Makrohämaturie)

    • ungewöhnlich kleine Blase (Einschränkung der Blasenkapazität), ungewöhnlich geringe Urinmengen (Harnstauung), Schrumpfblase

    • niedriger Blutdruck (arterielle Hypotonie)

    Bei Männern zusätzlich noch:

    • Entzündung der Hoden (Orchitis)

    • Entzündung der Nebenhoden (Epididymitis)

    • entzündliche Reaktion der Prostata (symptomatische granulomatöse Prostatitis)


    Fazit:

    Die Lebensqualität leidet sehr unter der BCG-Therapie, vorallem muss man auf die Hygiene achten - hat man schwierigkeiten, an den Tagen der Instillation ausreichend (über den Tag insgesamt ca. 5 bis 6 Liter) zu trinken - dann schädigt man seine Blase zusätzlich!!



    Gruß

    AndreasW

    Nun Maho ,


    die 2. TUR-B, die jetzt bei Dir in 6 Wochen durchgeführt wird, nennt sich Nachresektion.

    Damit will man sicherstellen, dass man alle Tumore entfernt hat und sich keinerlei Tumorreste mehr in der Blase befinden. Sehr wahrscheinlich wird es sich um oberflächliche Tumore handeln, die man bei Dir jetzt entfernt hat - aber sicher gehen, kann man erst wenn die Histologie vorliegt.


    Sehr wahrscheinlich wird im Anschluss an die Nachresektion eine Medikamentöse Tumortherapie beginnen ... ob nun mit Mitomycin oder BCG ist aber auch noch offen.


    Ruhe dich aus ... trinke viel, heute ist es wieder sehr warm - das musst du in deine Trinkmenge mit einbeziehen.


    Gruß

    AndreasW

    So Sama,


    warum macht man eine neoadjuvante Chemotherapie??


    1. sie wird durchgeführt, wenn man Hinweise hat, dass der "Primärtumor" schon Anschluss an eine Vene oder an das Lymphsystem gefunden hat. Hier geht es darum, mit dieser neoadjuvante Chemotherapie ein ausbreiten der Krebszellen im Körper zu verhindern bzw. schon vorhandene Krebszellen in der Lymphbahn oder im Blutkreislauf zu vernichten.

    Noch vor ein paar Jahren hat man diese Chemo nach der OP durchgeführt - aber man ist letztlich zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die Patienten nach der OP oftmals in schlechter Körperlicher Verfassung sind - sodass der Beginn der Chemo oftmals verschoben werden mußte.

    Dies hat dann die Ausbreitung von Fernmetastasen negativ beeinflußt.

    Daher geht man mehr und mehr dazu über, die Chemotherapie vor der OP durchzuführen, da eben hier die Patienten noch in einem wesentlich besseren Zustand sind.


    2. sie kann auch durchgeführt werden, wenn man ohne eine Verkleinerung / Verringerung der Tumormaße nicht operieren kann, dies wäre z.B. der Fall, wenn der Tumor schon durchgebrochen wäre und vielleicht schon mit der Beckenwand, dem Darm etc. verwachsen wäre.

    Hier wird dann versucht, den Tumor zu verkleinern - dass überhaupt erstmal operiert werden kann.


    Ich denke, dass dein Partner mit seiner Vermutung total falsch liegt - und es um Beispiel 1 handelt.


    Gruß

    AndreasW

    Nun ist doch die Rede von neoadjuvanter CT, da der Tumor in Nähe des Plexus Lumbalis sitzt.

    Liebe Sama,


    solange der Tumor in der Blase ist, spielt es keine Rolle, wo genau sich der Tumor befindet (ausser in den Bereichen der beiden Blaseneingänge und des Blasenausgangs) - daher ist es dann auch egal, welche Nervenbahnen an der Blase vorbei führen - denn die Blase kann man ja trotz der Nervenbahn entfernen - sonst wäre ja ein Harnblasenersatz garnicht möglich.

    Wenn man nun als Begründung den Plexus Lumbalis vorschiebt - dann gehe ich sehr stark davon aus, dass man hier etwas verschweigt. Denn der Plexus Lumbalis kann nur im Wege sein, wenn der Tumor schon durchgebrochen ist - sodass man die Tumormasse erst verkleinern muss.

    Hier würde ich Euch dringend empfehlen, nochmals vollkommen offen mit den Ärzten zu reden - und Euch auch begründen zu lassen, warum den der "Plexus Lumbalis" im Wege wäre?!


    Gruß

    AndreasW

    Was hat diese nach der 1. TUR-B nicht durchgeführte Frühinstallation jetzt für Konsequenzen für meine Mutter?

    Das ist schwierig zu beantworten. Es gibt aber Studien, wo eben festgestellt wurde, dass es häufig zu einer sofortigen Neuansiedlung von Krebszellen nach einer TUR-B kommt. Denn während der TUR-B werden ja auch Krebszellen "gelößt", diese "Schwimmen" dann in der Blase und können sich dann sofort an die Blasenwand festsetzen.

    Eine Frühistillation soll diese noch in der Blase befindlichen Krebzellen auf DNA-Ebene so schädigen, dass sie sich nicht vermehren (Teilen) können.


    Dadurch soll dann eben das erneute auftreten von rezidiven zeitlich etwas nach hinten verschoben werden, sodass die Krebsfreie Zeit direkt nach der TUR-B etwas verlängert wird.


    Gruß

    AndreasW