Beiträge von rainer

    Oje Aretha, mach du es so, wie du es für dich richtig und am besten empfindest. Eine allgemeine Empfehlung Antibiotika während einer BCG Behandlung einzunehmen kann es aber nicht sein. Denn:


    1.) Ich finde ich nichts von der Studie in den Gebrauchsinformationen von Medac, ebenso wird in den Gebrauchsinformationen von der Einnahme AB abgeraten.


    2.) In den S3 Leitlinien (Seite 122 Langversion) wird zwar auf die Studie von Colombel und die Prophylaktische Antibiotikagabe hingewiesen, auf Seite 123 ziemich oben wird aber klar ausgedrückt: " Zusammenfassend kann eine Antibiotikaprophylaxe aufgrund der vorliegendenbzw. unzureichender Datenlage nicht empfohlen werden."


    Also ganz klar: Nicht empfohlen, aber auch nicht verboten, jeder kann das schlucken was seiner Meinung nach für ihn am besten ist.


    Gruß Rainer

    Mhhh.. ich beziehe mich jetzt mal auf die neuere S3 Leitlinie von 2020.


    Da steht aber auch:

    Der Einfluss von Maßnahmen zur Reduktion von Nebenwirkungen bei einer BCG-Instillationstherapie (z.B. Dosismodifikationen, begleitende Antibiotikagabe) auf die Rezidiv-und Progressionsrate ist unzureichend untersucht. Im weiteren: Eine BCG-Therapie soll in voller Dosis und ohne begleitende prophylaktische Antibiotikagabe erfolgen.


    Ich bin der Meinung das es gerade dann wenn es um lebensbedrohlichen Krebs geht man sich an die Empfehlungen des Herstellers halten sollte. Irgendwelche Studien aus weiß der Geier woher, sind da nicht zielführend. Es gibt immer Studien die versuchen irgend ein Gegenteil zu beweisen, letztendlich verschwinden sie dann in der Versenkung.


    Nun gut, jedem so wie er es gerne möchte und wie er es sich hinlegt. Aretha , wenn es dir hilft die Nebenwirkungen zu minimieren ok, hoffen wir das dadurch die gewollte Wirkung auch zum Zug kommt und nicht wegen dem AB untergeht.


    Gruß Rainer

    Alles etwas wiedersprüchlich ?

    Medac empfiehlt grundsätzlich vor / und während einer BCG Gabe kein Antibiotika einzunehmen.

    Auszug aus der Gebrauchsinformation MEDAC.


    BCG-Bakterien sind empfindlich gegenüber Tuberkulostatika (z. B. Ethambutol, Streptomycin, p-Aminosalicylsäure [PAS], Isoniazid [INH] und Rifampicin), Antibiotika, Antiseptika und Gleitmitteln. Eine Resistenz gegen Pyrazinamid und Cycloserin ist beschrieben worden. Während einer intravesikalen BCG-Instillationstherapie sollte die gleichzeitige Anwendung von Tuberkulostatika und Antibiotika wie Fluorochinolonen, Doxycyclin oder Gentamicin wegen der Empfindlichkeit der Bakterien gegenüber diesen Wirkstoffen vermieden werden.

    Hier die komplette Info: BCG_Gebrauchsinfo.pdf


    Das vor einer Instillation mit BCG Antibiotika verabreicht wird, verstehe ich nicht ganz. Das hebt meiner Meinung nach doch die Wirkung auf und verursacht so natürlich kaum Nebenwirkungen und somit auch keine oder nur wesentlich verminderte Wirkung gegen den Blasenkrebs.

    Nun Aretha , ich bin hier nicht der BCG Fachmann, eventuell klärst du mich auf.


    Danke und Gruß

    Rainer


    Hallo Krokodil , schön das du dich bei uns angemeldet hast. Mit deinen Erfahrungen (Neoblase) kannst du sicherlich vielen hier wichtige Tips geben und deine Erfahrungen weiter vermitteln. Wir beide sind ja praktisch Nachbarn, ich komme aus Stolberg/ Mausbach und wurde in Eschweiler operiert (auch Neoblase in 2004).

    Und du hast recht, für den, der sich rechtzeitig kümmert, für den geht das Leben weiter. Ich und wir freuen uns auf einen regen Austausch.


    Gruß Rainer


    PS: ich habe Dein Thema in das Forum "Neoblase Männer" verschoben.

    Hallo Moni 1959 , ich will dir keine Angst machen. Gerade bei einem CIS sollte bei einer TUR Hexvix eingesetzt werden. So ein CIS ist ziemlich hinterlistig, kann sich unter den Schleimhäuten der Blase verstecken und nicht nur oberflächlich sein. Wird bei einer TUR-B Hexvix eingesetzt kann der Operateur vielmehr sehen. Ich denke das wird auch im Video deutlich gezeigt. Mach dich schlau und frage danach.

    Eine nicht ausgesprochene Ausrede kann sein "Kostengründe" oder aber sie sagen das Blaseninnere ist noch viel zu entzündet um das man mit Hexvix einen Unterschied ausmachen könnte.

    Fragen kostet nix.. hinterher ist man schaluer.


    Gruß Rainer

    Moni 1959 , dafür sind wir, das Forum und seine Mitglieder da. Wir achten sehr auf Anonymität, pflastern unsere Mitglieder nicht mit Werbung zu und tun alles mögliche um Spammer und Web-Honks aus dem Forum fern zu halten.


    Wenn du weitere Fragen hast, wir versuchen nach besten Wissen zu antworten.


    Dir auch noch ein schönes Rest Ostern.. (derzeit schneit es wie verrückt hier in der Eifel)


    Gruß Rainer

    Hallo und guten Morgen Moni 1959 , wir sind hier ein Zusammenschluss von Betroffenen und deren Angehörigen, betreiben dieses Forum ohne selbst Mediziner zu sein. Ein gesammelter Schatz an Erfahrungen übertrifft vielfach das Wissen einzelner Urologen.


    Eine verzwickte Situation, einerseits das CIS (Tis) andererseits immer die Aussage "Keine Malignität" , also nichts bösartiges enddeckt. Es ist ja nicht so das BCG keine Wirkung hat, wir haben Mitglieder die nach erfolgreicher kompletter BCG Therapie den Krebs los sind. Allerdings ist das ein harter Weg der mit viel Schmerzen und Angst vor der nächsten Instillation gepflastert ist. Die Blase wird dadurch ordentlich malträtiert wobei letztendlich auch eine Schrumpfblase heraus kommen kann, zum Teil mit unter 100 ml Fassungsvermögen.


    Das CIS ist hier der unberechbare Faktor, BCG mit einem CIS ist wie ein Ritt auf der Rasierklinge, es kann gut gehen, kann aber auch voll daneben gehen. Die Situation in der Du dich befindest ist eben schwer bis gar nicht einzuschätzen. Wenn du das Wagnis eingehen möchtest deine Blase (egal wie sie nach 36 Instillationen aussieht) zu erhalten, dann eben weiter mit BCG. Wenn du den Krebs sofort loswerden willst, keine weiteren Instillationen möchtest, kein Risiko eingehen möchtest das alle Qual für die Katz war, dann eben Blase raus. Damit wärst du ein Riesenproblem los und könntest relativ genau so gut weiterleben wie vor der Erkrankung.


    Moni, die Entscheidung wie du weiter verfährst kann dir keiner abnehmen, du mußt selbst abwägen. Du weißt welches Risiko du eingehst, du hast die Zweitmeinung und du hast unsere Meinung, die Entscheidung liegt bei dir.


    Gruß Rainer

    Die Immunabwehr des Körpers trägt bei Patienten mit Blasenkrebs wesentlich zur Wirksamkeit einer Chemotherapie bei. Das berichtet ein Forschungsteam der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Berlin Institute of Health (BIH) im Fachmagazin Science Translational Medicine.


    Eine Forschungsgruppe analysierte die immunologischen Botenstoffe im Gewebe und erfasste, welche Rezeptoren die Immunzellen in dem Tumor produzierten. Für alle gefundenen Komponenten prüfte sie anschließend, ob deren Menge mit dem Therapieerfolg zusammenhing. Es zeigte sich: Nur wenn das Tumorgewebe zwei spezifische immunologische Komponenten, CXCL11 und CXCR3alt, in großen Mengen aufwies, zeigte die anschließende Chemotherapie Wirkung. „Diese beiden Komponenten lassen sich im Labor vergleichsweise unkompliziert messen, als Probe reicht die Biopsie aus, die für die Diagnostik des Tumors entnommen wird.


    Mit dieser technisch einfachen Methode sei es grundsätzlich also bereits zum Zeitpunkt der Diagnose möglich, den Erfolg einer Chemotherapie bei dem Betroffenen abzuschätzen. „Ist es unwahrscheinlich, dass die Vorbehandlung anschlägt, könnte man auf die Chemotherapie verzichten und den Blasenkrebs direkt operativ entfernen. Ein solches personalisiertes Vorgehen würde den Patienten nicht nur die Nebenwir­kungen einer unwirksamen Behandlung ersparen, sondern voraussichtlich auch ihre Überlebenschancen erhöhen“, sagte er.


    Für einen routinemäßigen Einsatz des Verfahrens seien weitere Studien nötig, welche die Ergebnisse bestätigen.


    Quelle: Aerzteblatt.de

    Den kompletten Artikel findet ihr hier: Artikel im Ärtzeblatt

    Guten morgen Monterey.52 ,

    ich kann mich nur der Meinung von Wolfgang anschließen. Multifokal, einmal G1 und G3 dazu, dazu das stolze Alter von 68. Wäre ich an deiner Stelle, ehrlich gesagt, BCG gerne für andere aber nicht für mich. Diese Qual über 3 Jahre, alles mit ungewissen Ausgang, nein, das bräuchte ich nicht. Jetzt einmal Tabularasa, OP, 10-14 Tage Krankenhaus, 3 Wochen AHB, danach biste den Krebs auf Dauer los und das Leben geht weiter und zwar gut weiter.


    In diesem Sinne

    Rainer

    Inzwischen wird ja relativ viel ausprobiert, sei es die Immuntherapie, die personalisierte Therapie, BCG, Mito statt BCG doppelte Mito (40mg), Chemotherapien in verschiedenen Kombinationen. So richtig kommen die aber auf keinen grünen Zweig um zu sagen "Endlich haben wir das Mittel was wirklich erfolgreich hilft".

    Am sichersten ist es immer noch das ab einem pT2 G3, CIS, pT1G3+CIS, Multifokale T1 er, die Blase entfernt wird. Viele versuchen noch die Blase zu retten, manchmal mit fatalen Folgen, Schrumpfblasen, durch Vernarbung zugewachsene Harnleiter ect.. gehen mit BCG durch die Hölle mit dem Erfolg, das nach jahrelanger Quälerei die Blase doch raus muss. Das ist es was ich hier manchmal nicht verstehe.. aber jeder ist selbst seines Glückes Schmied.


    Gruß Rainer

    Hi Peter_ ,

    Es ist so, das es derzeit und wahrscheinlich auch nicht so schnell in der Zukunft,

    Harnblasen von Verstorbenen transplantieren kann. Die Blase ist ein relativ kompliziertes Organ welches über Nervenstränge vom Hirn aus verschiedene Signale empfängt, Blase voll, Schließmuskel auf , zu, und andere. Hinzu kommen Gewebeunverträglichkeiten, wie und wo wird die Blase befestigt, Anschlüsse an Harnleiter, Harnröhre, durch die Prostata, usw.. auf gut deutsch, es geht nicht.

    Das ist nicht wie bei einer Herztransplantation wo das Herz nach der Transplantation auch funktioniert. Eine transplantierte Blase würde dagegen wie ein schlaffer Sack im Körper hängen und nach kürzester Zeit abgestoßen werden.


    Ein Prof. Wassermann hat vor zig Jahren schon einen Versuch mit einer künstlichen Harnblase gestartet. Es wurden hundert tausende Euros verbrannt ohne je Erfolge zu verzeichnen, leider ist der erste Versuchspatient, eine Frau, dabei verstorben. Das Projekt wurde eingestellt.


    Derzeit ist man bei, gerade für junge Patienten , aus körpereigenen Gewebe, Blasen im Reagenz zu züchten. Diesen Blasen fehlt allerdings die Anbindung an die Steuerzentrale, dem Hirn, sind von Haus aus inkontinent. Hier arbeitet man dann mit künstlichen Schließmuskeln. Wenn das ganze eines Tages wirklich einwandfrei funktioniert ist das so etwas wie eine körpernähere Neoblase, für junge Menschen mit Fehlbildungen sicherlich eine Hilfe.


    Gruß Rainer

    Liebe Mitglieder,

    wie ihr erfahren habt, hat unser langjähriges Mitglied Ricka die Verwaltung der Spendengelder an Barbara (Bar65) und Mandelauge übergeben. Hierzu war es nötig auch eine Änderung der Girokonten vorzunehmen. Das neue Girokonto ist im Spendenbereich hinterlegt, hier noch mal die Daten:


    Empfänger: Barbara Jaekel

    Kreditinstitut : DKB Berlin


    IBAN: DE 04 1203 0000 1075 3511 79


    Noch einmal zum kopieren:

    IBAN: DE04120300001075351179

    BIC: BYLADEM1001



    Gruß Rainer

    Ich hab mich im Internet wund gesucht aber kein spezielles Inkontinenzmaterial gefunden welches schützt wenn bereits ein Katheder liegt. Ich kann nur auf den Vorschlag von Mandelauge eingehen und hier eine Entfernung der völlig vernarbten Blase anraten. Ich denke auch das dadurch die Nieren geschädigt werden weil durch die Vernarbungen die Harnleiter verengt sind und so den Urinabfluss behindern. Deshalb sind ja Harnleiterschienen gelegt.

    Als letzte Möglichkeit sehe ich die Anlage von Nierenfisteln, das heißt das der Urin direkt von den Nieren nach außen in jeweils einen Beutel geleitet wird. Dann bräuchte es keinen Katheder mehr, Inkontinenz und nasse Wäsche gäbe es nicht mehr.


    Sorry, mehr fällt mir dazu auch nicht ein.


    Gruß Rainer

    Nun, die personalisierte Chemotherapie ist schon seit zig Jahren Gesprächsthema auf allen möglichen Veranstaltungen und steckt noch immer in den Kinderschuhen. Im Grunde wird versucht heraus zu bekommen wie bestimmte Chemotherapeutika auf die Krebszellen eines Patienten reagieren um dann einen Mix zusammenzustellen der helfen könnte den Krebs zu besiegen.

    Das ganze ist sehr aufwendig und wird nicht für jeden Patienten gemacht weil man inzwischen auch festgestellt hat das die personalisierte Chemo nicht bei jeder Krebsart anschlägt.

    Gruss

    Guten Morgen Charly.1 ,

    Dein Vater bekommt derzeit eine neoadjuvante Chemotherapie, eine Chemo vor der eigentlichen Operation um hier vorhandene Tumormasse zu verringern um das ganze operabler zu machen. Die Tatsache das die Nieren so stark betroffen sind spricht für einen Befall der Harnleiter, eventuell auch der Nieren. Alles in allem keine gute Ausgangslage die in dieser Schwere nicht so oft vorkommt.


    Absolut wichtig ist, das die Nieren jetzt nicht den Geist aufgeben, ich denke das die Ärzte alles dafür tun werden dies zu verhindern.

    Das die Prostata und einige Lymphknoten bei einer Blasenentfernung mit entfernt werden ist völlig normal.

    Charly, jetzt unbedingt auf den Rat der Ärzte hören, die Nahrungsmittel so anpassen das eine Verstopfung zukünftig ausgeschlossen wird.


    Vielmehr kann ich hier nicht sagen da mir, uns die genauere Histologie fehlt. Wenn du weitere Fragen hast, immer hier drunter Posten.


    Gruß aus Aachen

    Rainer

    Hallo Monterey.52 , (Ralf)

    erst einmal hervorragend das du Routineuntersuchungen beim Uro machst, das machen längst nicht alle. So ist der Tumor rechtzeitig entdeckt worden, in einem Stadium wo er noch sehr gut behandelbar ist. Die von deinem Uro vorgeschlagene Vorgehensweise ist genau richtig, erst die Nachresektion, nach weiteren 3-4 Wochen eine Instillationstherapie mit BCG (wegen dem G3)


    Vieleicht erklärst du uns noch kurz, ein pTa G1 bis G3 gibt es eigentlich nicht, endweder G3 oder mindestens G1 , oder gab es mehrere oberflächliche Tumore wobei es zu unterschiedlichsten Grading´s kam ?


    Wenn jetzt schon feststeht das du nach der Nachresektion eine Instillations Therapie bekommen sollst, ist es sinnvoll sich schon jetzt ein Rezept dafür ausstellen zu lassen um dieses dann schon jetzt in der Apo zu bestellen. BCG ist derzeit schwer auf dem Markt zu beziehen und wird sehr knapp (noch knapper als der Corona Impfstoff). Lieferzeiten von 6-8 Wochen sind keine Seltenheiten. Besprich diese Möglichkeit mit deinem Urologen.


    Gruß Rainer

    Hallo sylt313 ,

    Du hast eine Entscheidung getroffen und das ist gut so. Jeder Mensch ist individuell und jeder hat seine ureigene Individualität. Ich empfinde es außerordentlich gut das du so hinter deiner Entscheidung stehst, klasse!

    Gruß aus Aachen

    Rainer