Tumorbestimmung

  • Wenn jemand mit einem Blasentumor ins Krankenhaus kommt, wird dieser bei einer TUR-B entfernt und zum Pathologen geschickt.


    Dieser bestimmt dann anhand des Materials den Tumor, z. B. ein pT1, pNx, L0, V0, G3.


    Das T, also die Eindringtiefe erkennt ja wahrscheinlich schon der Chirurg und das G erkennt der Pathologe an den Zellen, richtig?


    Aber woher kommen die anderen Werte?


    Kann man das pNx, L0, V0 auch an den Zellen des Tumors erkennen oder ist es einfach so, daß ein pT1 G3 eben im Normalfall pNx, L0, V0 ist? Kann ja eigentlich nicht sein!


    Woher weiß der Pathologe den Befall der Lymphknoten oder der Venen, er sieht sie doch nicht?


    Weiß das jemand?


    Axel

  • Hallo Axel,


    pNx heißt ja, daß der Pathologe das nicht beurteilen kann; schließlich gibt´s bei einer TUR-B keine Lymphknoten.
    Wie er V und L beurteilen will, weiß ich auch nicht. Fest steht nur, daß sehr häufig!!! der Befund des Zystektomiepräparates sehr viel schlimmer ausfällt, als der TUR Befund.


    Liebe Grüße
    Hexe :tanzen:

  • Hallo Hexe,


    das bedeutet also, daß ich jetzt borderline-mäßig organerhaltend auf T1G3 therapiert werde, ich aber wahrscheinlich (eventuell) schon "weiter" bin , das aber nur bzw. erst erfahre, wenn die Blase entfernt ist?
    Das ist echt Spiel mit dem Feuer.
    Wie schnell kann das wachsen?
    Ich habe Angst, das man einfach so nach Richtlinien therapiert, und irgendwann bei einer Spiegelung heißt es : Oh, Jetzt haben wir ein T3 oder T4 und Metastasen und jetzt ist es zu spät für eine OP.
    Kann das passieren?
    Oder ein CIS. Ich mache jetzt 6 Wochen BCG. Danach kommt eine Spiegelung. Kann bis dahin schon ein schlimmerer Tumor gewachsen sein?
    Ich habe echt Sch...Angst. Ich will noch nicht sterben.


    Axel

  • Hallo Axel,


    das kommt ganz auf die Qualität des operierenden Urologen und des Pathologen an. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen.


    Ein T1G3 ist immer grenzwertig. Wir hatten hier mal einen Fall öffentlich (sicher gibt´s da auch noch mehr), wo ein Patient mit der Synergo-Methode behandelt wurde, Dr.Lüdecke aber nicht persönlich die TUR-B durchgeführt hatte. Der Patient (ralleprivat) musste zystektomiert werden. Der Bericht ist hier nachzulesen.


    Du wirst momentan völlig leitliniengerecht behandelt. Erst bei Versagen von BCG im Sinne von Progress und/oder Rezidiv hast Du zwei Alternativen:
    Zystektomie oder Radiochemotherapie. Beide Alternativen haben in etwa gleiche Erfolgschancen, wobei in Großbritannien die Chemotherapie mit 5FU (Fluorouracil) durchgeführt wird. Von dort stammt auch die Statistik zum etwa identischen Ergebnis.


    Liebe Grüße
    Hexe :tanzen:

  • Moin Axel,


    mit der Angst vorm Krebs ist es wie mit der Angst vor dem Hund: beide merken es und werden dich bedrängen.


    Lass dich nicht von der Angst vor einer beherrschbaren Krankheit auffressen (Angst fressen Seele auf!).


    Der Tumor ist entfernt worden. Punkt. Die Instillation soll Rezidive verhindern. Ob das klappt, wird die nächste Nachschau zeigen.
    Bis dahin: carpe diem!


    Zur Klassifizierung: der Urologe (Chirurg) merkt, wie tief er schneiden muss, um den Tumor zu entfernen. Daraus ergibt sich die Eindringtiefe. Der Pathologe erkennt die Gefährlichkeit des Tumor und vergibt das Grading (G).
    G2-Tumore sind zu 2/3 high risk, nur ein Drittel ist low grade. Daher auch deine Weiterbehandlung mit BCG, das aggressiver ist als das Mitomycin (das auch schon ein Teufelszeug ist).


    Atme tief durch, genieße dein Glas Rotwein und freue dich über die Sonnenseiten des Lebens.

    Nach Zufallsfund 2006: pTa G2 (high grade) 5 x TUR-B und 30 x Mitomycin nun jährliche Kontrollzystoskopie mit Urinzytologie und PSA-Test

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