Hallo ebi60
es freut mich sehr zu lesen, dass Du mit deiner Neoblase seit so vielen Jahren gut zurechtkommst, aktiv bist und das Leben mit Familie und Enkelkind genießt – das klingt wirklich nach einer sehr gelungenen Bilanz,die auch ich ähnlich nach fast 20 Jahren mit Neoblase vorzuweisen hätte😀 .
Zu Deinen Fragen:
1. Selbstkatheterisierung :
Viele Neoblasenträger:innen kennen das Thema. Mit der Zeit kann es passieren, dass sich die Entleerung etwas verändert – sei es durch Schleimbildung, eine verengte Harnröhre oder eine nachlassende Kontraktionskraft der Neoblase. Wenn nach dem Wasserlassen ein Restharn bleibt, kann eine intermittierende Selbstkatheterisierung (ISK) helfen, Infekte und Harnstau zu vermeiden.
Einige Mitglieder hier führen sie regelmäßig durch, andere nur bei Bedarf, zum Beispiel wenn sie merken, dass der Urinfluss schwächer wird oder sich die Blase nicht vollständig leert. Der Umgang damit ist anfangs ungewohnt, wird aber mit etwas Übung Routine. Wichtig ist, dass dein Urologe dir genau zeigt, wie du hygienisch und schonend vorgehst.Bei mir zum Beispiel klappt das seit 2008 völlig Problemlos.
2. Nierenproblematik bei Neoblase:
Langfristig ist die Nierenfunktion ein wichtiger Punkt. Durch Restharn, Harnwegsinfekte oder Rückstau kann es auf Dauer zu einer Belastung der Nieren kommen. Deshalb sind die regelmäßigen Kontrollen, die du ohnehin machst (Sono, BGA, Kreatinin, ggf. Röntgen), sehr wichtig.
Einige Forumsmitglieder berichten von stabilen Nierenwerten über viele Jahre, andere mussten wegen wiederkehrendem Harnstau genauer beobachtet oder behandelt werden. Wenn Dein Urologe etwas angedeutet hat, lohnt es sich, das beim nächsten Termin direkt anzusprechen – lieber einmal mehr nachfragen, bevor sich etwas verschlechtert.Bei mir wird alle halbe Jahre ein Ultraschall der Nieren gemacht und es wurde nie etwas festgestellt.Warum auch wenn alles glatt abläuft und arbeitet.
3. BicaNorm:
BicaNorm wird gegeben, um den Säure-Basen-Haushalt zu stabilisieren, da die Neoblase aus Darmgewebe besteht und über die Zeit zu einer leichten Übersäuerung (metabolische Azidose) führen kann. Wenn deine Werte stabil sind, kann die Dosis manchmal reduziert werden – so wie bei dir jetzt getestet wird. Die Kontrolle über die Blutgasanalyse (BGA) ist hier genau der richtige Weg.Ich selbst habe nur die ersten Monate nach der OP.BicaNorm nehmen müssen weil mein BE-Wert unter 2,5 lag,danach nicht mehr,hatte und habe immer einen Wert zwischen minus 1 und plus 1.Ich beobachte das aber sehr genau.
Ich wünsche Dir weiterhin stabile Werte, eine gut funktionierende Neoblase und viel Freude mit deinem Enkelkind! 😊
Schön, dass Du Deine Erfahrungen hier teilst – sie sind für viele Menschen sehr hilfreich, die mit Ihren Neoblasen oder der OP. noch am Anfang stehen.
Herzliche Grüße von mir und bleibe gesund....
Manny