Beiträge von JoFo76

    Hallo Manu,


    es wurde an der ursprünglichen Stelle erneut bei der Nachresektion ein Tumor gefunden, allerdings "nur" ein pTa G1. Zusätzlich ist einer neuer Tumor am linken Blasenhals gefunden worden, ebenfalls ein pTa G1. Der Ausgangstumor war ja ein pT1 G2, also etwas tiefer gewachsen und etwas aggressiver. Daher auch der Rat zur BCG-Therapie. Gewünscht hätte man sich natürlich, dass die Nachresektion ohne Befund ist. So stellt sich die Frage, ob man nun zeitnah mit der BCG- oder alternativ Mitomycin-Therapie (Chemotherapeutikum) starten soll, sobald es die neuen Wunden zulassen, oder noch eine weitere Nachkontrolle bzw. sogar erneute Nachresektion macht. Die gute Nachricht ist m.E., dass der Tumor an Aggressivität verloren hat und nunmehr alles in der G1-Kategorie liegt, d.h. die Tumorzellen sind relativ gut differenziert. Das könnte dafür sprechen, statt mit BCG "nur" mit Mitomycin zu behandeln, dass allgemein als besser verträglich aber auch weniger wirksam angesehen wird.


    Was sagen denn die Ärzte, wie es weitergehen soll?


    Herzliche Grüße

    JoFo76

    Hallo Markus,


    herzlich willkommen bei uns im Forum!


    Ein ptA low grade ist das, was bei mir auch gefunden wurde, wobei Du natürlich extrem jung für ein Blasenkarzinom bist. Aber wie Du so schön schreibst: Gut, dass es so früh gefunden wurde und entfernt werden konnte. Das ist schon einmal das Wichtigste. Dennoch: Du hattest zwar ein low grade, aber immerhin im G2-Bereich. Damit bist Du in der "intermediate risk"-Einteilung nach EORTC (siehe auch: http://www.bladdercalculator.de/calculator.php). Oft wird low grade mit low risk verwechselt, was aber eben nicht das Gleiche ist. Aus der alten G1-G3-Abstufung wurde eine neue Zweier-Abstufung in low- und high-grade gemacht. Damit fallen die G2-Tumore teilweise in die eine, teilweise in die andere Kategorie. Die EORTC-Risk-Einteilung stellt noch auf die alten G2-Abstufung ab.


    Nach 6.5.2. der S3-Leitlinie (quasi der Goldstandard für die behandelnden Ärzte) müsste daher an sich eine weitere Behandlung als eine reine TUR-B (das ist die Blasenspiegelung unter Narkose, bei der Dir der Tumor entfernt wurde) empfohlen worden sein, in der Regel mit Mitomycin. Ist hier irgendetwas angesprochen worden? Evtl. meint der Arzt auch, dass wegen der low-grade-Einteilung nichts zu veranlassen ist, aber das würde eben nicht ganz den Leitlinien entsprechen und sollte begründet werden.


    Bitte achte aber auf jeden Fall auf regelmäßige Nachkontrollen in Form von Blasenspiegelungen. Gibt es hier schon einen Plan für Dich?


    Zu Deinen sonstigen Beschwerden: Ich glaube nicht, dass es hier einen Zusammenhang mit dem Blasenkarzinom gibt. Aber halte uns doch auf dem Laufenden, was das MRT ergibt.


    Dir alles Gute weiterhin!

    JoFo76

    Liebe Lilly,


    gerne mache ich Dir die Datei vom "Scinti" kleiner, wenn Du das willst. Schreib mir doch eine PN, dann finden wir einen Weg, wie Du mir die Datei schicken kannst (wenn e-Mail nicht geht, dann z.B. über wetransfer), ich mache die Datei kleiner, schicke sie zurück und Du kannst sie hochladen. Natürlich nur, wenn Du willst.


    LG

    JoFo76

    Liebe Kerstin,


    ich habe einmal kurz recherchiert und bin auf Folgendes gestoßen:


    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3114469/


    Ergebnis dieser Metaanalyse von 2011: Ja, es könnte einen Zusammenhang von HPV (insbesondere HPV16) mit Blasenkrebs geben. Dieser ist aber nicht so eindeutig wie bei HPV und Gebärmutterhalskrebs.


    Außerdem:


    https://ascopubs.org/doi/abs/10.1200/JCO.2019.37.7_suppl.362


    Ergebnis hier (2019): Es gibt einen Zusammenhang von HPV6 mit Blasenkrebs.


    Alles noch im Fluss und in der Untersuchung. Insbesondere, welcher Stamm nun welches Risiko erhöht. Es dürfte aber schon so sein, dass es einen Zusammenhang gibt. Natürlich aber keinen zwingenden.


    Liebe Grüße

    JoFo76

    Und schon wieder ist ein Nachsorgetermin rum. Wie schnell die Zeit vergeht. Auch heute wieder alles in Ordnung. Nächste Vorstellung nun in 9 Monaten.


    Leider ging es diesmal nicht mehr mittels PDD. Auch mein neuer Urologe hat nun kein PDD-taugliches Zystoskop mehr. Ich bin daher jetzt auf die Idee gekommen, die Kontrolltermine im Urologenwechsel zu machen. Beide bisherigen Urologen sind sehr gut und vielleicht sieht der eine etwas, was der andere übersehen hat. Und da ich kein CIS habe sondern "nur" ein ptA G1, kann ich auch mit der Weißlicht-Zystoskopie leben, obwohl mir PDD lieber wäre.


    Für heute bin ich jedenfalls glücklich, dass es vorbei und die Blase sauber ist :)

    Liebe Getuli,


    da Du auf jeden Fall einen oberflächlichen Tumor hast, würde ich mir keine Sorgen machen, wie lange Du noch zu leben hast. Wichtig ist, dass Du zunächst Deine eigene Diagnose kennen musst, um dann entsprechend zu handeln. Momentan ist das noch das große Fragezeichen bei Dir: Wie Du gemerkt hast, passt Diagnose pTa low grade und Therapievorschlag BCG nicht zusammen.


    Entweder hat die 2. TURB eine andere Diagnose als pTa low grade ergeben oder Du hast bei der Therapie etwas falsch verstanden. Für mich stellt sich schon die Frage, warum überhaupt eine 2. TURB durchgeführt wurde. War das eine Nachresektion oder ein "neue" TURB wegen Rezidivverdacht? Aber wie auch immer: Besorg Dir bitte den pathologischen Befund der 1. und der 2. TURB, worauf Du einen Anspruch hast. Nur damit kannst Du verstehen, ob die vorgeschlagene Therapie dann leitliniengerecht erfolgt. Wenn Du mit Diagnose und Therapie im Reinen bist, sorge dafür, dass die Therapie und die Nachsorge gut eingehalten werden. So bleibst Du auf der sicheren Seite.


    Herzlichen Gruß

    JoFo76

    Aber es beschäftigt mich doch sehr die Frage, ob man den Fallzahlen eines KH's oder der (menschlichen) Betreuung eine höhere Bedeutung beimessen soll. Denn vermutlich muss ich mich genau dazwischen entscheiden. Und da ich keine Angehörigen mehr habe (zumindest nicht näher als 500 km), sind für mich beide Aspekte von sehr großer Bedeutung.

    Ich hätte da eine ganz klare Priorität: Fallzahlen und Ruf des Krankenhauses gingen für mich vor, wenn es um eine Zystektomie ginge. Deine Gesundheit und die Qualität Deines weiteren Lebens hängen davon ab, wie gut die OP ausgeführt werden wird. Aber natürlich spricht dann viel dafür, über den Sozialen Dienst auch in dem nicht für seine Menschlichkeit bekannten Krankenhaus (wohl Uni-Klinik?) ein wenig vorzubauen. Denn die psychologische Seite ist und bleibt sehr wichtig - aber nur als Ergänzung zu einer gut durchgeführten OP. Die jedenfalls alles Gute, egal wie Du Dich entscheidest!

    Hallo Arno,


    ja, die Frage nach dem Warum ist eine, die sich sicher viele stellen. Ich auch. Ich bin Nichtraucher, lebe einigermaßen gesund, habe keine risikobehaftete Berufsgruppe, d.h. bin kein Maler, Friseur, usw. Außerdem war ich zu jung, wobei es immer jüngere Menschen trifft.


    Bei mir meinte der Chefarzt, das er auf eine Spontanmutation tippen würde, die leider vom Immunsystem nicht erkannt wurde. Das komme vor. Ob es stimmt, wer weiß. Es kann aber sein.


    Bei Dir kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Vernarbung der Niere mit dem Krebs etwas zu tun haben könnte. Narbengewebe entwickelt m.E. nicht häufiger Krebs. Es kommt eher auf die Verletzung davor an. Stoß- oder Rissverletzungen sind aber nicht tumorfördernd. Wenn überhaupt, so könnten einzelne Medikamente oder auch einzelne Chemikalien (Pestizide, Fungizide, Lösungsmittel, ...) eine Rolle spielen. Das alles ist aber Spekulation, die weder Dich noch mich weiterbringen werden.


    Im Ergebnis wollte ich sagen, dass ich Verständnis für Deine Frage habe, da sie auch mich nicht in Ruhe lässt. Eine Antwort wird aber leider kaum gefunden werden können.


    Herzliche Grüße

    JoFo76

    Mensch, das ist ja wirklich blöd. Ich finde, es gibt kaum etwas nervigeres als zu warten und dann auf den nächsten Tag verschoben zu werden. Leider aber nicht ganz untypisch in den Krankenhäusern. Wichtiger ist aber, dass die TUR-B und die Histo gut verläuft. Ich drücke die Daumen!

    Kati76 : Sehr gut, das ist auch die beste der denkbaren Vorgehensweisen. Mit "Chemo" hat er sicherlich die Mitomycin-Instillationstherapie gemeint. Mitomycin ist ein Chemotherapeutikum, das im Falle der Harnblasentumorprophylaxe aber ausnahmsweise nicht systemisch (über einen Venenzugang und damit den ganzen Körper betreffend) angewandt wird, sondern nur über eine Instillation innerhalb der Blase. Oder ein wenig einfacher: Mito = Chemo.

    Na, das ist ja eine echte Lücke in den Leitlinien. Überhaupt steht dort viel zu wenig zur Rezidivprophylaxe Habe schon gedacht, dass ich zu blöd zum Suchen bin. Danke Euch beiden, Rainer und Wolfgang, fürs Mitsuchen! Halten wir fest: Keine Regelung in den S3-Leitlinien, damit bleibt es der Erfahrung der Ärzte überlassen, wie sie damit umgehen.


    Angelika2311 : Ich würde bei einem erneuten Rezidiv(verdacht), der hoffentlich nicht mehr eintreten möge, auf einer Frühinstillation mit Mitomycin im Anschluss an die TUR-B bestehen. Außerdem würde ich zumindest diskutieren wollen, ob nicht sogar eine Mitmycin-Instillationstherapie sinnvoll wäre. Das ist aber meine persönliche Meinung und dient der Rezidivprophylaxe, d.h. der Senkung der Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Rezidiv bzw. der Verlängerung des Zeitraums bis zum erneuten Auftreten. Dir weiterhin alles Gute!

    Hallo Wolfgang wolfgangm ,


    vielleicht verstehe ich das hier nicht richtig, aber es ist doch so: Angelika hatte zunächst einen ptA G1, dann zwei (multifokal) Rezidive, ebenfalls pTa G1. Die Rezidive traten nach mehr als einem Jahr auf, was besser ist als innerhalb der Jahresfrist. Dennoch bleibt es bei multifokalen Rezidiven, was m.E. zu einer Einteilung in die intermediate-Kategorie führt (siehe auch bladder calculator).


    Grundsätzlich wäre m.E. eine Frühinstallation mit Mitomycin das Mindeste, was ich zur TUR-B verlangen würde. Bei multifokalen Rezidiven würde ich persönlich sogar eine Mito-Instillationstherapie vorschlagen. Ich habe gerade in den S3-Leitlinien versucht, dazu eine Aussage zu finden, was mir aber nicht gelungen ist.


    Liege ich hier falsch?


    Viele Grüße

    JoFo76

    Hallo Kati,

    auch von mir ein herzliches Willkommen!

    Bei mir war die Diagnose pTa G1 mit 39 Jahren. Therapie: TUR-B (ohne Nachresektion), Mito-Frühinstallation und danach schlicht und ergreifend die Nachsorge.

    Bis jetzt bin ich zum Glück rezidivfrei. Derzeit mache ich die Blasenspiegelungen im 6-Monats-Rhythmus.

    Wenn Du Fragen hast, dann immer raus damit.

    Herzliche Grüße

    JoFo76

    Ich lese hier ganz oft über die TUR. In meinem Fall wurde zwar eine Blasenspiegelung gemacht und dabei wurde Proben entnommen.

    Warum hat man dabei nicht die TUR vorgenommen? Oder geht das bei einem CIS grundsätzlich nicht?

    Das verstehe ich auch nicht! Meines Wissens ist die TUR-B unter PDD der erste Schritt jeder Therapie. Auch bei Cis. Ziel: Entfernung des gesamten Tumors. Nach Wundheilung sollte dann die BCG-Therapie starten. BCG soll Rezidive und eine Progression verhindern. Vielleicht hast Du etwas falsch verstanden?

    Ach, es gibt auch Statistiken über Rezidivraten der einzelnen Kliniken?
    Passiert das auf freiwilliger Basis? Denn solche Kliniken mit schlechteren Rezidivraten möchten das wohl kaum an die große Glocke hängen?

    Ich habe das mal gelesen als ich mich kurz nach meiner Diagnose mit der Rezidivrate eines pTa G1 unifokal beschàftigt habe. Die Werte gehen da extrem auseinander (irgendwas zwischen 25 und 75 Prozent). Es gibt hier keine Statistiken zu einzelnen Kliniken, sonder Studienauswertungen, die naturgemäß je nach Verfasser ihre. Schwerpunkt in einer bestimmten Uniklinik haben dürften. Für mich habe ich entschieden, dem bladder calculator noch am ehesten zu vertrauen, wobei auch hier zB keine Mitofrühinstallation einfließt.

    Liebes Forum,


    ich möchte hier gerne ein Thema anschneiden, über das ich gerade in einem anderen Thread nachdenken musste. Wie wichtig ist eigentlich die TUR-B bzw. welche Mühe sollte man sich machen, einen guten Operateur zu finden?


    M.E. ist eine gute erste TUR-B zumindest bei oberflächlichen Tumoren DER entscheidende Faktor.


    Warum neigen oberflächliche Karzinome zu so hohen Rezidivraten?

    Ich denke, das liegt daran, dass entweder mikroskopisch kleine Reste an der Operationsstelle zurückbleiben (Rezidiv an derselben Stelle) oder dass Tumorstammzellen (das ist mal einen eigenen Thread wert) nach der TUR-B frei in der Blase umherschwirren und sich neu festsetzen können (Rezidiv an einer anderen Stelle in der Blase).


    Warum denke ich das:

    1. Das erklärt zum einen, warum es so hohe Unterschiede in den Rezidivraten der unterschiedlichen Kliniken gibt.

    2. Bei allen anderen Tumorarten wird peinlich genau darauf geachtet, dass der Tumor "en bloc", d.h. im Ganzen, chirurgisch entfernt wird. Eben aus dem Grund, weil man nicht möchte, dass durch das Zerteilen Tumorzellen umherschwirren und sich somit im Körper verteilen.

    3. Die Mitomycin-Erstinstallation kann genau aus diesem Grund die Rezidivrate senken. Wenn es keine umherschwirrenden Zellen gäbe, bräuchte man auch kein Mito.


    Wenn man nun einen weniger erfahrenen Operateur erwischt, besteht die Gefahr, dass er nicht tief genug schneidet oder er den Rand nicht ganz erwischt. Das kann man dann auch nur teilweise durch eine Nachresektion in den Griff bekommen, weil sich die mikroskopisch kleinen Tumorstammzellen dann schon woanders eingenistet haben können.


    Am besten wäre m.E. daher die Entfernung en-bloc (Stichwort Cyber Knife) und unter PDD durchgeführt vom erfahrensten Operateur. Ich weiß, wir leben hier nicht im Wünsch-Dir-Was-Land. Aber man sollte das Optimum kennen, um dann bewusst Abstriche machen zu können.


    Gerade beim brandgefährlichen CIS sollte man möglichst nah am Optimum bleiben. Im Übrigen weiß man natürlich erst hinterher, welches Tumorstadium man hat. Umso mehr gilt aber, dass man sich im Vorfeld um eine optimale TUR-B bemühen sollte.

    Fallzahlen von 2016 findest Du hier:

    https://www.blasenkrebs-shb.de…6-Harnblasentumor-V13.xlt

    Wenn es das Klinikum Darmstadt ist und nicht das Alice Hospital Darmstadt, dann haben die immerhin 117 PDD-TUR-Bs in 2016 durchgeführt. Das ist o.k. Allerdings scheint Euer Urologe dort als Belegarzt zu operieren. Ob er hier über genügend Erfahrung verfügt, ist mir nicht klar. Das müsst Ihr in fragen und dann entscheiden, ob es passt. Und nur keine falsche Zurückhaltung: Bei Krebs müsst ihr auf das Ego des Urologen nicht Rücksicht nehmen. Da geht es um viel zu viel. Im Zweifel würde ich mich mit der Urologischen Abteilung des Klinikums in Verbindung setzen und um eine Beratung bitten.

    Vielleicht wurde jemand aus dem Forum in Darmstadt behandelt und kann Tipps geben?