Erster Flug ...

  • Hallo ihr Lieben! Ich lese schon länger hier mit. Meinen Pouch habe ich seit etwa 18Monaten und ich gebe ihn niemals wieder zurück. Ich bin die letzte Zeit erstmal nur mit der Bahn gereist. Dieses Jahr stehen ein paar weitere Ziele an und da gehts nur fliegend.

    Heute war es soweit: mein erster Flug mit Pouch! Perfekt vorbereitet. Alles dabei. Alles angemeldet. 2Hilfsmittelausweise,Pouchausweis,Schreiben vom Arzt,Schwerbehindertenausweis,alles dabei. Der Hinflug war so einfach, dass ich wirklich glücklich war.

    Heute abend dann der Rückflug... Mir geht es nun schlecht. Es war so furchtbar. Der flug war überbucht und Freiwillige sollten ihr Handgepäck abgeben. Es gab scheinbar zu wenig Freiwillige und am Gate wurde ich rausgepickt. Ich sollte meinen Koffer aufgeben. Ich habe der Dame meine Situation erklärt, ihr meinen Ausweis gezeigt und darauf hingewiesen, dass man mir die Hilfsmittel nicht wegnehmen darf. Sie sagte, das kann sie nicht akzeptieren! Inzwischen hatten es alle anderen Passagiere mitbekommen. Ich sollte mich an die Seite stellen und überlegen, ob ich mit will und das Handgepäck abgebe oder dafür bezahle, damit ich es behalten kann. Ich habe totale Panik bekommen und habe dann heulend ohne meine wichtigsten Utensilien im Flieger gesessen. Es hat niemanden interessiert. Ich durfte meine kleine Handtasche behalten. Andere stiegen ein mit Rucksack und Koffer. Ich habe vor in 3Wochen wieder zu fliegen und in 2Monaten sogar in die USA. Allerdings habe ich jetzt Angst davor!!! Wenn die mir die Katheter wegnehmen und dann gehen die vielleicht verloren....


    Sorry für meinen gruseligen Einstand, aber ich muss mir das gerade aus dem Kopf schreiben.

  • Liebe Fritzi1234 !


    Was für eine schlimme Situation! Es tut mir sehr leid, was Dir passiert ist.

    Darf ich Dich fragen, aus welchem Land/Airport und mit welcher Gesellschaft Du zurückgeflogen bist?

    Ich denke, dies ist ein Fall den ganz klar die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen erfahren sollte. Hier ein Link zu ihrer Seite:

    https://www.behindertenbeauftragte.de/DE/Home/home_node.html


    Liebe Fritzi, ich wünsche Dir alles Gute und dass Du dieses Trauma - m.E. ist dies ganz klar ein Trauma, was Du erlebt hast, nämlich der Kontrollverlust über einen für Dich und Deinen Körper existentiell wichtigen Bereich in dem Dir Deine Hilfsmittel weggenommen wurden - gut verwindest.


    Herzliche Grüße

    Sana

  • Liebe Sana.

    Ich bin in Zürich abgeflogen. Hatte endlich wieder beruflich zu tun.

    Ich bin leider mit Easyjet geflogen. Ich mag die eher nicht, aber ich brauchte eine späte Verbindung. Es war sogar angemeldet, dass ich mit besonderen Bedürfnissen reise.

    Ich komme gerade nicht zur Ruhe. Zum Glück war es nur Kurzstrecke, das kann ich händeln, aber auch nicht immer...

  • Liebe Fritzi1234 ,


    ich kann es vollkommen nachvollziehen, wie du dich bei dieser Situation gefühlt hast. Das ist einer der Gründe, warum ich auf Flugreisen verzichte, die Sorge mein Gepäck kommt nicht mit dem gleichen Flieger an und/oder ich darf nicht genügend Handgepäck mit in den Flieger nehmen, um mich wenigstens für 4 Tage versorgen zu können machen mir einfach Angst (ich muss auch nicht zwingend fliegen - bin Rentner ;) )

    Trotzdem finde ich es schon sehr dreist und indiskret von der Flughafenbesatzung dir ein soches Ultimatum vor allen anderen Passagieren zu stellen ohne auf deine Bedürfnisse und Beweggründe einzugehen:cursing:. Da würde ich auch eine Beschwerde einlegen.


    Wir haben hier im Forum einen Pouchträger HansS , der beruflich sehr viel mit dem Flieger unterwegs ist. Vielleicht kann er hierzu noch einige Tipps geben, evtl. nimmst du per PN Kontakt mit ihm auf.


    Zumindest wünsche ich dir, daß die nächsten Flüge nicht so katastrophal enden (der Hinflug war ja wohl in Ordnung). Lass dich nicht von unqualifiziertem Personal unter Druck setzen, du hast Rechte, die du einfordern und durchsetzen kannst:!:


    LG Gabi

    Januar 2013: TUR B (pT2,G3) ; März 2013: radikale Cystektomie,Anlage Indiana Pouch ,Nephrektomie li. Diagnose :Muskelinvasiver Blasentumor pT4a,pN0 (0/7),cM0,L1,V1,Pn1,G3,R1 (PD) Mai - September 2013 4 Zyklen Chemotherapie GEM CIS ;;; Hoffnung ist eine Art von Glück, vielleicht das größte Glück, das diese Welt bereit hält. Der Weg ist das Ziel

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