Diagnose Tumor in Harnblase

  • Guten Tag, liebe Forumsmitglieder,

    ich bin gerade beigetreten und möchte Sie alle um Hilfe bitten.

    Ich habe vor 2 Woche per Blasenspiegelung die Diagnose Tumor in Blase bekommen. Als Diagnose für die Krankenhausbehandlung steht vom Arzt geschrieben "Blasentumor, V.a. (D41.4V)". Bei Untersuchungsergebnis "BT re SW".

    Kann mir jemand helfen und sagen, was das zu bedeuten hat?

    Ich habe für den 07.04.2020 einen oP-Termin in der Uni-Klinik in Bonn bekommen und wüsste gerne vor dem Vorgespräch am 18.03.2020 was evtl. auf mich zukommt und was die Kürzel auf dem Formular zu bedeuten hat.

    Kann mir jemand helfen?

    Danke, larri

  • Hallo larri ,

    willkommen in unserem Forum. Schön, dass du dich bei uns registriert hast. Solltest du weitere Fragen haben, kannst du sie gerne hier unter diesem Beitrag posten. Wir Moderatoren werden zur gegebener Zeit deinen Beitrag in das entsprechend passende Forum verschieben. Einen schnellen Überblick kannst Du dir in diesem Video verschaffen: Zum Video


    Kommen wir zu Deinen Fragen:

    Der ICD Code D41.4 sagt nichts Anderes als "Tumor in der Blase" BT = Blasentumor rechte Seitenwand.

    Stutzig macht mir der doch relativ lange Zeitraum bis zur TUR-B (deine Operation, Feststellung bis zur OP 6 Wochen). Wenn möglich solltest du versuchen einen früheren Termin zu bekommen.


    Was kommt auf dich zu?

    Nach entsprechenden Voruntersuchungen wirst du in den OP Saal geschoben, bekommst entweder eine Rückenmarks oder Vollnarkose. Dann wird man die Blase spiegeln und gleichzeitig über die Harnröhre versuchen den Tumor mittels Elektroschlinge abzutragen, wenn es möglich ist komplett. Die so gewonnenen Proben gehen in die Histologie wo diese bewertet werden. Auf das Ergebnis wartet man zwischen 3 und 5 Tagen.

    Die ganze OP (auch TUR-B genannt) dauert je nach Tumorausdehnung zwischen 20 und 60 Minuten. Danach wachst du im Zimmer auf, hast einen Spülkatheter in der Blase womit man so 10-15 Liter Spülflüssigkeit durch die Blase lässt. Am Anfang kommt es richtig rot (Blut) heraus, mit der Zeit wird es klarer und klarer. Wenn es fast völlig klar ist kannst du das KH verlassen, das wird so nach 3-4 Tagen sein.


    Wichtig für dich! Du solltest in der Zeit auf absolute Hygiene achten, vor und nach jedem Toilettengang immer und gründlich die Hände desinfizieren. Möglichst wenig bis gar nicht den Katheter anfassen, wenn es nötig sein sollte nur mit desinfizierten Händen. Glaub es mir, das ist sehr wichtig und notwendig, eine Blasenentzündung kann sehr sehr schmerzhaft sein.


    Wenn du das Ergebnis der Histologie hast schreib es hier drunter, danach richtet sich die weitere Vorgehensweise.


    Gruß Rainer

  • Hallo und guten Abend larri und herzlich willkommen bei uns im Forum Blasenkebs. Es wird sich zeigen, was der geplante Eingriff am 07.04.2020 ergeben wird. Ich gehe davon aus, dass es eine TUR B (transurethale Resektion Blase) werden wird. Hier werden durch die Harnröhre Proben entnommen welche dann im weiteren Verlauf der pathologischen Befundung zugeführt werden. Erst dann wenn dieser Befund vorliegt kann man eine mögliche Therapie ableiten. Es sollte mit Hexvix gearbeitet werden. Das wird vor dem Eingriff in die Blase instilliert und macht für den Operateur auffälliges Gewebe fluoreszierend sichtbar.


    Zu den Abkürzungen kann ich nur ableiten "BT = Blasentumor, recht = rechts SW = Seitenwand. "


    Lies Dich gerne in die Themen ein und stelle die Fragen die Dir auf der Seele brennen.


    Gruß, wolfgangm

    pT4 a, G 3 und CIS, sechs Zyklen Chemotherapie, Gem/Cis


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Danke rainer,

    Danke wolfgangm,

    Ihr beide habt mir erst mal die nächsten, auf mich zukommenden Schritte, dargestellt. So besch…… die Situation auch ist, beruhigt es mich zu wissen, dass ich mit meinen Sorgen und Problemen nicht alleine bin. Meine Frau ist mir in dieser schweren Zeit eine große Stütze. Sie sagt, egal was kommt, wir stehen das durch.

    Nach der Spiegelung war ich erst einmal von dem Ergebnis wie gelähmt und vergaß darüber, den Arzt über das Ausmaß und Sonstiges zu befragen. Erst nachdem Dieser das Behandlungszimmer verlassen hatte und ich langsam begriffen hatte, was mir da gerade diagnostiziert wurde habe ich die Arzthelferin, die bei der Spiegelung zugegen war gefragt, wie groß den der Tumor wohl gewesen sei. "Stecknadelkopfgroß oder schon größer?"

    Sie sagte, schon eher Tischtennisballgroß :-( .

    Ich hatte ja überhaupt keine Vorstellung und diese Größenangabe hat mich natürlich umgehauen. Erst abends, als ich meiner Frau das Ergebnis mitteilte und wir dann, sorry, gemeinsam vor Angst in den Armen gelegen und geweint haben, stellte ich mir die Frage, wie lange ich dieses "Ding" denn wohl schon mit mir herumtrage oder ob dieser so schnell wächst.

    Ich hatte erst Zweifel, ob es etwas bringt, dieser Gruppe beizutreten, bin aber soooo froh, es getan zu haben.

    Ich kann Euch gar nicht sagen, wie dankbar ich Euch im Augenblick für Eure Antworten und Informationen bin.

    Nach meiner OP melde ich mich mit dem Ergebnis und habe dann sicherlich eine Menge Fragen mehr an Euch.

    Ich rechne mit dem schlimmsten, aber hoffe inständig, dass ich zu den 70% gehöre, bei denen der Tumor nur an der Schleimhaut sitzt.

    Nochmals Dank Euch Beiden,

    larri

  • Hallo larri ,

    die Größe des Tumors sagt noch rein gar nichts über die mögliche Eindringtiefe oder dessen Aggressivität aus. Wir hatten hier sehr oft Mitglieder mit Apfelsinengroßen Tumore die noch immer oberflächlich waren.

    Sei froh das der Tumor endlich enddeckt wurde und ihr gemeinsam mit dem Arzt dagegen angehen könnt.

    Jetzt kommt das was wir alle durchgemacht haben, dieses elendige Warten auf die Operation, dann das Warten auf die Histologie.. man ist in der Zeit wie in Watte gepackt, weiß nicht woran man ist, Hoffen und Bangen wechseln sich ab. Wir hier im Forum verstehen Eure Sorgen und Ängste aufgrund eigener Erfahrungen. Falls du oder auch deine Frau weitere Fragen habt, stellt sie einfach hier drunter ein.


    Gruss aus Aachen

    Rainer

  • Hallo Ihr 2,

    ich habe noch ein paar kurze Fragen an Euch Beide.

    Bei Dir, Rainer, habe ich durch Lesen im Forum geschlossen, dass Du eine sogenannte Neoblase hast. Ich hoffe, ich habe keine falschen Schlüsse gezogen? Weithin entnehme ich Deinen Daten, dass Du 68 Jahre alt bist und wenn ich das noch zusammen bekomme, Du vor 6 - 8 Jahren Deine OP hattest. Hast von Durchfall und Nachts nicht durchschlafen können geschrieben (auch von einem Wundertee gegen Schleim). Du musst also zum Zeitpunkt der OP in etwa mein Alter gehabt haben.

    Ich bin ein sportlich aktiver Mensch. Meine Frage an Dich, würdest Du heute, nachdem Du Deine Erfahrung mit dieser Neoblase gemacht hast, die gleich Entscheidung wieder treffen (lese, dass es im Alter schwer ist, einen bestimmten Muskel zu aktivieren)? Ist danach Sport für den Betroffenen ein Problem?

    Und Du wolfgangm, wie ist es bei Dir?

    Durch diese Fragen versuche ich für mich eine gute und lebensbejahende Lösung zu finden.

    Ich bin aufgeregt auf Eure Antwort und gehe dennoch nach einem "harten Tag" jetzt schlafen.

    Schlaft gut,

    larri

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