Nachsorge

  • Hallo,


    wie bereits berichtet,erhielt mein Vater(59) Ende Juni eine Neoblase.
    Nach einigen postoperativen Komplikationen (undichte Stelle am Harnleiter,deswegen Legen einer Drainage und Nierenableitung; Entzündung im Bauchraum), würde mich interessieren wie es mit dem Nachsorgeplan aussieht.


    In welchem Zeitraum werden Blutgasanalysen,US,Harnkultur,..durchgeführt?


    Wie lange hat man nach einer Zystektomie denn Schmerzen?
    Mein Vater klagt nämlich immer noch über Schmerzen,sowohl im Bereich der Narbe am Bauch,als auch am Rücken (vom Liegen??),mal mehr,mal weniger.


    Wie lange sollte man sich denn körperlich schonen bzw. ab wann kann man denn leichte körperliche Arbeiten erledigen? (Gartenarbeit,Heben-bis wieviel kg??,etc...)


    Er ist auch dauermüde und sobald er einige Minuten geht,ist er schon erschöpft,als wäre er einen Marathon gelaufen...
    Essen kan er auch nicht so wie vorher,er hat keinen Appetit,außerdem klagt er über Probleme beim Stuhlgang.
    Laevolac für den Stuhl und Fortimel-Aufbaunahrung habe ich ihm schon besorgt.


    Schleim,den er nicht abhusten kann,quält ihn auch,allerding will er kein ACC einnehmen,da er daraufhin vermehrt husten muß und das schmerzt.
    Kann ich ihm denn noch irgendwie helfen?


    Vielen Dank im voraus
    Lilli

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  • Viele Fragen, viele Antworten.


    Jetzt in den ersten 2 jahren sollten Blutgasanalysen alle 3 Monate, Ultraschall alle 3 Monate, Blutuntersuchung (auch Tumormarker) alle 3 Monate, CT einmal jährlich, Röntgen einmal jährlich durchgeführt werden. Wenn der Urin nicht stinkt, keine besonderen Auffälligkeiten da sind braucht man keine Harnkultur anzulegen. Eine Neoblase ist immer etwas verkeimt, das ist normal.


    Nach nun jetzt 2 Monaten sollten die Rückenschmerzen vergangen sein. Tägliche Bewegung ist wichtig. 1-2 Stunden spazieren gehen !!


    Das die Narbe immer noch schmerzt, kann sein (übergewichtig ??) , auch hier Bewegung, Bewegung. Nach 3 Monaten sollte aber auch das verschwunden sein. Im ersten Jahr sollte er nicht mehr als 5 KG heben, tragen.


    Insgesamt fühlt er sich nicht wohl und ist schlapp. Ausgewogene Ernährung ist jetzt wichtig. Abends keine Milchprodukte, kein oder nur sehr wenig Kohl, Salate auch nur in kleinen Mengen. Der Dünn-Darm ist jetzt wesentlich verkürzt und verdaut Grünzeug nicht mehr richtig.
    Wenn ich Salat in Mengen esse bekomme ich regelrechte Darmkoliken und einen Durchfall der sich gewaschen hat. .


    Auf ACC kann er getrost verzichten, hilft so wieso nicht gegen Schleimbildung in der Neoblase. Wichtiger wäre es viel zu trinken. Er sollte sich anfangs mindestens 3 Liter Tee, Wasser oder sonstwas (auch Bier) täglich gönnen.


    Ich hab mir damals nach der OP eine große Packung Orthomol Aufbau Vitamine in der Apotheke geholt. Ob das letztendlich geholfen hat weiß ich nicht. Mir ging es jedenfalls danach nicht schlechter, war sogar der Meinung es geht besser. (Glaube versetzt Berge)


    Dein Vater sollte jetzt mal die Zähne zusammenbeißen und was für sich und seinen Körper tun. Er muss sich zwingen, sich täglich zu bewegen. Anfangs 10 Min mit einer täglichen Steigerung.. egal ob schlapp oder nicht schlapp.


    Lilli ich sag Dir, die Psyche spielt eine ganz erhebliche Rolle nach einer solchen OP. Man muß den Lebensmut, die Lebensfreude wieder finden. Läßt man sich hängen, geht es bergab.


    Schöne Grüße Rainer

  • :danke: Rainer!!!


    was die Bewegung betrifft,er bemüht sich,es hat auch zwischenzeitlich gut geklappt,aber seit er diese Entzündung/Infektion im Bauchraum vor 2 Wochen hatte und seine Schläuche nun endgültig raus sind,fällt es ihm wieder schwerer und jede Bewegung tut sehr weh.
    Auch sein Kreislauf ist wieder sehr instabil,aber das kommt wohl auch vom vielen Liegen.


    Daß eine gesunde Psyche für seine Genesung wichtig ist,wissen wir und wir bemühen uns, ihn bei jeder Gelegenheit aufzubauen,allerdings fällt er oft in ein schwarzes Loch. Der Verarbeitungsprozeß wird noch harte Arbeit...


    LG
    Lilli