Beiträge von Sascha38

    Das mit einer Lymphozele kommt gar nicht so selten vor. Mein Prof. meinte das diese Komplikation bei 11% der operierten auftritt. Um so schlimmer das es niemand erkennt.

    Ich hatte da wirklich 16 Ärzte dran und niemand hat das im Ansatz erkannt. Mir wurde erst geholfen als ich in der Uni Klinik Köln gesessen habe und gesagt habe das ich da nicht eher weg gehe bis sich das jemand angeguckt der ein Ultraschallbild auch interpretieren kann.

    So musste ich Stunden auf den Prof. warten bis er aus einer OP raus war. Er hielt mir den Ultraschallkopf 3 Sekunden (ohne rum zu drücken) auf den Bauch und sagte sofort das ich eine Lymphozele hätte.

    Mir viel ein Stein vom Herzen endlich eine Diagnose. Als dann CT geführt die Lymphozele punktiert wurde, und diese dann 2 Liter Lymphflüssigkeit förderte war ich einfach nur noch stink sauer. Darf man sich Oberarzt der Urologie nennen wenn man 2 Liter Flüssigkeit im kleinen Becken nicht auf einem Ultraschallbild erkennt? Besonders weil meine Blase konnte es ja nicht sein weil da lag ja der DK drin das erkenne ja sogar ich auf dem Ultraschall.


    Deswegen jeder der solch eine OP hinter sich bringt und Beschwerden solcher Art bekommt bitte direkt auf die Möglichkeit einer Lymphozele hinweisen. Hätte ich davon früher gewusst hätte ich mir ein qualvolles halbes Jahr mit Sorgen und Ängsten erspart.

    Hallo zusammen,

    heute ist es dann 1 Jahr her das ich operiert worden bin. Ich muss gestehen ich war nicht oft dieses Jahr im Forum unterwegs. Ich brauchte ein wenig Abstand von dem Thema.

    Außerdem hatte ich bemerkt das mich das ganze hier nach der OP eher verunsichert hat als mir zur helfen. Das lag aber wohl eher daran das jeder seine eigene Geschichte hat und die damit einhergehenden Erfahrungen. Heute glaube ich das jeder seine eigenen Erfahrungen machen muss. Wie auch immer Ihr habt mir damals sehr geholfen gerade vor der OP und auch während meiner Genesung. Dafür will ich mich an dieser Stelle noch mal ganz herzlich bei Euch bedanken. Der Tod von Holger hat mich damals ziemlich mitgenommen und ich denke auch heute noch sehr oft an Ihn. Man kommt einfach nicht drum herum parallelen zu ziehen. So schnell kann es dann gehen.


    Aber wie dem auch sei möchte ich jedem der das hier liest und selbst betroffen ist und vielleicht Fragen direkt an mich hat ermutigen mir einfach ein Private Nachricht zu schicken.

    Ich werde per Mail informiert und werde mich umgehend bei Dir melden und Dir alle Fragen beantworten die Du an mich hast.


    Wie ist mein Jahr verlaufen.... um es kurz zu halten 2017 war das schlimmste Jahr in meinem Leben und hat unendlich viel Kraft gekostet. Es war ja nicht nur der Krebs sondern auch die nachgelagerten Dinge die mir das Gefühl gegeben haben das mich irgendjemand 2017 auf jeden Fall noch unter die Erde bekommen möchte. Ich habe das letzte mal einem alten Freund versucht mein 2017 zu erzählen und da ist mir erst mal aufgefallen wie viel scheiße mir passiert ist. Ich Liste mal kurz auf:


    Diagnose(Jan) -> 2 TURB -> NEOBlasen OP (Feb)-> Harnblaseninfekte mit hohem Fieber 3 mal an der Zahl -> auf einmal nicht mehr pinkeln können+ massive Probleme mit der Verdaung -> immer wieder wegen hyper Kontinenz in die Notaufnahme -> dann die Entscheidung zu Selbstkatheterisierung -> weiterhin massive Verdauungsprobleme -> Bandscheibenvorfall mit 1 Stationär -> weiterhin massive Probleme beim Wasserlassen sowie mit der Verdauung -> keiner konnte sich das erklären -> Im August kam dann selbst kein Urin mehr durch den DK -> endlich wieder ein Termin bei meinem Operateur bekommen. --> Lymphozele wird Diagnostiziert -> Punktion der Lymphozele löst all meine Probleme (hätte ich das mal im April gewusst) -> bei kontroll CT wird wieder ein große Flüßigkeitsansammlung festgestellt. Die Lymphozele ist zurück. --> Lymphozelenflüssigkeit entzündet sich. --> Hohes Fieber wieder Stationär --> OP der Lymphozele (Fensterung) da diese an so einer schwer zu erreichenden Stelle liegt wird Narbe wieder komplett geöffnet.

    Nachdem dies wieder verheilt war ging es mir endlich gut. Pinkel geht fast wie früher. Im stehen im sitzen wirklich super. Mit der Kontinenz auch überhaupt kein Problem. Selbst die Potenz ist dann ende Oktober plötzlich wieder da. --> Motorrad kauf (fahre seit 20 Jahren Motorrad) wollte mal wieder was für mich haben wo ich den Kopf frei bekomme. --> nach 7 Minuten "Probefahrt" werde ich an einer Kreuzung von einer Frau umgefahren. Trümmerbruch des Schlüsselbeins --> wieder Stationär --> OP Platte eingesetzt wieder nach Hause. Die ganzen Magendarm Infekte (3x) Grippen, Erkältungen usw. hab ich jetzt da mal nicht dazu geschrieben. Mit Kindern im Kindergarten ist man mit einem angeschlagenen Immunsystem dauer krank. Leider musste ich mich auch im 8.8 von meinem 1. Hund verabschieden 16 Jahre sind wir den Weg gemeinsam gegangen. Mit Ihm ist auch ein Teil von mir mit gegangen. Ich wusste das dieser Augenblick irgendwann kommen wird, aber das macht es nicht leichter.


    Aber seit ende August geht es mir gesundheitlich wirklich sehr sehr gut. Ich hoffe inständig das bleibt auch noch eine ganz lange Zeit so. Man traut dem Braten nicht. Selbst beim davon schreiben das es mir gut geht hab ich ein schlechtes Gewissen weil man Angst hat das schlechte wieder herrauf zu beschwören.


    Ich gucke jetzt nach vorne und hoffe das Beste. Ein neues Motorrad hab ich auf jeden Fall schon mal wieder. Was meiner Frau mal so gar nicht gefällt. Ich kann es verstehen, aber ich hab 2017 so vieles einfach über mich ergehen lassen so das ich mir jetzt nicht noch mein letztes Hobby nehmen lassen möchte.


    Aber alles was mit meiner Neoblase zu tun hat ist wirklich sehr sehr gut verlaufen, und das macht mich überglücklich. Ich bin sehr dankbar das ich den richtigen Operateur gefunden habe. Ich glaube natürlich auch das mein Alter mir da auch sehr sehr geholfen hat mit den ganzen Umständen wesentlich besser klar zu kommen.


    So jetzt wisst Ihr wie es mir in meinem Jahr so ergangen ist. Ich hoffe Euch geht es den Umständen entsprechend gut. Fühlt euch gedrückt.


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    Liebe Grüße

    Sascha

    Hey Holger,

    was soll ich sagen außer das es mir sehr leid tut. So eine Diagnose ist schon hart zu verdauen. Hoffe sehr das egal welchen Weg Du einschlägst

    es der für Dich richtige ist. Ich drücke Dir die Daumen das die Therapie anschlägt und Dir hilft. Denke an Dich.


    Lieben Gruß

    Sascha

    Ich verstehe bis heute nicht warum man bei so einer OP klammert und nicht direkt näht. In meiner AHB hatte ich auch einen Kollegen der geklammert wurde auch bei Ihm ist es wieder aufgegangen und er lag dann im Krankenhaus zum Narbe reaktivieren. Ich hoffe Dir geht es schnell wieder besser

    Hallo zusammen,

    in diesem Thread möchte ich einfach mal festhalten wie es mir jetzt geht und was da noch so kommen mag.


    Zustand jetzt:


    Ich bin sehr sehr happy. Die Themen die einen vor der OP beschäftigen waren bei mir


    1. Die Kontinenz

    2. Wie überstehe ich die OP

    3. Wie klappt das mit der Verdauung

    4. Potenz


    Zu 1. kann ich sag das ich im jetzigen Rahmen (Tagsüber alle 2h und Nacht alle 3h auf Toilette) kontinent bin. Ich benutze zur Zeit keinerlei Vorlagen.

    Ich kann niesen, sitzen, aufstehen, Treppen laufen, und das ohne Probleme. Ich weiß das dies keine Selbstverständlichkeit ist.

    Bei meinen Restharnkontrollen lag ich immer um die 15,8 ml Restharn was mein Urologe sehr gut fand. Angeblich alles unter 50 ml ist super.


    Zu 2. Die OP an sich habe ich wirklich super gemeistert. Laut den Ärzten war das wie aus dem Lehrbuch und so hat es sich für mich auch angefühlt.

    Ich habe bis jetzt auch noch kein Stress mit meiner Narbe. Ich hoffe das bleibt so. Das einzige was ich noch habe ist ein taubes Gefühl in der Leiste,

    was aber laut den Ärzten normal sei und mit der Zeit verschwindet. Zumindest bei den meisten. Ich bin gespannt weil das ist wirklich nicht so schön.

    Das einzige wirkliche Problem was ich sehe sind meine Harnwegsinfekte. Bis jetzt 3 an der Zahl. Der letzte war jetzt zum Glück nicht so heftig wie die ersten beiden.

    Aber das haut einen komplett aus den Schuhen und ich habe auch nicht das Gefühl das ich da selbst was gegen machen kann. Denn meine Blase bekomme ich nachweislich leer.

    Ich trinke 3 Liter am Tag somit wüßte ich jetzt nicht was ich noch machen kann. Aber auch das ist wohl eine der möglichen Komplikationen.


    Zu 3. Ich kann alles essen, bis auf Chinesisch da habe ich starke Blähungen von bekommen. Aber der Rest ist absolut kein Problem. Ich habe auch kein Problem mit Milchprodukten oder zu fettigem Essen. Ich habe bis jetzt noch keinen Durchfall oder ähnliches gehabt. Da ich ja sonst keine Laster habe freut es mich wirklich sehr das ich was das Essen angeht alles essen kann.


    Zu 4. kann ich noch nicht wirklich was schreiben. Ja es ist noch Leben drin aber so wirklich toll ist es noch nicht. Aber mein Arzt meinte das wäre jetzt eh noch viel zu früh um da etwas drüber sagen zu können. Besonders mit der Taubheit in der Leiste. Er sagt ich sollte mir noch was Zeit geben. Also bin ich jetzt mal ein braver Sascha und gebe meinem Körper Zeit.


    Was die Psyche angeht merke ich das ich erst jetzt wo ich aus der AHB zurück bin ich mir das Ganze so häppchenweise zu Brust nehme. Es bestimmt nicht meine Gedanken, aber wenn mein Kopf mal kurz Pause macht kommen die vergangenen Monate wieder hoch. Aber das finde ich okay und das muss so auch sein. Ich bin gespannt wie lange es dauert das ich keine Einstichlöcher von Zugängen oder andere Überbleibsel der Zeit im KRankenhaus mehr sehe. Ich freue mich sehr auf meine Arbeit. Aber auch hier hat mein Arzt mir noch bis Ende April Ruhe verordnet. Er sagte Ihnen geht es gut, nein Ihnen geht es sehr gut, dennoch benötigt Ihr Körper noch etwas Zeit. Also geben sie ihm diese. Ich bin eigentlich ganz happy damit so kann ich das hier zu Hause alles aufsaugen. Ich hab alles so vermisst.

    So habe ich jetzt noch 4 Wochen um wieder in meinem Leben zu landen.


    Liebe Grüße

    Sascha

    Zitat von Sascha38

    Die 3 Wochen haben mir aber trotz Infekt und 1 Woche DK wirklich gut getan. Die Ruhe hätte ich so zu Hause nicht gehabt. Aber genau die hat mein Körper gebraucht.

    Meinen Körperlichenfortschritt leite ich von den 3 Wochen Zeit und der Ruhe ab nicht von meinem AHB Aufenthalt. In einem Hotel wäre es mir vielleicht noch besser ergangen weil man da Vogelfrei ist. Aber nochmal das gilt für mich. Ich glaube schon das so eine AHB Sinnvoll ist. Nur meine AHB war für mich halt nix.

    Hallo zusammen,

    meine AHB ist nun vorüber und ich möchte das Ganze nicht bewerten. Für mich war das nichts.

    Ich fand das Frühstück und das Abendbrot zu eintönig. Ebenso für eine Urologische Klinik wo man ja darauf bedacht ist

    das die Gäste viel trinken nur Wasser und Tee anzubieten finde ich mehr als schwach. Was die Anwendungen angeht war das

    ganze Spektrum vertreten von sehr kompetent bis geht gar nicht war alles dabei. Ebenso hatte ich nicht gedacht das der Ort wirklich

    mitten am Berg liegt und man sich was bewegen will ständig gezwungen ist Berg auf / ab zu laufen. Frisch nach der OP läd das jetzt nicht gerade

    ein sich zu bewegen. Dennoch ist es dort sehr schön und der Ort an sich hat wohl die meisten Sonnenstunden in Deutschland. Es ist halt sehr mediterran vom Klima

    was ich toll fand. Die Zimmer sind auch von modern bis ganz alt im Haus vertreten. Ein Teil ist halt wohl schon modernisiert der andere Teil nicht.

    Ich hatte ein altes muffiges Zimmer. Was die Ärztlicheversorgung angeht kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Jeder Arzt erzählt einem etwas anders. Insgesamt hat man das Gefühl das Ärzte die sich in solchen Reha Kliniken aufhalten wohl einen ruhigen weg in die Rente suchen. Es kann aber auch sein das ich einfach Pech hatte.

    Die 3 Wochen haben mir aber trotz Infekt und 1 Woche DK wirklich gut getan. Die Ruhe hätte ich so zu Hause nicht gehabt. Aber genau die hat mein Körper gebraucht.

    Ich werde wohl die Tage einen anderen Post öffnen. In dem ich dann meinen weiteren Weg mit Euch teilen möchte.


    Liebe Grüße

    Sascha

    So das Wochenende ist rum und es liegt wieder eine Woche mit Anwendungen und Vorträgen vor mir.

    Hatte heute morgen bereits Einzel-Physiotherapie (Kontinenztraining) was mir wesentlich besser gefallen hat,

    als meine Kleingruppe Neoblase Männer. Nach vielen Gesprächen glaube ich mittlerweile das ich was die Kontinenz

    angeht schon sehr sehr sehr gut unterwegs bin. Das erklärt auch warum mir das hier alles so Spanisch vorkommt.

    Die ganzen Übungen sind halt für Patienten die wesentlich stärkere Probleme haben.


    Dieses gepinkle in den Messbecher fand ich ja den ersten Tag noch ganz interessant aber mittlerweile stört mich das einfach beim pinkeln.

    Ich mach es natürlich weiter aber ich weiss jetzt dass ich zwischen 150 und 300 ml Urin lasse. Aber mein Gefühl beim pinkeln ist das gleiche

    Also ich habe jetzt nicht das Gefühl das ich meine Blase leerer mache als ohne Becher. Na ja mal abwarten.


    Ich hab echt Panik vor Mittwoch. Da wäre wenn der Rhythmus bleibt mein nächster Harnwegsinfekt. Ich hoffe so sehr das ich jetzt erst mal Ruhe hab.


    Das mit der Reha im Schwarzwald war nicht ganz durchdacht von mir. Denn sobald man sich hier bewegen möchte geht es immer Berg auf oder ab aber mal

    eben ein paar Kilometer machen ist hier unmöglich.


    Ich bin gestern zum Prinzensitz gewandert. Das waren insgesamt 7km mit 370m Höhenunterschied +/- das war schon echt ne krasse Nummer.

    Aber ich bin Dicht Bergauf wie Bergab.


    Ich werde jetzt mal zum Vortrag Medizinisch berufliche Orientierung begeben. Euch noch einen schönen Tag.


    Liebe Grüße

    Sascha

    Hallo Jörg,

    schön von Dir zu lesen. Sorry das ich mich nicht mehr gemeldet habe, aber bei mir ging alles drunter und drüber.

    Das mit den Kathetern ist echt eine fiese Sache. Da gibt es große Unterschiede von den Stocherern zu den Könnern.

    Kann ein Zufall sein aber ich habe das Gefühl das Männer da das bessere Händchen für haben.

    Wünsche Dir weiterhin nur das Beste. Melde mich die Tage mal bei Dir.


    VG Sascha

    Hallo Heidi,

    das tut mir wirklich leid :-/

    Mit solch einer Diagnose muss man sich erst mal "anfreunden"

    Wenn Dir was auf dem Herzen liegt einfach raus damit.

    Wenn wer Deine Bedenken, Sorgen, Ängste versteht dann wohl wir.


    Alles alles Gute.


    Liebe Grüße

    Sascha

    Hallo zusammen,

    habe lange nichts mehr von mir hören lassen. Woran das lag war glaube ich eine allgemeine Kraftlosigkeit.

    Ich bin nun seit 1,5 Wochen hier und will Euch nun ein wenig berichten.

    Da ich noch nie eine Reha oder AHB angetreten hatte war das alles für mich Neuland. Mein größter Fehler war glaube ich, dass

    mit gewissen Erwartungen in die AHB gestartet war. Ich weiß das gerade hier im Forum viele ältere User unterwegs sind und ich bitte Euch

    von dem was ich jetzt schreibe nicht angegriffen zu fühlen. Ich werde jetzt einfach es so schreiben wie es für mich war und wie es sich für mich angefühlt hat.


    Nach 500 km Anfahrt war ich also hier. Badenweiler im schönen Schwarzwald. Ich betrat die Lobby und fühlte mich sofort wie in einem alten Schloss.

    Alte große Gemälde mit riesigen Kronleuchtern, roter Teppich und es fehlte nur noch die Queen um das Bild perfekt zu machen. Na ja ich meldete mich an,

    und man bat mich doch erst zu Mittag zu essen. Danach sollte dann mein Gepäck auf mein Zimmer gebracht werden. Ich betrat also den Speisesaal. Auch hier alles sehr

    Schlossmäßig aufgezogen. Da stand ich nun und alle guckten mich an. Ich fühlte mich wie ein Wolf der plötzlich mitten in ein einer Schafherde steht. Gefühlt war ich halb so alt

    wie jeder im Speisesaal. Dann kam ein Frau vom Service und geleitete mich zu meinem vorübergehenden Tisch. Denn festen Tisch sollte ich am Abend zugeteilt bekommen.

    Dann sollte ich mir etwas zu essen aussuchen und bekam dann nach meiner Wahl eine farbiges Märkchen in die Hand gedrückt womit ich dann mein Essen erhalten sollte.

    Dieser ganze Ablauf kam mir mehr als befremdlich vor. Keine freie Tischwahl dann dieses Märkchenspiel für das Essen. Es hatte alles etwas entmündigendes und war für mich sehr befremdlich.


    Ich möchte Euch auch gar nicht mit zu vielen Details langweilen. Unter dem Strich fand ich es so mal gar nicht meins. Jetzt nach 1,5 Wochen muss ich aber sagen das so ein Haus halt gewisse Regeln hat,

    die es halt geben muss damit es funktioniert. Es ist hier sehr sauber, das Personal ist sehr nett und das Ganze hat eher etwas von einem Hotel als von einer Klinik.


    Aber ein steht nach 1,5 Wochen auch fest. Ich bin kein Reha Mensch. Ich kann gar nicht sagen woran es genau liegt. Ob es meine eigenen Erwartungen waren die nach den ersten Anwendungen in Staub zerfielen,

    oder ob es daran liegt das hier alles auf alte Menschen ausgelegt ist? Ich fühle mich hier einfach nicht wohl. Es gibt ein zwei Dinge die ich hier genieße aber der Rest ist eher eine Überwindung.


    Leider gehört auch die Kleingruppe Neoblase Männer dazu. Ich hatte so große Erwartungen und dann sitzt man da in einer Gruppe mit einem Physiotherapeuten auf den ich mal so gar nicht klar komme.

    Alles was ich bis jetzt "gelernt habe" hätte ich auch in einem Video erfahren können. Dafür hätte ich keine AHB antreten müssen.


    Aber da ich ja so ein Glückspilz bin bekam ich dann Samstag früh wieder Schüttelfrost. Wieder das volle Programm. Zwei Tage über 40 Fieber. Somit wieder Krankenstation. Wieder einen Zugang. Wieder Antibiotika. Wieder ein Blutbild nach dem nächsten. Wieder Ultraschall. Wieder eine Woche Dauerkatheter.

    Diesen bin ich nun seit Freitag früh wieder los. Ich brauch glaube ich Euch nicht zu erzählen das ich nun wieder panische Nagst habe in 5 Tagen hier wieder mit einem Harnwegsinfekt zu liegen. Ich könnte echt heulen. Ich hab auf den Scheiß einfach keinen Bock mehr. Ich will einfach langsam wieder auf die Beine kommen. Aber diese Harnwegsinfekte machen das so gut wie unmöglich.


    Medizinisch ist das hier natürlich auch eine ganz andere Hausnummer als die Uni Klinik in Köln. Wenn ich es irgendwie hinbekommen hätte wäre ich nach Hause gefahren. Es gibt hier nicht viele Ärtzte die aus meiner Sicht Plan haben. Bei mir lief eh einiges schief aber egal. Ich hoffe das ich jetzt irgendwie schaffe keinen weiteren Harnwegsinfekt auszubilden und ich mit ein wenig Kraft nach Hause komme.


    Das ist auch gerade mein Hauptziel. Wenn ich keinen weiteren Harnwegsinfekt ausbilde dann war das hier ein voller Erfolg. Kontinenzmäßig bin ich wenn ich mich an den 2 Stunden Rhythmus halte trocken.


    Ich vermisse meine Familie sooooo sehr. Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich sie vermisse. Ich glaube das mir meine gewohnte Umgebung und meine Frau und Kinder wesentlich besser getan hätten als das Oma/Opa Paradies in dem ich mich hier gerade befinde. Die hälfte ist geschafft. Ich zähle die Tage .........

    Hallo Chris,

    ich kann das was Du da schreibst alles sehr gut nachvollziehen. Bin selbst 38 hab 2 kleine Kinder und die Diagnose hat mir einen ziemlichen Schlag versetzt.

    Ich drücke Dir die Daumen das es etwas harmloses ist. Aber was Google da sagt entspricht leider der Wahrheit. Aber hey warum soll nicht auch mal jemand zu den 10 % gehören.

    Ich befinde mich gerade in Reha und meine Zystektomie ist nun 4,5 Wochen her. Eins ist sicher egal wie es geht danach weiter.

    Also halt die Ohren steif. Wenn Du fragen hast einfach fragen. Du kannst auch gerne PM´s schreiben wenn Dir das lieber ist.


    VG Sascha

    Hallo Heidi,

    herzlich willkommen hier im Forum. Da hast Du ja schon einen langen Leidenwegs hinter Dich gebracht.

    Aber 1,5 Jahre etwas auf Verdacht mit Antibiotika zu behandeln obwohl weder ein Keim noch eine Besserung nach zu weisen ist

    finde ich schon sehr fahrlässig. Aber gut kann man jetzt eh nichts mehr daran ändern.

    Zu Deiner Frage werden sich bestimmt noch einige Frauen melden. Aber ich selbst habe jetzt schon eine gewisse Erfahrung mit

    Dauerkathetern in der Blase. Hatte selbst 2 TUR:B und ich hatte keinerlei Probleme mit dem Katheter. Es tut nicht weh und ich empfand es auch nicht als unangenehm.

    Es ist mit dem Handling etwas gewöhnungsbedürftig. Aber das hat man schnell raus. Ich kann mir nicht vorstellen das dies bei Euch Frauen

    anders ist. Ich wünsche Dir alles gute und drücke Dir die Daumen das Dein Befund ein guter wird.


    Liebe Grüße

    Sascha

    Und eben genau das finde ich eben nicht. Denn ja hier gibt es sehr viele Leute mit Erfahrung, aber jeder Neoblase und jeder Patient ist anders. Wenn ich das mache was ich sage mal

    bei Holger richtig war/ist muss das bei mir noch lange nicht so sein. Jeder Operateur ist aus meiner Sicht verpflichtet seinem Patienten einige Dinge mit auf den Weg zu geben.

    Zum Beispiel die Endfüllmenge die für meine Blase gedacht ist. Jeder Operateur macht es anders. Auch das was Rainer schreibt mit dem pressen sahen ja meine Professoren ganz anders. Wenn bei mir was in die Hose geht nur weil ein Forumskollege gesagt hat mach es so dann würde ich mich schwarz ärgern. Das muss alles auch mit einem Arzt mit Plan besprochen sein.

    Update


    Hallo zusammen,

    willkommen zurück im Leben! besser kann ich meinen jetzigen Zustand nicht umschreiben. So weit unten war ich noch nie. Sowas habe ich aber auch noch nie erlebt.

    Lieber 10 Zystektomien als noch einmal sowas. Aber langsam und nochmal von ganz vorne. Jetzt habe ich ja die Kraft.

    Montag war der beste Tag seit der Entlassung aus dem Krankenhaus. Ich hatte ja bereits berichtet. Man war ich glücklich. Dann kam der Dienstag. Ich habe Simon in den Kindergarten gebracht, weil ich ja wusste ich bin ja erst mal in der AHB. Das empfand ich schon als sehr anstrengend danach musste ich noch zum Arzt wegen meiner Krankmeldung. Da habe ich dann eine Stunde rumgestanden, damit ich genau 1 Tag krank geschrieben werde. Die haben aus meiner Sicht alle einen an der Pfanne. Die AHB wäre dann ab morgen dafür zuständig. Wie dämlich ist das denn? Hab in der AHB auch nichts besseres zu tun als meine Krankmeldungen durch die Gegend zu schicken. Na ja egal ich also nach Hause. Ich war echt erschöpft. Hatte erst gedacht das dass den Tag zuvor mit dem Hund doch zu viel war. Also ab auf die Couch. Aber irgendwas war anders. Ich hatte eiskalte Beine und Arme, ich hatte Kopfschmerzen und mal so gar keine Kraft. Gegen Mittag war mir alles zu viel jedes Geräusch hat mich genervt. Also ab nach oben in Schlafzimmer. Auf einmal stand dann Jasmin vor mir und meinte nur "Wir fahren jetzt ins Krankenhaus"

    Ich dachte nur Notaufnahme? oh nein bitte nicht schon wieder... Aber Jasmin war nicht umzustimmen als ab ins Krankenhaus. Ich selbst hab mich ja nicht gesehen aber Jasmin hatte große Angst. Die in der Notaufnahme schickten uns dann zum Glück direkt auf Station 17. Da fiel mir schon mal ein riesen Stein vom Herzen. Den Jungs und Mädels hier vertraue ich nämlich. Dann mussten wir aber keine Ahnung wie lange auf die Ärztin warten. Ich lag aber schon mal im Behandlungsraum. Irgendwann mit Decke + Jacke und Schüttelfrost. Verdacht auf Harnwegsinfekt + Verstopfung. Mein Glück jemand musste die Nacht auf Wachstation bleiben somit konnte ich auf Station bleiben obwohl eigentlich gar kein Platz war. Dann kam die Ärztin der Nachtschicht noch zu mir und meinte "So Herr Zels dann legen wir jetzt mal schnell noch den DK"

    Ich dachte mir noch super genau das brauchst Du jetzt mit über 40 Fieber. Dann begann etwas sehr schmerzhaftes und es wiederholte sich 3 mal, nämlich genau 3 Kathtergrößen.

    Frau Ärztin hat nichts auf die Kette bekommen außer mich zu quälen. Sie war von Anfang an total unsicher und verpeilt. Ich versteh das nicht warum man dann an einem Patient in meinem Zustand "üben" muss. Na ja der 3te, sehr kleine Katheter, lag ja jetzt. Als sie weg war bin ich sofort eingeschlafen. Dann werde ich wach 3:25 Uhr. Ich habe solche schmerze wie ich sie im meinem ganzen Leben noch nie hatte und mir ist schon so einiges passiert. Ich schreie, stöhne versuche irgendwie über die Atmung halbwegs handlungsfähig zu bleiben. Geklingelt hatte ich bereits, aber die Nachtschicht ist nicht gut besetzt. Aber ich habe Glück eine Schwester kommt zu mir und beschließt mir den DK zu ziehen.

    Danach bin ich sofort auf Toilette da kam dann auch was aber das löste mein Problem nicht. Das brachte mich von der 10 auf eine 9. Es war die Hölle. Ich hatte ein Gefühl als wenn mein Bauch gleich explodiert. Aber meine Schwester fackelte nicht lange und hatte ein Infusion für mich die mich bis hinter die Sonne geschossen hat, und das tat so gut. Dafür muss ich mich bei Ihr noch bedanken.

    Am nächsten Tag nahm man sich dann meiner Verstopfung an. Ich glaube ich habe alles bekommen was man da hatte um abzuführen. Geholfen hat dann die Kombination aus Hebe/Senkeinlauf und einem Kontrastmittel für das Röntgen was aber wohl auch eine starke abführende Wirkung hat. Ich habe dann bis am nächsten Morgen um 5 Uhr abgeführt. Kein Schlaf ...okay... aber es war draußen. Ich hatte es mir allerdings besser vorgestellt, aber mein ganzer Bauch fühlte sich nicht gut an wie als wenn jemand meine Gedärme mit einem Kwirl durchgewühlt hätte und alles war gereizt und gebläht.

    Die Ärzte sagen dann immer das es sein kann das ich noch einen DK brauche weil ich die Blase nicht leer bekommen würde und das beim einem Harnwegsinfekt kontraproduktiv wäre. Ich hatte dann die Schnauze voll und bin vom "Lieber Patient Modus" in den "So ist Sascha halt Modus" gewechselt und habe dann mal gerade aus gesprochen.

    Ich habe dann bei der Viste als der Dk wieder auf den Plan kam gesagt das ich kein Stress mit einem DK hätte, denn ich hatte ja 12 Tage einen und das war alles okay, nur die sind alle während einer Vollnarkose gelegt worden. Wenn man mir sagt das mir den jemand setzt der weiß was er tut und/oder ich dabei schlafe wäre mir das egal. Ich möchte nur nicht nochmal sowas wie an dem Abend mit der Ärztin erleben. Ebenso wollte ich wissen, ob das gemacht werden soll wegen dem Infekt, oder damit die Assistenzärzte

    im Ultraschall überhaupt eine Chance hätten meine Neoblase zu finden. Der Professor war aber am lachen und der Rest mussten sich das ganze anhören. Aber mal im ernst es ist und bleibt ein Job und wenn ich meinen Job so machen würde wie hier manch ein Jungarzt/in dann hätte ich schon lange keinen Job mehr. Es ist keine Schande zu sagen ich bin mir nicht sicher, oder ich möchte dem Patienten in seinem jetzigen Zustand das nicht zumuten und fragt einen Kollegen mit Erfahrung.

    Wie auch immer da ich ja etwas verunsichert war nach der Reaktion von rainer was das Pressen angeht und Hyperkontinenz und Blase die sich senkt u.s.w. habe ich dann auch direkt mal gefragt und mich direkt in einem beschwert.

    Es ist ja toll das ich mir so eine Mühe mache einen guten Operateur zu finden und mir alles dazu anlese was nur geht, aber nach der OP ist man ja dann doch ziemlich alleine.

    Auf einmal steht eine Schwester am Bett die den DK zieht und dann bekommt man gesagt gehen sie mal auf Toilette und versuchen sie mal selbst zu pinkeln. Man setzt sich es läuft sofort Urin und die Schwester sagt super und geht. Aber man bekommt ja nach der OP keine Bedienungsanleitung überreicht in der steht wie man mit seiner neuen Blase umzugehen hat. Ich finde schon das man den Patienten da schon mehr zu sagen müsste.

    Aber ich habe jetzt mit Prof. Fister und Prof. Heidenreich gesprochen und beide haben gesagt es bleibt nicht aus das man man presst, denn die Blase ist ja nun kein Muskel mehr.

    Pressen wäre auch jetzt so kurz nach der OP vollkommen in Ordnung. Man darf es halt nicht übertreiben. Sie sagten solange ich bei pressen noch atmen könnte wäre es nicht zu feste. Man solle halt nicht "pressen wie ein Schmied"

    Da war ich dann doch sehr erleichtert weil anders hätte ich jetzt auch nicht gewusst wie ich es machen soll. Meine Kritik wurde sich angehört und mir zugestimmt das man dies noch verbessern müsse.


    Ende vom Lied war das mir dann doch noch ein DK gelegt wurde, aber auch hier gab es Probleme. Man schaute dann mit einer Kamera nach wo genau das Problem liegt und siehe da Frau Ärztin hatte mir bei den 3 Versuchen einen DK zu setzen die Harnröhre verletzt. Eigentlich war ja abgemacht das ich bei diesem Vorgang schlafe, aber ich war hell wach und es war wieder mega unangenehm. Aber diesmal auszuhalten. Der Arzt hat mich angeguckt wie ein Auto und meinte nur das bei dem was sie mir gespritzt hätten gestern ein Mann selbe Statur und etwas älter den halben Tag geschlafen habe. Warum es bei mir so gar nicht gewirkt hat konnte er sich nicht erklären. Ich persönlich glaube ja da war nur ne Kochsalzlösung drin und die haben mir einen vorgemacht, aber gut. Der DK liegt jetzt auf jeden Fall. Nicht mehr mit Timer 2h leben zu müssen hat auch was wie ich finde.


    Aber jetzt noch mal zu meiner Diagnose.

    Es ist so das ich eine sehr starke und massive Verstopfung hatte. So stark das die Ärzte schon gedacht habe das diese nur operativ zu lösen sei. Das konnte zum Glück anders geregelt werden. Zum anderen hatte ich einen starken Harnwegsinfekt ausgebildet. Vermutlich durch die ersten 3 Tage zu Hause wo ich in diesem Überlauf gefangen war.

    Jedes einzelne der beiden Probleme wäre ein Grund gewesen mich wieder Stationär aufzunehmen. Beides zusammen eine Katastrophe. Mein Glück war das man die Verstopfung gelöst bekommen hat, auch wenn das mit sehr viel Aufwand geschehen ist und zum anderen das das Antibiotika auch das richtige war. Denn der Keim in der Urinprobe die eingeschickt wurde ist anfällig auf das Antibiotika. Auch hier Glück das dass richtige gewählt wurde.


    Wie geht es jetzt weiter?

    Tja so genau weiß ich das nicht. Mein neuer AHB Termin wäre der 08.03. Nächste Woche Mittwoch. Ich weiß aber nicht wie lange ich a) noch hier bin und b) ob ich dann auch ohne DK entlassen werde. Also Drückt mir die Daumen das ich es in die AHB schaffe, weil das geht nur im entlassenen und DK freien Zustand.


    Also jetzt seid Ihr wieder auf dem neustem Stand.


    Liebe Grüße

    Sascha

    Jörg liebe Grüße vom anderen Flur :-)

    Wollte gerade bei Dir klopfen da hat jemand bei Dir im Zimmer nach einer Schwester geklingelt. Ich hab mich dann dafür entschieden es später noch mal zu probieren.

    Wer hätte letzte Woche gedacht das wir dann doch so lange zusammen auf Station liegen...