Hyperplasie - Krebs? Verhalten des Urologen normal?

  • Hallo, ich bin neu hier im Forum. Ich bin seit vielen Jahren Blasenkrebs-Patientin und habe bisher (seit 7 Jahren) mich bei meiner Urologin immer gut aufgehoben gefühlt. Heute ist jedoch in der Praxis etwas passiert, was mich völlig verunsichert hat, wo ich nicht weiß, ob das "normal" ist oder ich besonders empfindlich bin....


    Also ich fange mal vorne an:

    2011 wurde bei mir Harnblasenkrebs im Frühstadium festgestellt, mittels TUR-B und Frühinstillation mit Mitomycin im Krankenhaus entfernt. Ta-G1-Tumor. Eine Nachresektion war nicht erforderlich. Die Krankenhausärzte waren sich einig, dass ich aufgrund meines Alters - damals erst 39 Jahre - vorsorglich noch eine Instillationstherapie mit Mitomycin machen sollte. O-Ton damals: "Bei jungen Leuten bilden sich Zellen schneller als bei älteren - leider auch Krebszellen. Wären Sie 70, wäre mit der TUR-B die Behandlung bereits abgeschlossen"


    Also 8 x Mitomycin-Instillation hinterher. Danach jahrelang Ruhe. Im Dezember 2015 hieß es bei einer Routinekontrolle "da ist wieder was". Auf dem Bildschirm während der Blasenspiegelung konnte ich einen winzigen Punkt erkennen. Also Krankenhaus, TUR-B mit Frühinstillation...Ergebnis war eine Hyperplasie, jenseits jeder Bösärtigkeit....ich war natürlich sehr erleichtert. Danach war erstmal wieder Ruhe.


    Jetzt vor einem Monat dann "da ist wieder was". Das, was ich im Bildschirm bei der Blasenspiegelung selbst gesehen habe, sah für mich ähnlich einem weißen Schimmelpilz aus, der sich wie ein Rasen über einen Teil der Blasenschleimhaut gelegt hatte.


    Meine Urologin tippte darauf, dass es sich um eine Hyperplasie ähnlich wie 2015 handelt und riet zum Abwarten und zu weiterr Kontrolle. Kontrollzeitraum wollte sie auf 12 Wochen legen. Ich habe ihr gesagt, dass über diesen langen Zeitraum meine Nerven sicher nicht durchhalten würden. Sie bot mir dann an, direkt ins Krankenhaus zu gehen. Ich bat mir Bedenkzeit aus.


    Nach weiterer Rücksprache mit ihr habe ich vereinbart, dass bereits nach einem Monat eine Kontrolle stattfindet - zu meiner Nervenberuhigung. Sie selbst war und ist der Auffassung, dass eine so enge Kontrolle nicht nötig sei.


    Wie dem auch sei- die Kontrolle war nach einem Monat - und zwar heute. Von dem "weißen Rasen" war nichts mehr zu sehen, stattdessen zwei gestielte Gewächse, sehr klein noch, von schmutzig-gelber Farbe. Die Urologin meinte daraufhin, dass es - wie sie es prophezeit hätte - genauso aussähe wie beim letzten Mal und nicht gewachsen sei - also weiter beobachten. Ich war total irritiert und hab natürlich nachgefragt nach dem "weißen Rasen". Sie meinte, dass dies Fibrin gewesen sein könnte.


    Ich ahbe dann darum gebeten, dass Foto vom letzten Mal mit dem heutigen Bild zu vergleichen. Daraufhin stellte sich heraus, dass sie vor einem Monat kein Foto gemacht hatte. Heute wurde ein Foto gemacht, allerdings nur auf mein Drängen hin. Auf mein Frage hin, dass dann doch gar kein klarer Vergleich möglich sei, kam von ihr "das habe ich im Kopf". Auf meinen Einwand, dass sie doch kaum die Befunde und das Aussehen aller ihrer Patienten im Kopf haben könne, meinte sie "aber sicher doch, natürlich". Das hat mich sehr stark verunsichert und beschäftigt mich immer noch.


    Ist es normal, dass in der Urologie keine Bilder erstellt werden? Beim Frauenarzt kenne ich es, dass da alle Auffälligkeiten vermessen werden und Ultraschallbilder ausgedruckt werden,,,,dachte beim Urologen ist das ähnlich. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Urologin sicher alle Patientenbefunde im Kopf haben kann...?


    Oder ist das "normal" und ich bin überempfindlich? Ich mache mir mittlerweile solche Sorgen, dass ich um eine Krankenhauseinweisung gebeten habe. Im April habe ich dort Termin zur erneuten TUR-B.


    Soll ich nochmal mit ihr reden? Soll ich den Arzt wechseln? Ich bin so unsicher. 7 Jahre habe ich mich dort eigentlich sehr gut aufgehoben gefühlt.

    Hallo, bin weiblich, 46 Jahre alt. Erstmals TUR-B in 2011, damals pTa-G1 Tumor klassifiziert. Danach Instillationstherapie mit Mitomycin. Ende 2015 Verdacht auf Rezidiv - erneut TUR-B. Ergebnis: Hyperplasie, kein Hinweis auf Bösartigkeit. Momentan erneut "was in der Blase" und aus diesem Grund hab ich im allgemeinen Blasenkrebsforum einen Thread erstellt.

  • Die Beiträge habe ich zusammengeführt um den Zusammenhang zu erhalten. Noch ist es ein oberflächlicher Tumor und es sollte nach meiner Meinung nach der anstehenden TUR B eine Weichenstellung geben. Vertrauen zum Arzt ist unabdingbar. Das Ergebnis der Nachresektion würde ich an Deiner Stelle zusätzlich von einem weiteren Urologen zur Zweitmeinung prüfen lassen.


    Gruß Wolfgang

    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Liebe Tapa,

    erstmal willkommen hier bei uns, wenn der Grund auch bescheiden ist..

    Gute Entscheidung, das neue Gewächs per TURB entfernen und untersuchen zu lassen - deine optische Schilderung lässt schon den Verdacht auf ein papilläres Karziom aufkommen.

    Tja, das Verhalten der Urologin ist merkwürdig, aber ich würde ihr noch eine Chance gegeben. Ärzte müssen wohl bei der Masse Lernstoff im Studium per se ein gutes Gedächtnis haben, ich bin auch immer wieder über meinen Uro erstaunt, was er sich merkt. Das mit den Fotos scheint bei den Urologen nicht so systematisch verbreitet wie bei den Gynäkologen ... leider.

    Für den Moment sind die Daumen gedrückt für möglichst keinen Befund. Erst der wird zeigen, wie es weitergehen kann - alles andere wäre Spekulation.

    Frag, was immer du wissen möchtest... Lieben Gruß von Barbara

    12/2014 NMP22 (IGEL bei Gyn) positiv, 03/2015 TUR B =>CIS und floride Entzündung, 04/2015 Mapping (Hexvix) => CIS und floride Entzündung, 04/2015 BCG(6 x je 1 pro Woche) => Mapping 06/2015 => weiterCIS Blasenboden => Zystektomie 4.9.15 "Berliner Neoblase", Zystektomie pTis multifokal, R0, N0 (0/7)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." aus "Ich bleibe hier" von Catherine Ryan Hyde

  • Ich bedanke mich erst einmal. Ich bin etwas ruhiger als heute Nachmittag und denke mittlerweile auch, dass ich mit der TurB richtig liege. Was ich mit der Urologin spreche...sie hat ab jetzt Urlaub und ich denke, das ist auch ganz gut, Dann kann ich in Ruhe überlegen was ich mache und was sich richtig anfühlt

  • Hallo Tapa,


    bei gestielten Gewächsen würde ich auch auf jeden Fall eine TURB in Angriff nehmen. Ich hatte in den letzten 6 Jahren bei den Kontrollen immer ein Mapping (besonders um ein cis auszuschließen). Vlt. ist das auch eine Variante, die Deine Urologin künftig anbieten könnte, sofern sie eine Kurzschlafnarkose anbietet. Ansonsten zwickt die Probenentnahme schon ordentlich (bin mal wach geworden). Das gibt mehr Sicherheit, gerade wenn in der Blase "unklare" Strukturen vorhanden sind.


    Viel Glück

    Melinda

    T1G3 - 5 Jahre danach :)

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