Linkeinträge von "wolfgangm"

    Die Aufnahme bei uns ist unabhängig von der Konfession, Weltanschauung oder der finanziellen Situation. Unser Haus - ein heller, freundlicher Neubau - liegt in der Stadtmitte Dattelns, in unmittelbarer Nähe der Fußgängerzone. Im Haus befinden sich 8 wohnlich eingerichtete Einzelzimmer.
    Damit Sie sich bei uns heimisch fühlen, können Sie Ihr Zimmer mit persönlichen Dingen gestalten, z. B. Bildern, Lieblingssessel. Ein großzügiger Wohn-Ess-Raum steht für gemeinsame Mahlzeiten und gemeinschaftliche Aktivitäten zur Verfügung.


    Auf der überdachten Terrasse, im Strandkorb, im Garten oder dem angrenzenden Krankenhauspark kann die Natur genossen werden. Der "Raum der Stille" lädt zum Verweilen ein.



    In unserem multiprofessionellen Team sind fachlich und menschlich qualifizierte und engagierte haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen tätig. Unser gehobener Personalschlüssel macht es uns möglich, unsere Bewohner rund um die Uhr individuell zu versorgen. Wichtigster Bestandteil unserer Arbeit ist es, unseren Bewohnern die Zeit bei uns so angenehm wie möglich zu gestalten. Hierzu gehört eine gute, fachlich fundierte palliativ-pflegerische und —medizinische Betreuung ebenso wie die Berücksichtigung persönlicher Wünsche. Folgende Berufsgruppen machen unser Team aus:
    examinierte Pflegekräfte (mit Zusatzausbildungen), eine Sozialarbeiterin, geschulte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, Seelsorger, Reinigungskräfte, Hausmeister.

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  • Montag, 20. Februar 2012, 16:08


    Im Juli 2008 nahm ich meine neue Anstellung in Niedersachsen auf. Nach dem Tod meiner ersten Frau suchte ich den Neu - Anfang in Niedersachsen
    an der Küste. An meiner Seite, meine neue Lebenspartnerin und inzwischen seit drei Jahren meine Frau. Das neue Haus in Deichnähe war im Bau und
    bis Oktober 2008 hatte ich ein kleines Appartement angemietet. Das Haus bezogen wir am 25.10.2008 und eine Woche darauf, am 31.10.2008, fand
    unsere Hochzeit am neuen Wohnort statt.DSC_0427a.jpg Im neuen Unternehmen hatte ich mich gut eingefunden und alles sah danach aus, dass eine gute Zeit vor
    uns liegt.


    Trugschluß!!! Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat das Unternehmen wo ich beschäftigt war massiv betroffen. Meine Beschäftigung war nicht mehr
    gesichert und mein Ausscheiden zum 15.04.2009 stand fest. Die Freizeit aus Urlaub und Überstunden nutzte ich um mich um meine Gesundheit zu
    kümmern. Es gab seit einiger Zeit Probleme, die ich mehr und mehr verdrängt habe. Es kam dazu, dass ich Harndrang verspürte und danach
    sehr zügig die Toilette aufsuchen mußte um ein Missgeschick zu vermeiden.


    Termin beim Urologen Ende März 2009 zur Spiegelung. "Ich habe da etwas gesehen was mir nicht eindeutig erscheint." Das waren die Worte des
    Urologen nach der Spiegelung. Im Gespräch schlug er dann einen neuerlichen Termin zur stationären Aufnahme vor. Eine erneute
    Untersuchung unter Einsatz eines "Mittels" mit dem er das Innere der Blase deutlicher sehen und gleichzeitig Proben entnehmen kann. Den
    Begriff TUR-B kannte ich zu dieser zeit ebenso wenig wie Hexvix. Der 15.04.09 war mein letzter Arbeitstag und am 16.04.09 lag ich auf dem
    Tisch zur TUR-B. Auf dem neben mir stehenden Monitor konnte ich verfolgen was der Uro da in meiner Blase veranstaltet. Einerseits total
    spannend, auf der anderen Seite auch wieder beängstigend. Aufgrund der Spinalanästhesie war ich anschließend mit Katheder und Spülung auf
    meinem Zimmer und harrte der Dinge die da noch auf mich zukommen. Der Katheder an sich war neu und fremd für mich. Es war allerdings
    einleuchtend das die Spülungen durchgeführt wurden. Blut und Blutkoagel gingen dadurch ab. Während der dritten Nacht nach der TUR-B kam es zu
    einem Harndrang welcher eigentlich nicht entstehen durfte. Die Nachtschwester war zunächst ein wenig ungläubig, fühlte sich aber dann
    doch bewogen durch den Katheder "anzuspülen". Siehe da, nach dem dritten Anlauf löste sich das Koagel und ging ab. Welch eine Erleichterung.


    Nach knapp einer Woche durfte ich das gastliche Haus dann verlassen und mich in Geduld üben bis das Ergebnis der Gewebeuntersuchung vorliegt.
    Zehn Tage nach der TUR-B fragte ich telefonisch an und bekam zunächst den Urologen nicht ans Telefon. Erst in den Abendstunden gelang es mir ihn
    zu erreichen. Da er knapp in der Zeit war sagte er mir nur: "Ja da ist etwas, da ist Blasenkrebs." Ich solle am Dienstag der kommenden Woche (5
    Tage später) zu ihm kommen damit wir alles Weitere besprechen können. Relativ ruhig verließ ich mein Arbeitszimmer und ging hinunter zu meiner
    Frau. Ich sagte ihr: "Es ist Krebs." Dann zog es mir fast den Boden unter den Füßen weg und ich mußte zunächst hemmungslos weinen. Zu viel
    Niederschmetterndes hatte ich in den letzten Jahren in Zusammenhang mit dem Wort Krebs erlebt. In allen Fällen war es gleichbedeutend mit Tod.
    Die Tage bis zum Arztgespräch zogen sich quälend langsam hin.


    Zu dem Gespräch begleitete mich meine Frau und der behandelnde Urologe erklärte uns die Fakten. Carzinoma in Situ. "Ein auf der Oberfläche der
    Schleimhaut in der Blase liegender Tumor." Den kriegen wir mit einer Instillationstherapie in den Griff sagte er. Es sei zwar ein böser Tumor
    aber da er nicht in den Muskel eingedrungen ist würden sehr gute Aussichten auf gute Therapiemöglichkeiten bestehen. Ich bekam wieder
    Hoffnung; vertraute ich ihm doch so sehr. Die Behandlung sollte nach dem Abheilen der Blase Anfang Mai beginnen. Nun begann ich zu googlen. Ich
    las von der BCG Therapie. Der Urologe hatte zuvor von Mito gesprochen und dann auf BCG umgeschwenkt. So hatte ich mich über den Ablauf, die
    Wirkungen und Nebenwirkungen informiert und ging voller Hoffnung zu ersten Behandlung. Es war ein Desaster. Einerseits hatte ich heftige
    Schmerzen beim Einführen des Instillationskatheders und anderseits ist es mir nicht gelungen mit der Instillationslösung den Heimweg zu
    schaffen. Die erste sich bietende Möglichkeit am Straßenrand nutze ich aber da war es bereits passiert. Teilweise durchnäßt fuhr ich heim und
    war fix und fertig. Immer und immer wieder habe ich in der Folgezeit darauf hingewiesen mit welchen Begleiterscheinungen ich es zu tun hatte.
    Nur einmal während der Sechserserie war es mir möglich, den Zeitraum von zwei Stunden zu erreichen. Geblieben sind stets die Schmerzen
    während der Prozedur. Der Urologe war der Meinung ich wäre überempfindlich. In einem Fall hat der durchführende Pfleger abgebrochen
    weil heftige Krampfreaktionen die Instillation unmöglich machten. Nach Abschluß der Instillationsphase hoffte ich auf Linderung. Es wurde nicht
    besser. Anhaltende Schmerzen und Harndrang in immer kürzer werdenden Abständen. Alle 15 bis 30 Minuten rund um die Uhr. Es war inzwischen
    August und ich hatte mich hier im Forum registriert. Ich war total erschrocken davon was auf dem Sektor Blasenkrebs passiert. Welche
    Möglichkeiten es gibt und was eben auch nicht mehr geht. Es geht mir nie ganz aus dem Kopf warum ich die eindringliche Mahnung von Eckhard
    seinerzeit hinter die Aussage des Urologen gestellt habe. Es wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben und eine klare Antwort werde ich mir nicht
    geben können. Halbgötter in weiß? Fakt ist, dass ich bis Januar 2010 mit diesen Schmerzen und dem anhaltenden Schlafentzug in Folge des
    Harndranges gelebt habe. Eine neuerliche TUR-B um den 10. Januar 2010 brachte das niederschmetternde Ergebnis. CIS extrem rückläufig aber ein
    Muskelinvasiver Tumor am Blasenboden mit Befall der Harnröhre. Behandlung: radikale Zystektomie mit Anlage eine Conduits. Natürliche
    Harnableitung wegen des Befalls der Harnröhre ausgeschlossen!!!


    Terminvorschlag: Irgendwann im März.


    Erst als ich es nicht überhaupt nicht mehr aushalten konnte erfuhr ich in einem Telefonat mit einem Freund aus NRW von einem Ansprechpartner in
    Friesland. Ich griff zum Hörer und schilderte meinem Gesprächspartner meine Geschichte und meine Situation. Er riet mir, sofort nach
    Westerstede zu gehen und mich in der Ammerland Klinik mit Herrn Dr. Kolias in Verbindung zu setzen. Dies tat ich unverzüglich. Dr. Kolias
    hat mich wegen der übelsten Schmerzen direkt staionär als Notfall aufgenommen. Ich bekam Schmerzmittel und wurde am Folgetag einer
    neuerlichen TUR-B zugeführt. Leider konnte auch hier nichts mehr umgekehrt werden. OP Termin zur radikalen Zystektomie 25.02.2010.


    Staionäre Aufnahme am 22.02.2010 und das obligatorische Vorprogramm. Am 25.02.2010 wurde ich um 07.30h abgeholt und bin gegen ca. 16.00h auf der
    Intensivstation gelandet. Verkabelt und mit reichlich Schläuchen versehen lag ich dort und versuchte die Dinge einzuordnen. Fünf Tage und
    fünf Nächte verbrachte ich auf dieser Station und habe mehrfach gehadert mit diesem Schicksal. Es war irgendwie unwirklich und immer
    dachte ich: "Dieser Alptraum muß doch mal vorbei sein". Es hat sehr viel Geduld und Zuspruch durch meine Frau bedurft bis ein erster Funke des
    neuen Lebenswillens aufkam. Allerdings wurde dies immer wieder von Rückschlägen unterbrochen. Mal waren es schlechte Blutwerte, mal hatte
    sich Flüssigkeit in der Wundhöhle angesammelt und mußte punktiert werden, dann traten Probleme mit der Wundheilung an der Narbe auf und es
    mußt erneut genäht werden usw., usw. In dieser Zeit bin ich in ein ganz tiefes psychisches Loch gefallen und kam einfach nicht mehr heraus.
    Selbst eine simple Aussage während der Visite zu den Blutwerten hat ausgereicht Weinkrämpfe bei mir auszulösen. Abläufe wie sie mir in
    meinem ganzen Leben zuvor fremd gewesen sind. Immer habe ich mich jedem Problem gestellt und damit auseinandergesetzt. Dazu war ich nun nicht
    fähig. Eine der mich betreuenden Krankenschwestern kam daher während der Spätschicht zu mir und fragte mich, ob ich nicht einmal mit der
    Psychologin der Klinik reden wollte. Ich solle mir das mal durch den Kopf gehen lassen und ihr meine Entscheidung in den nächsten Tagen
    mitteilen. Da ich selbst keinen Weg gefunden habe aus diesem Loch wieder herauszukommen bat ich um einen Termin bei der Psychologin. Diese
    Gespräche haben mir geholfen. Sie hat es verstanden, mich zu mobilisieren. Mit rückhaltloser Offenheit haben wir Gespräche geführt
    und erst im Nachhinein habe ich registriert, dass sie an vielen Punkten kleine Provokationen ausgeübt hat. Sehr subtil aber auch sehr wirksam.
    In meiner Situation wohl ein Weg der in die richtige Richtung ging.


    Sechs Wochen nach meiner staionären Aufnahme konnte ich am 1. April 2010 das Krankenhaus verlassen. Bei 1,82m Körpergröße brachte ich noch 67 kg
    auf die Waage und war physisch doch sehr wackelig beieinander. Selbst die Fahrt über 60 km als Beifahrer hat mich erschöpft. Daheim angekommen
    ging ich direkt ins OG und legte mich hin. Nach ca. zwei Stunden bin ich aufgewacht und wollte nun wieder ins Erdgeschoss gehen. An der
    Treppe zitterten meine Beine dermaßen heftig, dass ich mich auf den Hintern gesetzt habe und bin Stufe um Stufe auf dem Hosenboden nach
    unten gekommen. Es war erschreckend für mich wie sehr die Physis abgesackt war. Das wurde aber dann von Tag zu Tag besser. Ich begann
    damit die Anforderungen an meinen Körper wieder zu steigern. Langsam aber stetig. Mir blieben neun Tage um wieder die Klinik anzusteuern. Am
    12.04.2010 wurde der Port implantiert und am 13.04.2010 begann der erste Zyklus meiner Chemotherapie. Diese erstreckte sich über knapp vier
    Monate und wurde im August beendet. Nun gehöre ich wohl zu den Wenigen die diese Prozedur mit eher mäßigen Nebenwirkungen überstanden haben.
    Jeweils nach der Verabreichung des Cisplatin vergingen zwei Tage und ich "hing in den Seilen." Schlapp, müde, unwohlsein, erhöhte Temperatur.
    Zumeist war das aber nach zwei weiteren Tagen verschwunden. Der Verlust der Haare war grenzwertig. Kurz bevor ich mich entscheiden wollte den
    Rest abscheren zu lassen riet mir der Onkologe davon ab. "Es wird jetzt keinen weiteren Haarverlust geben" sagte er. Die anfänglich heftigen
    Verdauungsprobleme hatte ich ebenfalls überwunden. Zwischenzeitlich während der Chemotherapie wurde auch der Verkauf des von uns neu
    gebauten Hauses in Niedersachsen unter Dach und Fach gebracht und es stand die Planung für die Rückkehr nach NRW auf dem Programm.
    Wohnungssuche und Auswahl eines Spediteurs waren die nächsten Schritte. Mehrfach fuhren wir nach NRW zu diversen Besichtigungen; kamen aber
    jeweils enttäuscht wieder zurück. Unmittelbar nach der Rückkehr von solch einem Termin ging ich ins Netz um erneut die Suche aufzunehmen.
    Eine Stunde später hatte ich für ein passendes Objekt einen Besichtigungstermin vereinbart und es ging wieder in Richtung NRW. Es
    war so weit in Ordnung, die größe war ausreichend und der optische Zustand o. K. Noch an diesem Tag wurde der Mietvertrag unterzeichnet.
    Ein gut organisiertes Speditionsunternehmen aus der Region wurde gefunden und nach Aufnahme aller Daten und Fakten von uns beauftragt.
    Ein neuer Abschnitt in unserem Leben hatte begonnen. Da, wo wir den Lebensabend verbringen wollten in einem neuen Umfeld und einem neuen
    Heim mußten wir nun nach weniger als zwei Jahren Abschied nehmen.


    Alles war organisiert und geregelt für den Umzug. In der Klinik stand die Abschlussuntersuchung an. CT, Röntgen, Labor, Sono, einfach alles
    was geht. Über einen ganzen Tag verteilt wurde ich von einer Untersuchung zur nächsten gereicht um nach einer Woche das
    Abschlussgespräch mit den Medizinern zu führen. Nach dem Stand der Untersuchungsergebnisse waren sie zufrieden und haben mich mit allen
    guten Wünschen entlassen. Lediglich die gestaute, rechte Niere sei derzeit problematisch. Aus Gründen der Sicherheit wurde ich noch einmal
    in die Urologie geschickt. Nochmals Sonographie. Es gab eine Überlegung zum Legen einer Schiene. Letztlich wurde davon Abstand genommen weil es
    nicht wirklich erfolgversprechend sei. Erst wenn es Probleme mit dieser Niere geben sollte muß gehandelt werden. Vermutlich werde ich sie dann
    verlieren. Inzwischen ist es August geworden und der Umzugstermin stand fest.


    Am 13.09.2010 gegen 13.00h haben wir uns auf den Weg gemacht um Niedersachsen wieder zu verlassen und in die Heimat nach NRW
    zurückzukehren. DSCI0109.jpgAm späten Nachmittag kamen wir an und verbrachten den Abend mit und die Nacht bei den Kindern. So mußten wir nicht in ein
    Hotel gehen und hatten die Familie um uns. Am Folgetag früh um 07.00h waren wir an unserer neuen Wohnung und nur wenige Minuten später kam
    auch der Möbelspediteur an. Es ist schon erstaunlich, wie schnell und zügig das bei solchen Fachleuten abläuft. In der Mittagszeit war alles
    an Ort und Stelle. Die Küche und das Schlafzimmer hatten wir bereits im Vorfeld neu beschafft und diese Möbel standen fix und fertig als wir
    angekommen sind. Wir konnten essen, trinken und schlafen. Das Auspacken der Kartons hat sich dann über einige Tage hingezogen und dann waren wir
    wieder da. Einwohnermeldeamt und KFZ-Ummeldung standen ebenso auf der Liste wie Meldung bei der Krankenkasse bzw. beim Arbeitsamt. Ich war
    nach 78 Wochen ausgesteuert. Meine Frau allerdings hatte sich stets arbeitssuchend gemeldet und tat dies auch hier wieder. Ein
    mitleidsvoller Blick des Sachbearbeiters traf uns als er fragte, was wir denn wohl möchten. Arbeit war die klare und deutliche Aussage. Sein
    Blick wurde noch mitleidvoller. Ich war 59 Jahre alt und meine Frau 57 Jahre alt. Während er meiner Frau eine Liste von diversen
    Personaldienstleistern gab, verwies er mich nach Gelsenkirchen. Dort werden schwerbehinderte, ältere Arbeiteitsuchende betreut sagte er. Wir
    fuhren heim. Meine Frau begann damit, sich zu bewerben und ich hilte mir einen Termin. Diesen bekam ich recht zügig und fuhr dort hin. Es war
    einfach nur erschreckend. Ich war gelandet in einem Sammeltopf von Gestrandeten. Den Menschen die mir zunächst begegneten sah man auf den
    ersten Blick an, dass sie nicht "auf Rosen gebettet" sind. Ebenso konnte man einigen ansehen, dass sie sich mit diversen Mittelchen in eine
    Traumwelt retten. Abgerundet wurde dieses Bild von einer recht hohen Präsenz von Sicherheitskräften. Mit diesem Eindruck betrat ich diese
    Behörde und suchte die für mich zuständige Sachbearbeiterin auf. Ich durfte Platz nehmen und die Dame studierte meine vor ihr liegende Akte.
    Auch sie stellte mir die Frage, was ich wohl möchte. Meine Antwort war die gleiche wie beim ersten Besuch. "Ich möchte, dass Sie mir helfen,
    wieder Arbeit zu bekommen." Daraufhin sagte sie mir: "Sie können doch gar nicht mehr arbeiten." Ich konnte mir die Frage nicht verkneifen
    wieviel Semester Medizin mit dem Schwerpunkt der Urologie sie denn absolviert hat da meine Urologin schon der Meinung sei, ich könne
    durchaus wieder meinem Beruf nachgehen. Allerdings unter den Erkenntnissen einer Belastungserprobung. Vehement hat sie sich gesträubt
    und mir mitgeteilt, sie würde ein amtsärztliches Gutachten erstellen lassen. Damit war mein Termin beendet. Etwa zwei Wochen später rief mich
    eine Ärztin des medizinischen Dienstes der Agentur für Arbeit an und stellte einige Fragen nach meinem "Befinden". Wahrheitsgemäß habe ich
    geantwortet und den poisitvien Verlauf meiner Genesung geschildert. Sie bedankte sich und legte auf. Widerum einige Tage danach war ich
    einbestellt nach Gelsenkirchen. Die Sachbearbeiterin händigte mir die gutachterliche Aussage der Arbeitsfähigkeit aus und hat mich angewiesen,
    zwei Bewerbungen im Monat nachzuweisen. Sie murmelte etwas wie: "Dienst nach Vorschrift". Meiner Tasche entnahm ich die letzten 10 Bewerbungen
    eines Monats und legte sie auf den Tisch. Das hat sie kurz überflogen und gesagt es reichen zwei. Bevor ich ging sagte sie noch, ich könne mir
    ja mal Gedanken darüber machen, in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen. Als Schwerbehinderter könne ich das ja. Dem konne ich nur
    entgegenhalten, dies zu wissen aber nicht zu wollen. Ich habe 44 Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt und erwarte nun die
    Unterstützung. Nicht ausschließlich in Euro sondern auch bei der Integration. In der Zwischenzeit hatte meine Frau bereits wieder eine
    Anstellung und weilte in Süddeutschland zur Einarbeitung. Zeitgleich hörte ich von der Insolvenz des Unternehmens wo ich bis
    Juni 2008 tätig gewesen bin. Zwei ehemalige Mitarbeiter hatten den Entschluß gefasst, anstelle der Arbeitslosigkeit eher die
    Selbstständigkeit zu wählen. Ein KFZ - Technikermeister und ein KFZ - Systemtechniker. Das Objekt wo sich sich niederlassen wollten kannte ich
    aus meiner aktiven Zeit; hatte ich dies doch 2004 selbst für meinen damaligen Arbeitgeber angemietet. Nachdem der Schnee im Februar 2011 auf
    dem Rückzug war nutzte ich die freie Zeit um nach Bochum zu fahren wo die beiden Männer schon sehr aktiv waren. Mitten in der Gründungsphase
    stieß ich dazu.DSCI0541.jpg Es war eine große Freude als wir uns sahen. Auch die Freude, dass es mich noch gab. Nach wenigen Gesprächen sagten die Beiden
    zu mir: "Sie könnten wir jetzt gut gebrauchen." So nahm das Schicksal seinen Lauf. Ein Telefonat mit der Agentur für Arbeit, ein Antrag auf
    Zuschuss zu den Lohnkosten und schon konnte ich meinen eigenen Anstellungsvertrag fertigen. Am 15.03.2011 bin ich wieder zurückgekehrt
    in das Arbeitsleben. So ist es alles wieder beinahe normal.


    Inzwischen sind achtzehn Monate vergangen und nach wie vor übe ich meinen Beruf aus. Zugegeben, die vierzig Kilometer in der Frühe und die
    gleiche Distanz am späten Nachmittag setzen mir inzwischen doch mehr zu als ich mir zunächst eingestehen wollte. Stau am Morgen und Stau am
    Abend; das ist nicht mehr mein Ding. Um dies einigermaßen zu umgehen, stehe ich in der Frühe um 05.30h auf, bin gegen 06.45h auf der Autobahn
    und trete gegen 17.30h den Heimweg an. Diese Differenz von zwölf Stunden ist mir einfach zu lang. So bin ich gedanklich dabei, mich aus dem
    aktiven Arbeitsleben zu verabschieden. Für 2013 habe ich das auf meinem Plan. Allerdings möchte ich nicht so ganz die Hände in den Schoß legen.
    Zwei, drei Tage in der Woche, jeweils vier bis sechs Stunden das ist mein Ziel. Viele kleine Unternehmer suchen derzeit nach kaufmännischer
    Unterstützung außerhalb der Vollzeitbeschäftigung. Das ist die Lücke in die ich gehen möchte. Zuvor allerdings werde ich Sorge tragen, dass in
    dem Betrieb wo ich jetzt tätig bin eine gute Nachfolge implantiert wird. Ich denke da an einen Azubi den ich in einer Übergangsphase noch
    begleiten könnte.


    8. Okotber 2012


    In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages ist Ulla ("Hexe") verstorben. Nicht der Krebs hat dazu geführt sondern eine OP bei der ein
    Stein entfernt werden sollte. Ich habe Ulla niemals persönlich kennengelernt und bin über mich selbst erstaunt, wie nahe ein Mensch
    sein kann den man "nur" aus einem Internetforum kennt. Es macht mich betroffen und es ruft Beklemmungen hervor. Seit mehr als drei Jahren bin
    ich als Betroffener Mitglied in diesem Forum. Jeder Todesfall ist dazu geeignet zu trauern und Anteil zu nehmen. Ist es doch eine der
    heimtückischten Krankheiten mit der man es überhaupt zu tun haben kann. Ulla hatte dies weitestgehend überwunden und stellte sich selbstlos in
    den Dienst des Forums. Mit unglaublicher Kompetenz, Disziplin und auch mit großer menschlicher Wärme stand sie jedem hier, und ich meine
    wirklich jedem, zur Seite. Unabhängig davon, ob es rein fachlich fundiert oder einfach nur menschlicher Zuspruch gewesen ist. Ulla war
    präsent. Es wird erst in der vor uns liegenden Zeit erkennbar werden, was wir verloren haben. Alle Moderatoren bringen unendlich viel ein in
    dieses Forum und engagieren sich großartig. Dennoch hat sich eine große Lücke aufgetan. Wir sind nun alle gefordert, dem Rechnung zu tragen.
    Eine solche Funktion ist nicht einfach austauschbar. Im Sinne von Ulla, so denke ich, sind wir alle gefordert den gemeinsamen Versuch zu
    unternehmen, diese Lücke zu schließen. Ich kann an dieser Stelle nicht weiterschreiben weil es mir einfach nicht möglich ist. Ulla ist mein
    Jahrgang 1951.


    18.12.2012


    Dezember 2012, wenige Tage vor den Weihnachtsfeiertagen. Meine, erstmalig nach sechs Monaten, Nachsorge Untersuchung bei der Urologin
    liegt ebenso hinter mir wie die vierteljährliche Kontrolle meines Diabetis Typ II. Für die Nachsorge steht am 27.12.2012 um 08.00h eine
    MRT auf dem Programm. Es bleibt abzuwarten, mit welchem Kreatininwert ich aktuell bewertet werde. Dazu dient auch die Blutentnahme bei der
    heutigen Diabetis Kontrolle. am 04.12.12 lag der Wert bei 1,38. Nach meinem derzeitigen Befinden denke ich, dass da keine gravierende
    Veränderung im Raum steht. Der Radiologe wird daher vermutlich auf das Kontrastmittel verzichten müssen. Daher gab die Urologin schon auf der
    Überweisung den Hinweis: "Vergleich mit MRT aus 12/2011". Auch da konnte kein Kontrastmittel verabreicht werden. Es geht mir gut und das ist
    wichtig.


    23.12.2012


    Der Tag vor dem heiligen Abend, 4. Advent. Weihnachten steht vor der Tür und so recht kommt keine Weihnachtliche Stimmung auf. Vor einer Woche
    kamen zwei Dinge zusammen, die mir doch wieder Sorgen bereiten. Dabei ist der gebrochene Arm meiner Mutter (morgen wird sie 87 Jahre alt) das
    Überschaubare. Die Hiobsbotschaft zu unserem Sven (35) ist da schon heftiger. Der Hodenkrebs von 2011 hat sich zurückgemeldet. Nun geht es
    über die Lymphknoten. Eine Woche voller Vorbereitungen, Untersuchungen und Planungen ist zu Ende. Am 07.01.2013 wird sehr früh am Morgen im
    Uniklinikum Essen ein Port eingesetzt und noch am gleichen Tag beginnt die Chemotherapie. Fünf Tag stationär, danach erst täglich ambulant bis
    Tag 16. Dann Ruhepause bis Tag 21. Danach geht es wieder von vorne los. So weit es geht, werden wir den Kindern zur Seite stehen und ihnen den
    Rücke freihalten. Es wird eine schwere Zeit für alle, besonders für unseren kleinen Sonnenschein; sie wird nicht ganz verstehen können warum
    ihr Papa in die Klinik muß. Für sie ist er ja nicht krank. Es hat gut getan, die Mail von der Übergabe der Spende des Forums zu lesen. Wie
    schwer muß es sein, diese kleinen Menschen über die "Brücke" zu geleiten. Unendlich viel Hochachtung für die Menschen, die hier
    helfen.........


    27.12.2012


    Weihnachten war gestern, MRT heute. Punkt acht Uhr in der Radiologie wurde ich aufgerufen und in die Kabine geleitet. Nach Sichtung meiner
    Überweisung und der Laborwerte erfolgte zwischen der MTA und dem Arzt eine kurze Rücksprache bezüglich des Kontrastmittels. Kreatinin am
    04.12. und am 18.12.2012 bei 1,38 und damit wurde auf das Kontrastmittel verzichtet. Also MRT pur wie im Dezember 2011. Anschließend Gespräch
    mit dem Arzt. Keine sichtbaren Veränderungen, keine Raumforderungen. Alles im grünen Bereich das waren seine Aussagen. Puuhh bin ich wieder
    einmal erleichtert.


    03.01.2013


    2013, ein neues Jahr hat begonnen. Ein Jahr in dem ich in gut sechs Woche meinen dritten "Geburtstag" begehen kann. Drei Jahre werden es
    dann sein, von denen ich zeitweise nícht geglaubt habe, sie erleben zu dürfen. Nun, da ich das Glück auch nicht überreizen möchte, wird es mein
    letztes Jahr im aktiven Berufsleben sein. Knapp zehn Monate werden vergehen bis zu dem Tag wo ich dann sage: "Das wars, 47,5 Jahre sind
    genug." So ging es mir eben durch den Kopf, dass es der letzte Jahresabschluß einer GmbH ist den ich zurzeit begleite. Es werden wohl
    noch viele letzten Dinge sein die ich zu erledigen habe. Doch innerlich habe ich damit meinen Frieden gemacht. Der Blick geht schon wieder sehr
    oft in Richtung Urlaub. Der Sommerurlaub ist gebucht und ich kümmere mich jetzt noch um das Frühjahr und den Herbst. Ich geniesse das wie nie
    zuvor. Früher hatte ich im Urlaub ständig das Handy am Mann und den Laptop in der FeWo. Das habe ich hinter mir gelassen. Nicht mehr 365
    Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag für die Arbeit. Dazu ist das Leben einfach zu kurz.


    08.01.2013


    Das Jahr 2013 fängt nicht gut an. Jetzt, wo ich mich entschieden habe, so langsam in den Ruhestand zu wechseln, hat es mich in der Frühe
    erwischt. Eine Dame, die wohl ihren Nachtschlaf noch nicht beendet hatte, hat mich kurz vor dem Betrieb aus dem Kreisverkehr geschossen.
    Ungebremst und ohne jede Reaktion ist sie mir in die rechte Seite gebrettert. Nun ist vermutlich ein weißes Auto mit allen verfügbaren
    Beleuchtungseinrichtungen sehr schwer zu erkennen. So sitze ich jetzt an meinem Schreibtisch und warte auf den Sachverständigen. Es ist nicht
    der Kotflügel der mir Sorge macht sondern das Rad an der Vorderachse rechts. Das hat sie wohl als Zieleinschlag gewählt. Sollte da an den
    Aufhängungen was einen Knack bekommen haben werde ich damit die Heimfahrt heute nicht mehr antreten. Da muß wohl ein Leihwagen her. Es
    ist schon so, das muß ich mir auf Dauer nicht mehr antun. Jeden Morgen und jeden Abend abertausende von Autos unterwegs die natürlich alle zum
    Job müssen. Ich glaube, ich muß nicht mehr.


    14.01.2013


    Heute habe ich meine Entscheidung zum Wechsel in den Ruhestand im Unternehmen bekannt gemacht. Nun werde ich bemüht sein, meine Nachfolge
    zu implantieren und dem Unternehmen einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Es war schon ein Moment, der mich bewegt hat. Dennoch
    bleibe ich zuversichtlich was meine weitere Planung angeht.


    18.02.2013


    Es sind nun mehr als vier Wochen vergangen, in denen ich keinen Eintrag hier vorgenommen und auch kaum einen Beitrag im Forum kommentierte.
    Genau heute in einer Woche jährt sich zum dritten mal der Tag, der mein Leben so massiv verändert hat. Dieser Tag hat dazu geführt, dass ich
    leben darf. Seit der neuerlichen Erkrankung von unserem Jungen sind es doch sehr oft eher negative Gedanken die mich beschleichen. Mir stellt
    sich vereinzelt die Frage, ob es das alles Wert gewesen ist. Der Wunsch, für meine Frau da zu sein, ihr zur Seite zu stehen ist derzeit das
    wichtigste Argument für mich.


    04.04.13


    Unser Junge ist zurück aus der Reha. Chemotherapie und Reha sind beendet. Anfang Mai erfolgt eine neuerliche CT. Von diesem Ergebnis wird
    es abhängen ob eine OP erfolgen wird und muß. Es reißt aber einfach nicht ab. Gestern in den Abendstunden wurde ich informiert, dass mein
    nächst älterer Bruder (64) mit einem Nierentumor in der Klinik liegt. Eine präzise Diagnose kenne ich noch nicht. Aussage: "Der Tumor hat
    schon gestreut."


    Nachtrag 06.04.13


    Gegen 19.45 wurde ich telefonisch über den Tod meines Bruders informiert.


    20.05.13


    Sechs Wochen sind vergangen seitdem wir meinen Bruder bestattet haben. Drei Wochen sind vergangen seitdem unser Junge aus der Reha zurück ist.
    Die CT in der vorletzten Woche hat ergeben, dass der ursprünglich verdächtige Lymphknoten kleiner geworden ist. Ein anderer allderings hat
    sich auffällig gezeigt. Nun warten wir wieder aus ein Ergebnis. Es wurde eine nuklearmedizinsche Untersuchung durchgeführt. Ergebnis wird
    am Mittwoch vorliegen.


    03.06.13


    Es sieht gut aus bei unserem Jungen keine aktuelle Gefährdung und wir sind unendlich erleichtert. Bei meinem heutigen, halbjährlichen
    Nachsorgetermin gab es keine Auffälligkeiten. Lediglich Kreatin wieder ein wenig höher als beim letzten Termin vor sechs Monaten. Das geht mal
    etwas rauf und dann wieder runter. Alle anderen Werte sind i. O. CT ist anberaumt und dann geht es in einem Monat ab in den Urlaub. Zwei Wochen
    Sylt stehen an und ich hoffe nach wie vor auf ein wenig besseres Wetter. Für die von mir beantragte REHA steht am 11.06.13 eine gutachterliche
    Untersuchung an. Ich denke, man wird versuchen die abzulehnen weil ich ja nach dem Urlaub meinen Antrag auf Altersrente stellen werde. Abwarten
    was der "Gutachter" befindet.


    11.08.2013


    Nach einer Auszeit von zwei Monaten nun mal wieder eine Aktualisierung. Ein großartiger Urlaub auf Sylt liegt hinter uns und am 07.09. werden
    wir erneut für eine Woche dort Urlaub machen. Meine Reha wurde bewilligt aber ich habe sie im Hinblick auf den geplanten Urlaub und den
    bevorstehenden Eintritt in den Ruhestand dankend abgelehnt. Nun ist es amtlich, der Rentenbescheid liegt mir vor und ab dem 01.11.2013 werde
    ich dem Ruhestand frönen. Um meinem Leben dann trotzdem eine Struktur zu geben werde ich mich wohl im dörflichen Bereich ein wenig engagieren.
    Z. B. in einen "Altenheim" gibt es oft Menschen, die mit dem Behördenkram an ihre Grenzen stoßen. Da kann ich vielleicht hie und da
    eine Hilfe anbieten. Oder, ein Bekannter betreibt einen Obst- und Gemüsehandel, und überlegt, ob wir den älteren Menschen im Dorf die
    Waren vielleicht ins Haus bringen können. Das sind Dinge wie ich sie mir vorstelle. Nicht mehr täglich von früh bis spät aber dennoch sinnvoll
    eingesetzte Zeit.


    12.10.2013


    Es verbleiben noch wenige Tage bis das Ende der beruflichen Zeit erreicht sein wird. Gerade gestern wurde mir wieder klar, wie sehr ich
    dem nun entgegen sehe. Stau auf der Autobahn am Morgen und dann auch wieder am Abend. Dazwischen die permanenten Wechsel in den
    Arbeitsaufgaben. So reizvoll es auch ist vielseitig zu arbeiten so merke ich aber auch wie anstrengend so eine Woche sein kann. Am Abend bin ich
    so ausgepumpt, dass ich nicht mal mehr den Rechner hochfahre um nach Mails zu schauen oder gar ins Forum zu blicken. Der Tag beginnt um
    05.20h und zumeist bin ich erst gegen 18.00 wieder daheim. Die Wochenenden dienen ausschließlich der Erholung und dieser Sommer hat uns
    viele Möglichkeiten geboten. Sylt war auch im September wunderschön und ist bereits für 2014 wieder auf unserem Plan. Tja, am 08.10. ging auch
    mein Gedanke an Ulla. Ein Jahr ist schon wieder vergangen. Ja, so schnell vergeht die Zeit. In meinen Gedanken wird sie aber immer diesen
    hohe Stellenwert behalten den sie während unserer gemeinsamen Zeit in diesem Forum erlangt hat. Hohe fachliche Kompetenz gepaart mit einer
    unendlich warmen und menschlichen Nähe.


    30.10.2013


    Meinen letzten Arbeitstag habe ich hinter mir. Der morgige Tag gilt als Urlaub und dann beginnt der neue Abschnitt als Rentner. Es war sehr
    emotional beim Abschied. Kollegen, Freunde, Geschäftsleitung, Kunden und Vertreter von Partnerunternehmen waren über den Tag verteilt "meine"
    Gäste. Ein wichtiger Schritt war das


    13.11.2013


    Seit nunmehr zwei Wochen gehe ich nicht mehr meinem Beruf nach und "arbeite" so nach und nach die Dinge ab, die auf meinem "Zettel" stehen.
    Alles mit der Ruhe und Gelassenheit die mein neues Zeitpotential mir bietet. Es ist gut so wie es ist. Ich stehe zwar nach wie vor gemeinsam
    mit meiner Frau um 05.20h auf und wir trinken gemeinsam Kaffee bevor bei ihr der berufliche Alltag beginnt. Ich erledige im Vormittagsverlauf
    die Einkäufe und nutze diese Zeit damit persönliche Kontakte zu den Einzelhändlern im Dorf herzustellen. Das Einkaufszentrum meide ich
    weitestgehend. Es ist mir zu unpersönlich und die angebotenen Waren sind mir zu sehr mit der Massenproduktion verknüpft. Da lobe ich mir unseren
    Fleicher, den Bäcker und die Landwirte mit ihren Hofläden. Wenn ich zum Beispiel die freilaufenden Hühner sehe kaufe ich dort gern die Eier.
    Auch wenn auf einem anderen Hof eine wirklich überschaubare Zahl an Schweinen gehalten wird und gerade jetzt zu dieser Zeit dort
    geschlachtet wird, dann macht das Einkaufen mir Freude. Es sind Tierhaltungen zum Nutzen von Menschen das ist klar. Doch die Form in der
    sie gehalten werden entspricht am ehesten meinen Vorstellungen. Es muss ja auch wirklich nicht täglich Fleisch serverit werden.


    Zwischenzeitlich kann ich als Opa aktiv sein und mich um meine Enkeltochter kümmern. Als sie am Montag fieberte und sie nicht in die
    Kita gehen konnte, da war der Opa vor Ort. Das hat ihr so gut gefallen, dass ich sie gestern wieder abholen sollte. Auch das habe ich mit großer
    Freude getan. Es ist schön, wenn man sich die Dinge so einteilen kann, wie man es möchte.


    30.12.2013


    Das Jahr 2013 wird in wenigen Stunden Geschichte sein und 2014 wird beginnen. Was wird es bringen? Was hat das Schicksal vorgesehen? Allzu
    oft hat man sich zum Jahreswechsel Gesundheit gewünscht aus Gewohnheit. Heute ist es wirklich das bestimmende Element. Nichts ist wichtiger,
    nichts wertvoller.


    28.08.2014
    Dank der Unterstützung von Rainer kann ich hier weiter berichten, Dafür danke ich ihm besonders weil beinahe alle Wünsche diedas Forum betreffen bei ihm landen und besondes dafür, dass er manchmal Unmögliches möglich macht.


    Nun sind beinahe acht Monate vergangen seit meinem letzten Eintrag an dieser Stelle. Es war wieder eine Zeitspanne die von Besonderheiten geprägt war. Der Winter ging zu Ende und mit einem Kurzurlaub in Bad Dürkheim wollten wir ins Frühjahr gehen. Der Reisetermn war für den letzten Samstag im März geplant, die Unterkunft in einem Weingut gebucht. Es war der Freitag vor unserer Abreise als ein Schreiben vom hiesigen Screening Center alles ins Wanken brachte. "....eine Auffälligkeit festgestellt und dies erfordert eine kurzfristige, weitergehende Untersuchung......." In diesem Moment zog es mir ein wenig "die Beine weg". Etwa 30 Minuten habe ich gebraucht, um das in eine Ordnungsreihe zu kriegen. Ich griff zum Hörer und telefonierte mit der Ärztin aus dem Screening Center. Nein, es hat diese Woche ihres Urlaubs Zeit. Am Montag nach der Rückkehr aus dem Urlaub stand der Termin in Gelsenkirchen an. Sono und Überweisung an die Klinik für die Biopsie. Nur einen Tag nach der Biopsie kam der Anruf, dass die OP erforderlich ist. Das Kopfkino ging mal richtig ab. Dennoch, diesmal habe ich den kühlen Kopf bewahrt und gehandelt. Nur eine Stunde nach der Information über den Befund hatte ich in einer mir empfohlenen Klinik in Duisburg einen Termin für die stationäre Aufnahme. In dem dort angesiedelten Brustzentrum ging alles, abert wirklich alles Mustergültig von Statten. Vorgespräch, Voruntersuchung, Auklärung und Narkosegespräch alles mustergültig. Nur zwei Tage nach dem Eingriff durfte meine Frau die Klnik verlassen und drei Tage später wurde das Gespräch über die Nachsorge geführt Das Ergebnis war eine Strahlentherapie von 28 Einheiten und eine Antihormontherapie die wohl auf fünf Jahre ausgelegt ist. Ziemlich genau zum Ende der Strahlentherapie zeigte sich bei mir ein Problem mit der einzigen noch arbeitenden Niere und so durfte ich die Klinik aufsuchen. Es war ein "Tagesgastspiel". Die Ärzte wollten versuchen, durch mein Stoma (Sigma-Conduit) den Eingang vom Harnleiter der linken Niere zu finden um unterhalb der Niere eine Kontrastmitteluntersuchung durchzuführen. Erfolglos. Das Sigma ist extrem "faltig" und die Herren konnten den Weg nicht finden. So konnte ich noch am gleichen Tag die Klinik verlassen. Aufgrund keiner akuten Beschwerden hat man davon abgesehen, weitere Untersuchungen oder einenSplint setzen, abgesehen. Es geht mir wieder gut. Meine Frau hat am 11.08. die Abeit wieder aufgenommen weil sie nicht aus dem Krankenstand direkt in den Urlaub gehen wollte. Das kam ihr einfach zu blöd vor und widersprach ihrer Enstellung zur Arbeit. Nun haben wir von einer Woche unseren kleinen "Sonnenschein" auf dem Weg zum ersten Schultag begleitet und wieder einmal zur Kenntnis genommen, wie schnell die Jahre vergehen. Mir war so, als sei es gesern gewesen, da stand sie für mich völlig unvermittelt Sonntags an meinem Krankenbett in Westerstede, noch immer höre ich ihre Worte: "Opa, heia".


    10.10.2014


    Ein kleiner Zwischenstand. Wenig zu berichten bedeutet auch, dass wenig passiert ist seit dem letzten Eintrag. Aus meiner Sicht ein gutes Zeichen. Nach dem Urlaub ist meine Frau wieder zurückgekehrt in das Arbeitsleben. Aber, sie hat sich entschieden, mit Ablauf des Monats August 2015 mir in den Ruhestand zu folgen. Obwohl ich spüre, wie sehr sie hin- und hergerissen ist bestärke ich sie bei der Entscheidung es nun gut sein zu lassen. Auch ich habe meinen Beruf gerne und mit Hingabe ausgeübt. Auch jetzt, nach beinahe einem Jahr, fehlt es mir schon hin und wieder. Das hat aber eher was mit der Jahreszeit zu tun. Vom Frühjahr bis zum Herbst geniesse ich einfach diese "Freiheit", tun und lassen zu können was ich will. Der Winter (nicht meine Jahreszeit) hat da doch eher witterungsbedingte Einschränkungen. Sorry, ich latsche nicht gern durch Wind und Regen. Hinzu kommt, dass eine heftige Erkältung mich seit einigen Tagen belästigt. Damit kann ich ja überhaupt nicht umgehen. Der Schädel brummt, die Nase läuft, Husten wie ein geprügelter Strassenköter, nein, das brauche ich nicht wirklich. Aber, auch das wird in einigen Tagen vorüber sein. So kreisen meine Gedanken mehr darum, wo wir im letzten Quartal des Jahres noch ein paar Auszeiten geniessen wollen. Ende Oktober und Ende November wird meine liebe Frau jeweils eine Woche Urlaub nehmen um den krankheitsbedingten Überhang an Urlaubstagen zu minimieren. Wenn es denn doch noch eine Perspektive auf einen "goldenen Oktober" geben sollte geht es vermutlich in eine Region am Rhein, der Mosel oder an die Ahr. Dabei haben wir aber auch im Auge, wie sich die Antihormontherapie nach der Brustkrebserkrankung noch auswirken wird. Die Wechseljahreinflüsse sind nicht ohne. Dabei ist sie absolut nicht der Typ, der sich hängen läßt. Wir werden es sehen. Am kommenden Montag steht bei mir die Blutabnahme auf dem Programm und eine weitere Woche darauf der Nachsorgetermin. Ansonsten, "im Westen nicht Neues"


    30.12.2014
    Das Jahr neigt sich dem Ende zu, ein kurzer Rückblick. Nein, außer der überwundenen Erkrankung meiner Frau keine Besonderheiten. Ein Jahr wie viele andere Jahre zuvor und dennoch wieder sehr speziell. Ein kleiner Schock stellte sich am 15.12. gegen 21.00h ein. Der Anruf meiner Schwester informierte mich über den Sturz meiner Mutter. Sie hat an der letzten Stufe den Fuss nicht richtig aufgestellt und glitt aus. Nach Aussage meiner Schwester war das Bein stark verdreht und jede Bewegung schmerzte. Sofort hat sie Mutter in eine warme Decke gehüllt und den Rettungswagen gerufen. Den Sanitätern und dem Notarzt hat Mutter sofort erklärt, dass sie noch nicht sterben will, jetzt wo sie gerade erst die "Mütterrente" bekäme. Typischer Humor meiner Mutter. Sie wurde am 24.12.2014 89 Jahre alt. Bei dem Sturz hat sich das (künstliche) Hüftgelenk ausgekugelt. Ein Versuch in der Klinik dies mal eben wieder einzurenken ist wegen zu großer Schmerzen abgebrochen worden. Es wurde eine Narkose eingeleitet und der Schaden behoben. Am Folgetag, gegen 11.30h rief sich mich an und sagte es ginge ihr wieder gut und sie sei schon wieder daheim. Davon wollte ich mich selbst überzeugen und fuhr am nächsten Tag zu ihr. Putzmunter, ohne Schmerzen, das geliebte I-Pad in der Hand traf ich sie an. Alles ist ist gut, so soll es gerne bleiben.


    13.02.2015
    Das Datum des heutigen Tages erinnert mich an den ersten stationären Aufenthalt in der Ammerland Klinik. Die durchgeführte TUR-B hat die Bestätigung gebracht. Radikale Zystektomie am 25.02.2010. Inzwischen nahm ich alles an was kam. Es musste gehandelt werden und es musste ein Ende haben mit Schmerzen und Schlafentzug durch den stetigen Harndrang. Noch zwölf Tage werden vergehen bis ich dort zu Besuch sein werde. All denen, die noch dort ihre Arbeit tun und die ich kenne aus der Zeit meines Aufenthaltes werde ich meinen Dank aussprechen.


    25.02.2015
    Fünf Jahre sind geschafft, heute auf den Tag genau.


    Ende des Beitrags.

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  • In der Ammerland Klinik wurde ich im Februar 2010 aufgenommen und im weiteren Verlauf dort auch zystektomiert. Die anschließende Chemotherapie wurde ebenfalls in der onkologischen Ambulanz durchgeführt. Durch die räumliche Zusammenlegung der Ammerland Klinik mit dem Bundeswehrkrankenhaus (zuvor in Bad Zwischenahn) wurde ein medizinisches Kompetenzzentrum geschaffen, welches in der Region seines Gleichen sucht. Von der Aufnahme bis zur Entlassung, und das waren in meinem Fall sechs Wochen, habe ich dort ein hochkompetentes Ärzteteam in der urologischen Abteilung angetroffen. Jederzeit, rund um die Uhr, urologische Fachärzte vor Ort. Das Pflegepersonal immer freundlich, hilfreich und zuvorkommend, einhergehend mit hoher fachlicher Qualität. Kontinuierliche Schulungs- und Fortbildungsprogramme eben auch für das Pflegepersonal. Sauber und sehr gepflegt das ganze Haus und strikte Anwendung aller erforderlichen Hygienemassnahmen. Die Versorgung mit Speisen und Getränken ist ohne Einschränkung sehr empfehlenswert.


    Eine Erfahrung die ich gemacht habe und hier weitergeben möchte. Ich bin sicher, dort wurde mir das Leben erhalten.


    Wolfgang