Morle stellt sich vor

  • Erst mal ein Hallo reinruf. Ich bin 58 Jahre alt, lebe in Berlin und habe Blasenkrebs.
    Da ich nicht ganz so allein stehen möchte, hab ich mich hier bei euch registriert.
    Wenn noch Fragen sind, immer her damit, ich beiße nicht und bin trotz Erkrankung ein sehr
    lebensfroher Mensch :).
    So, nun schaue ich mich hier erst mal um.


    Liebe Grüßle aus Berlin
    Morle

    Mein Befund: Stand 18.7.2013 Urothelcarcinom der Harnblase multilokulär, pT2 G3 pNO Gef:23 pos. 0, R0

  • Liebes Morle,


    na dann heiße ich Dich erstmal willkommen hier. Du scheinst tatsächlich eine Frohnatur zu sein--gut so.


    Eigentlich ist es so, daß die neuen Mitglieder Fragen stellen, denn die wollen ja zu Ihrer Krankengeschichte Informationen und Erfahrungswerte aus erster Hand.


    Aber wenn du meinst dann frag halt ich mal- im Namen aller hier.


    Wie lautet der pathologische Befund -wann und wo diagnostiziert - wieviele TUR-B hast Du schon- hast Du Deine Blase noch- wenn nein-wo und wann wurde entfernt und welche Ableitung wurde gemacht- Chemo usw. ? :Was liegt an:


    So wird eine Geschichte daraus, also beantworte mal meine Fragen und dann-- schreib was Du auf dem Herzen hast, was Du gerne wissen willst.


    Du wirst hier mit Ratschlägen und Erfahrungswerten versorgt- und wir kümmern uns auch um Deine Seele nicht professionell aber von Herzen.


    Einstweilen sei herzlich gegrüßt, Ricka

  • Hallöle Ricka,


    danke für dein Feedback :D


    Also ich habe noch nicht so eine große Krebsgeschichte, aber nun geht es wohl ans Eingemachte. Am Montag im Krankenhaus die Besprechung wie es weitergehen soll.
    Zu deinen Fragen:
    Es begann alles im April dieses Jahres. Mein Blutdruck war mehrere Tage immer so bei 190. Ich zum Hausarzt, der
    überwies mich zur Inneren, da wurde dann der Tumor in der Blase entdeckt. Also Krankenhaus, erste TUR am
    3. Mai 2013, Leberbiopsie am 22. Mai 2013, Befund ok, sonst auch alle Untersuchungen ok, keine Metastasen.
    TUR B war dann am 27. Mai 2013, wegen Nachblutung abends gleich noch 1x in den OP, am 29. Mai 2013 entlassen.
    Achso eine Nierenschiene habe ich auch, weil die Niere gestaut war Grad 3. Ach menno das waren furchtbare Tage
    mit den Weißkitteln, ständig was anderes, aber so wird man halt im Krankenhaus total auf den Kopf gestellt.
    Mein Befund: pT2a / pTxG2 halt nicht so schön. Noch keine Ausbreitungsdiagnostik bekannt, nun halt die Fragestellung radikale Zystektomie, aber darüber kann ich erst Montag, am 1. Juli berichten oder halt am Dienstag, weil Montag bin ich sicher erst mal wieder schockiert und muß das für mich allein verarbeiten. Dienstag geht es mir sicher wieder besser. Ich muß immer erst mal alles allein verdauen bevor ich darüber sprechen kann.
    Ich bin hier in Berlin auf der Urologie im AVK echt gut aufgehoben. Mir werden alle Fragen beantwortet und ich werde auch nicht mit dem Krabbeltier allein gelassen. Das soll aber nicht heißen, das ich ohne Angst lebe, nene es geht auch mir viel Schiete durch den Kopf, aber ich kann ja den Krebs nicht wegpusten, also es muß gehandelt werden. Vielleicht bin ich dann ende Juli eine Platikwoman und auch dann geht das Leben weiter, muß ja, meine Kinder einen erwachsenen Sohn (33), meine Lütte, sie wird am 18. Juli erst 16 und mein kleiner Enkel (12) sowie mein Göttergatte brauchen mich doch noch. 8o Soweit habe ich sicher genug erzählt und alle Fragen vorerst beantwortet.


    Einen ganz lieben Gruß
    Morle die Neue
    :juppi:

    Mein Befund: Stand 18.7.2013 Urothelcarcinom der Harnblase multilokulär, pT2 G3 pNO Gef:23 pos. 0, R0

  • Hallo Morle,


    Mein Blutdruck war mehrere Tage immer so bei 190.


    Was hat(te) dein Blutdruck mit der Blasenkrebserkrankung zu tun?

    TUR B war dann am 27. Mai 2013, wegen Nachblutung abends gleich noch 1x in den OP, am 29. Mai 2013 entlassen.


    Hast du den Nierenkatheder derzeit noch? Wie äußerte sich die Nachblutung, welche Komplikation hattest du genau? Wie äußerte sich die Komplikation?



    Ich möchte dich gerne ein wenig beruhigen und dir herzliche Grüße senden
    Alles Gute
    Waage


    P.S. ein Morle ist bei uns im Badischen eine schöne, schwarze Katze. Gibt es da Paralellen zu dir?

  • Hallo Waage,


    also zu deinen Fragen. Ich war noch nie ein großer Arztgänger. Habe auch kaum große Schmerzempfindungen.
    Also das ist so eine Sache die halt Vor- und auch Nachteile hat. Der hohe Blutdruck machte mich stutzig, also
    vielleicht doch mal zum Hausarzt gegangen und nachgefragt, weil ich mich auch dadurch total schwach fühlte.
    Er meinte dann, da kann was nicht stimmen, denn die Nieren senden irgendwie den Blutdruck. Tja und beim Ultraschall
    sah man die gestaute Niere und das etwas merkwürdige in der Blase, dann gleich CT usw...... Die Niere war so stark angestaut, weil das Krabbeltier dort den Ablauf verstopfte. Bei der 1. TUR konnte nicht alles weggeschnitten werden, die Niere war weiterhin gestaut. Bei der TUR B klappte es dann und die Schiene konnte eingesetzt werden. Am nächsten Tag war der Grad der gestauten Niere nur noch 1, also es lief soweit alles positiv.
    Tja bei der TUR B bekam ich so zwei Stunden nach der OP starke Schmerzen, und wenn ich Schmerzen habe, dann
    kann etwas nicht stimmen. Der Katheter lief nicht ab. Ich bekam eine Extraspülung und es ging wieder, der Schmerz lies nach, aber nicht lang und dann wurde es so schlimm, mein Bauch sah aus, als ob ich einen Medizinball verschluckt hätte. Also Arzt kam endlich und dann ging alles ganz schnell. Gesagt wurde mir dann, das eine Stelle vom Schnitt nicht geschlossen war und man mußte das noch einmal schließen. Am nächsten Morgen war alles wieder wie bei der ersten TUR, der Katheter wurde entfernt und ich konnte nach Hause gehen.
    Am 17. Juni hatte meine Urologin endlich den Befund, der eigentlich nicht arg böse war. Also noch eine TUR und danach mit Chemo in der Blase weiter behandeln. So war bis vorgestern der Stand der Dinge, dann bekam ich einen Anruf, Montag am 1. Juli Befund- und Therapiebesprechung und Terminvergabe zwecks Blasenentfernung, da der Krebs schon zu tief im Muskelgewebe steckt. So ist der derzeitige Stand der Dinge. Also denke ich mal, wenn ich den Krebs weghaben will bevor er doch stark böse wird und streut, Blase raus. Daraufhin wird es sicher am Montag im Krankenhaus laufen, aber momentan will ich mir deshalb nicht den Kopf zermarten mit was und wie und und und, nö das tue ich mir nicht an. Wenn die Blase raus ist muß ich eh mit der Situation klarkommen, aber es ist bestimmt der sichere Weg um das Krabbeltier los zu werden. Die Nierenschiene habe ich noch.
    So, liebe Waage, hoffe, ich konnte es ein wenig aufklären und danke für deine warmen Worte.
    Meinen Nicknamen Morle habe ich durch meine Kinder bekommen. Wie er genau entstand weiß ich nicht mal mehr so wirklich, also die Freunde meiner Kinder nannten mich immer Mutter Möws und dann irgendwann wurde daraus Morle :D


    Guts Nächtle für heute


    Dank##11 Morle

    Mein Befund: Stand 18.7.2013 Urothelcarcinom der Harnblase multilokulär, pT2 G3 pNO Gef:23 pos. 0, R0

  • Hallo Morle,


    schön, daß Du so nett von Dir und Deiner Familie sowie Deiner Krankengeschichte berichtet hast.


    Es ist immer gut und natürlich wünschenswert eine gute Umgebung zu haben in der man sich wohl und geborgen fühlt. Deine Famile wird Dir durch die Zeit helfen und wir natürlich auch.


    Es ist kein so tolles TUR-Ergebnis und nach der evtl. Entfernung wird die Diagnose nicht besser sein. Aber ich kann Dich ein bißerl trösten- es sind ganz viele hier mit einer viel schlimmeren Diagnose und die leben alle schon etliche Jahre gut mit der Ersatzblase= Neoblase, dem Pouch oder dem Urostoma. Du kannst Dir ja schon mal überlegen, welche Ableitung Du bevorzugen würdest. Du darfst Dir eine Ableitung wünschen, ob Du diese dann erhältst entscheidet der Operateur bei der Op. Lese die Tage unter den jeweiligen Rubriken und mach Dir auch Notizen. Schreibe Deine Fragen für das Gespräch mit dem Arzt auf, ich habe mir damals einen Zettel gemacht und immer wenn mir was einfiel hab ichs notiert.(für meinen Mann) Ein wissender Patient kann sich auf Augenhöhe mit dem Arzt unterhalten. Es ist auch sehr gut, daß Du nicht mehr auf Kliniksuche gehen mußt- dort gut betreut wirst und Dich sicher fühlst. Ich kann Dir noch den Rat geben, falls Du es nötig hast, futter Dir noch ein paar Pfündchen an, die biste nach der Op gleich wieder los und halte Dich einigermaßen fit.


    So nun warte ich mal was Du nächste Woche berichtest.


    Alles Liebe und Gruß Ricka