Radikale Zystektomie mit Prostektomie und PSA-Wert

  • Hallo allerseits,


    ein Freund von mir erhielt im vergangenen Jahr eine orthotope Neoblase nach radikaler Zystektomie mit Prostektomie. Im Laufe der routinemäßigen Nachsorge stieg der PSA-Wert leicht an, was ihm naturgemäß Sorgen machte.
    Zur Information für betroffenen Männer stelle ich hier den Bericht meines Freundes ein:


    Die Zystektomie und Anlage der Neoblase fand im Mai 2007 statt. Dabei wurde das Prostata-Gewebe nicht restlos entfernt. Nach Aussage von kompetenter Seite ist das auch nicht möglich, weil es keinen abgegrenzten Übergang vom Gewebe der Prostata zu den benachbarten Organen gibt, in diesem Fall der Harnröhre, so dass immer ein Rest des Gewebes zurückbleibt. Im Rahmen der Nachsorge, etwa 10 Monate nach der Operation, wurde eine PSA-Wert-Bestimmung vorgenommen. Diese lieferte einen Wert von 0,27. Daraufhin wurde ein CT gemacht, das ohne Befund war.
    Über die (Rest-)Prostata konnte keine Aussage gemacht werden, da diese im CT nicht abgebildet wird. Das geht ggf nur mit einem MRT, jedoch erzeugen die Titanklammern an der Neoblase Artefakte, die eine klare Diagnose je nach Lage erschweren oder gar verhindern. Aber Metastasen waren keine vorhanden.
    Während eines Klinikaufenthaltes (Urosepis) wurde bei einer erneuten PSA-Wert-Bestimmung 0,37 festgestellt.
    Eine kongeniale Beurteilung in der Klinik unter Hinzuziehung des o.g. CT's sagte aus, dass das alles nicht beunruhigend wäre.Der Urologe äußerte sich hierzu sibyllinisch, nahm eine Ultraschall-Untersuchung, auch rektal vor und ordnete eine weitere PSA-Wert-Bestimmung an. Ergebnis: 0,6. Ein erneutes CT zeigte keine Veränderungen gegenüber dem Vorangegangenen.
    Die Angelegenheit wird nun so interpretiert, dass das Prostata-Restgewebe wieder zunimmt und proportional dazu PSA-Wert ansteigt. Diese Auffassung wurde mehrfach unahängig voneinander geäußert. Derzeitiger Status: die Sache wird als gutartig betrachtet, jedoch einer fortlaufenden Kontrolle unterstellt.
    Unter diesen Voraussetzungen sind die wichtigsten Diagnosemittel die Tastprobe, die von hoher Sensibilität ist*, sowie die Bestimmung des PSA-Wertes. Wenn dieser in der letzten Zeit auch heftig diskutiert wurde, so liefert er mit seinem Verlauf doch wichtige Hinweise. Ein PSA-Wert bis max 1 gilt als unbedenklich.


    *Mit der Tastprobe können noch Knötchen in Stecknadelgröße erkannt
    werden. Das leisten die anderen Diagnosemittel wie Sonographie, Röntgen und die verschiedenen Tomographietechniken noch nicht.


    Nach Meinung des Urologen ist dies ein gutes Ergebnis.


    Dass immer ein wenig Prostatagewebe trotz Prostektomie bei Konstruktion einer orthotopen Neoblase zurück bleibt, war mir bis dato neu. Da die Operation an einer renommierten Uniklinik durchgeführt wurde, gehe ich davon aus, dass diese Aussage stimmt.
    Also Männer, lasst gelegentlich auch den PSA-Wert bestimmen....


    Liebe Grüße


    Hexe :tanzen: