Schwerbehinderung und Arbeitsplatz

  • Die oftmals vermeintlich Arbeitsplatzgarantie ist eben keine Sicherheit.


    WAZ, heutige (17.05.2019) Ausgabe:



    "BAG: Keine Garantie auf Arbeitsplatz für Schwerbehinderte


    Erfurt. Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat eine Grundsatzentscheidung über die Rechte von Menschen mit schwerer Behinderung gefällt. Aus Sicht der Richter gibt es für sie keine Beschäftigungsgarantie bei betrieblichen Umstrukturierungen. „Der Arbeitgeber kann eine unternehmerische Entscheidung treffen, welche den bisherigen Arbeitsplatz des Schwerbehinderten durch eine Organisationsänderung entfallen lässt“, entschieden die höchsten deutschen Arbeitsrichter in einem Fall aus NRW (6 AZR 329/18). Ob der gesetzliche Beschäftigungsanspruch von Schwerbehinderten greife, machten die Richter davon abhängig, ob es eine geeignete Weiterbeschäftigungsmöglichkeit auf einem anderen freien Arbeitsplatz bei dem Arbeitgeber gibt. dpa"



    Wolfgang

    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Irgendwie richtig !

    Ich war jahrelang Schwerbehindertenbeauftragter in meinem ehemaligen Betrieb. So viel "Schonarbeitsplätze" wie es für die "Gleichgestellten" (Schwerbehindertenausweis mit einem Grad 30 oder 40 mit einem rechtlichen Anspruch wie mit einem Grad von 50) konnte es gar nicht geben, konnte der Arbeitgeber nicht bereitstellen.

    Ich hatte Mitarbeiter in Gleichstellung die schon fast ein Jahr krankgeschrieben waren, dann bei mir auftauchten und einen "Schonarbeitsplatz" haben wollten. Wenn es den nicht (weil alle besetzt) gab, kamen sie 14 Tage arbeiten und machten dann weiter krank.

    Komischerweise sind sie bis zum Ausgangstor noch gehumpelt, auf dem Parkplatz gings dann auf das BMW Motorrad und weg waren sie. Gelegentlich traf man sie auch in der Stadt beim bummeln mit Frau, selbstverständlich nicht mehr humpelnd, locker, lustig und fröhlich frei.


    Manche Zeitgenossen übertreiben und liegen den Sozialkassen schwer auf der Tasche, ist eben so. Hier sollte man verschärft den Ärzten auf die Finger schauen die aus Furcht einen "Kunden" zu verlieren jeden und alles krank schreiben wenn ein "Kunde" dies verlangt.


    Gruß

  • Ich hätte an meinen alten Arbeitsplatz zurück kehren können, an vielen Arbeitsprozessen hätte ich aber nicht mehr teilnehmen können, was mich körperlich und mental sehr belastet hätte.

    Deshalb hat es mich persönlich damals schon schwer getroffen, daß mein Arbeitgeber für mich keine Stelle bereitstellen konnte, die meinen Bedürfnissen gerecht wurde. Diese Stellen waren bereits besetzt durch MA, die sich diese bereits in jungen Jahren gesichert hatten (man muß nur beim Chef kratzen). Neue Stellen zu schaffen war meinem Arbeitgeber nicht möglich bez. wollte er nicht. Immerhin hat der Betrieb 1500 MA.

    Das Interesse, einen MA mit 100% GdB anderweitig weiter zu beschäftigen, war gering bez. nicht vorhanden und das nach 35 Jahren Vollzeitbeschäftigung als Fachkraft.


    Letztendlich habe ich mich richtig entschieden und die Erwerbsminderungsrente beantragt, die dann nach 18 Monaten auch genehmigt wurde.


    LG Gabi

    Januar 2013: TUR B (pT2,G3) ; März 2013: radikale Cystektomie,Anlage Indiana Pouch ,Nephrektomie li. Diagnose :Muskelinvasiver Blasentumor pT4a,pN0 (0/7),cM0,L1,V1,Pn1,G3,R1 (PD) Mai - September 2013 4 Zyklen Chemotherapie GEM CIS ;;; Hoffnung ist eine Art von Glück, vielleicht das größte Glück, das diese Welt bereit hält. Der Weg ist das Ziel

  • Manche Zeitgenossen übertreiben und liegen den Sozialkassen schwer auf der Tasche, ist eben so. Hier sollte man verschärft den Ärzten auf die Finger schauen die aus Furcht einen "Kunden" zu verlieren jeden und alles krank schreiben wenn ein "Kunde" dies verlangt.

    Hallo Rainer,

    Leute die unser System ausnutzen hat es schon immer gegeben und wird es immer geben.

    Den Ärzten auf die Finger schauen? Wie bitte soll das denn gehen? Kein Arzt der Welt kann mit Sicherheit sagen, dass sein Patient ihn gerade anschwindelt und keine Beschwerden hat.

    Unser Gesundheitssystem geht meiner Meinung nach den Bach runter und entwickelt sich zu einer zwei Klassen Gesellschaft. Aber nicht wegen der zu hohen Belastung der Kassen.

    Die sind alle (noch) in den schwarzen Zahlen.

    Die Hausärzte in den Gemeinden sterben aus, sechs bis acht Wochen auf einen Termin beim Facharzt warten, weil man Kassenpatient ist........


    Unser Betrieb beschäftigt momentan noch 102 Mitarbeiter. Wir waren mal, bis uns ein Großunternehmen aus den USA gekauft hat, 187 Mitarbeiter.

    Davon sind im drei Kollegen seit über einem Jahr krankgeschrieben. Diese Kollegen sind alle weit über 50 Jahre, haben mit Sicherheit Beschwerden und auch fleißig ihre Sozialbeiträge gezahlt.

  • Lieber Gerhard ,


    selbstverständlich soll der, der wirklich krank ist auch seinen Krankenschein bekommen. Krankheiten kann man feststellen, dafür gibt es Ärzte, da muss sich kein Arzt auf die Aussage "Ich habs im Rücken, ich habs in den Knien, mir ist dauernd schwindelig usw..) verlassen.


    Geh mal Montags oder Freitags morgens in eine Allg. Praxis, proppenvoll, alles junges und mittelaltes Puplikum, was wollen die wohl..

    Von Dienstag bis Donnerstag herrscht Normalbetrieb.


    Heute lässt man sich wegen jeden Furz krankschreiben, da gibts keine Kontrolle mehr. Hier steht die Frage im Raum ab wann man wirklich krank ist oder als arbeitsunfähig zu gelten hat. Von der Sekretärin zum Bauarbeiter gibts hier sicherlich unterschiedlichen Bewertungskriterien, das sollte aber der Arzt im Auge haben.


    Gruss Rainer

  • Hallo Rainer,

    ich kenne die Situation, da ich momentan selbst oft beim Arzt bin. Ich gebe dir in einer Sache Recht. Der Arzt sollte sich mehr Zeit nehmen und mit dem Patienten reden.

    Die hat er aber oft nicht, oder er will nicht reden. Unser Hausarzt öffnet morgens schon um 06:00 Uhr. Ich stehe ab 05:30 Uhr bereits vor der Tür und bin dann der sechste in der Reihe. Da stehen allerdings einige Rentner vor mir, die nicht schlafen können oder nix besseres zu tun haben. Das ärgert mich immer sehr, da diese Öffnungszeit für berufstätige vorgesehen ist.



    Gruß Gerhard

  • Dieses Thema enthält 2 weitere Beiträge die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registriere dich oder melde dich an um diese lesen zu können.