Ich bin neu und möchte mich vorstellen

  • Hallo und moin an alle Forummitglieder,

    Ich möcht mich kurz vorstellen. Ich bin 61 Jahre alt, wohne in Jever, bin im 41 Dienstjahr bei der Bundeswehr, im Taktischen Luftwaffengeschwader 71 "Richthofen" stationiert

    und werde im September 2021 pensioniert.

    Ende Mai hatte ich Blut im Urin und in der umgehenden Untersuchung stellte der Urologe nach Sonographie und Blasenspiegelung eine Unregelmäßigkeit in der Blase fest.

    Er vemutete einen Polypen.

    Am 02.06.2020 fand im Klinikum Wilhelmshave eine TUR-Blase mit PDD statt. Am 03.06. teilte man mit mit, dass es sich doch um eine Tumor handelte (2,7cm).

    Diagnose: Muskelinvasives Urothelkarzinom der Hanrblase (pT2,G3/high-grade) Z.n. Tonsilektomie Z.n. Appendektomie

    Histologie: Biopsate vom Harnblasenboden und von der Harnblasenwand links mit mäßiger chronischer Urocystitis. Anteile eines wenig differenzierten muskelinvasiven Urothelkarzinoms, auch in den Randproben bei 12 Uhr und 6 Uhr im m Material von der tiefen Schicht. Tumorfreie Randprobe bei 9 Uhr.

    • Hilfreichste Antwort

    @BWSoldat

    Meine Zystektomie war auch am 22.07.2020, auch ich wurde 18 Tage später entlassen und auch ich bin derzeit schon bei 300-350ml Fassungsvermögen.

    Rainer (und auch Barbara) hat natürlich recht wegen dem Bicanorm, ich nehme seit 5 Tagen 3x täglich eine ACC 200mg Tablette, die auch beim Schleimlösen hilft.

    Obst - überwiegend Birnen und Pflaumen - esse ich seit genau 10 Tagen wieder. Seit neun Tagen habe ich 2x täglich den geilsten Stuhlgang, den man sich vorstellen kann. Weich und ohne zu pressen, besser ging es früher auch nicht. Also traue Dich mal hier, mal da ein Stück Obst zu essen, das wird schon klappen.

    Was den Gewichtsverlust betrifft, wundern mich Deine 21 Kg schon sehr, bei mir waren es trotz Durchfälle nach der Op nur 4-5 Kg. Aber da ist wohl jeder etwas anders.

    In diesem Sinne alles Gute!

    Florian

  • Hallo und herzlich willkommen hier im Forum Blasenkrebs. Dein Posting habe ich verschoben und eine eigenes Thema für Dich eröffnet. Bitte immer hier weiterschreiben wenn es um Dein eigenes Thema geht.


    Der Befund liegt vor und die Zystektomie wird die Konsequenz sein. Die radikale Zystektomie in Deinem Alter sollte es machbar sein, Dir eine Neoblase zu basteln und damit zumindest optisch die Normalität erhalten. Nun hängt es davon ab, was die Untersuchungen und die Empfehlungen der Mediziner ergeben und vor allen Dingen, dass es sich um eine Klinik handelt, die ausreichend versiert ist auf dem Gebiet und entsprechende Fallzahlen dokumentoeren kann. Vor etwas mehr als zehn Jahren musste icjh diesen Weg gehen und wurde in der Ammerland KLinik / Bundeswehr Krankenhaus in Westerstede behandelt. Allerdings konnte die Neoblase wegen Befalls der Harnröhre bei mir nicht zur Anwednung kommen.


    Gruß, wolfgangm

    pT4 a, G 3 und CIS, sechs Zyklen Chemotherapie, Gem/Cis


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Mahlzeit BWSoldat , willkommen in unserem Forum.


    Das hört sich nicht besonders gut an. Ich denke mal, das du deine Mandeln und den Blindarm (Tonsilektomie + Appendektomie) schon vor sehr langer Zeit verloren hast. Ich denke man wird dir geraten haben die Blase zu entfernen und falls möglich als Harnableitung eine kontinente Neoblase zu favorisieren.

    Du hast keine direkte Fragen gestellt, somit glaube ich das du schon bestens aufgeklärt wurdest.


    Gruß Rainer

    Alt-Ex-Oberfeldwebel

    1./FlaRakBtl. 31

  • Hallo

    und herzlich Willkommen hier im allerbesten Blasenkrebsforum. Wie bei allen, ein bescheidener Anlass, der dich herführt.

    Nun zu der Diagnose wird dir dein Arzt schon was gesagt haben.

    Entfernung der Harnblase mit allem Zubehör steht an. Du solltest es nicht allzu lange aufschieben.

    Bei den Proben vom Blasenboden muss man sehen, dass der Tumor nicht zu nahe am Schließmuskel bzw. der Harnröhre war.

    Da wäre der Bericht vom Phatologen hilfreich. Falls du ihn einstellst, bitte deine pers. Daten schwärzen, oder überkleben.

    Dann könnte für dich noch eine komfortable Ableitung in Form einer Neoblase in Frage kommen. So du das möchtest.

    Ansonsten stehen dir Mainz Pouch I, oder das Urostoma zur Wahl.

    Leben kann man mit allen Ableitungen gut.

    Vielleicht schreibst du uns noch, was inzwischen mit dem Arzt besprochen ist, und welche Fragen du speziell an uns richten möchtest.

    Lese dich ein bißerl durchs Forum, das erleichtert bzw. erklärt schon vieles.


    Sei herzlich gegrüßt, Ricka

  • Sorry und danke für die Antworten. Ich war noch nicht fertig und bin wohl versehentlich auf den Sendebutton geraten.

    Ich habe am 15.07.20 Vorbereitungstermin und am 22.07.20 die OP. Ich habe mich natürlich beraten lassen und verschiedene Möglichkeiten geprüft.

    Letztlich habe ich der OP nach dem intensiven Gespräch mit dem Chefarzt des Klinikums zugestimmt.


    Ich möchte meinen allerhöchsten Respekt an alle Betroffenen im Forum aussprechen. Ich ziehe den Hut davor, wie man mit den Ängsten und Belastungen

    umgeht und wie hilfreich und professionell die Fragen beantwortet werden.

    Rainer, ich gebe Dir recht. Ausser Mandel und Blinddarm war noch nix. Dafür bin ich auch dankbar. Das nun jetzt so ein Brett auf ich einprasselt, ist schon heftig.

    Nützt nix. Wie Wolfgang schon sagt, wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren.


    Psychisch komme ich wohl klar. Das habe ich in den 7 Afghanistan Einsätzen gelernt, wie man mit Ängsten umgeht. Leid tut es mir natürlich für meine Familie, dass ich

    sie derart belasten muss. Sie unterstützen mich wo sie können und das ist schon sehr wertvoll und hilfreich. Gut ist, dass in der Familie meiner Frau 2 Krankenschwestern

    sind, die mich beraten können. Da meine Frau in der Abrechnung von Altnpflegeheimen arbeitet, ist sie bestens mit den Artikeln für Inkontinenz vertraut.


    Bezüglich der Neoblase macht sich bei mir allerdings bei den Berichten über Kontinenzverhalten etwas Unbehagen breit. In den bisherigen Gesprächen mit den

    Ärzten sprach man davon, dass man mit der Neoblase gut leben kann und man die wenigsten Einbußen in der Lebensqualität hat. Scheint ja offensichtlich nicht so

    zu sein. Ich hab doch Schiss, was da auf mich zukommt und bin mir nun nicht mehr so sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich werde da auf alle Fälle nochmal

    nachhaken. Vielleicht gibt es ja noch ein paar Tips oder Hinweise. Ich werde wohl erstmal abwarten, wie alles verläuft und ich es schaffe, damit umzugehen. Man sagte mir,

    es wird einem schon im Krankenhaus beigebracht, die Blase zu entlehren. Und eine Reha im Anschluss soll auch helfen.


    Ich genieße jetzt die letzten Tage vor der OP, gehe nochmal in meine Stammkneipe und hoffe, einigermaßen gut aus der Sache herauszukommen.


    Gruß

    Dietmar

  • Hallo BWSoldat (Dietmar)


    Ja, die Neoblase, Fluch und Segen sag ich nur. Ich habe meine jetzt seit gut 16 Jahren, bisher noch einwandfreie Funktion. Mir hat man sie mit 54 eingebaut, du bist 61, und das ist ziemlich grenzwertig. Da du aber Soldat warst nehme ich an das du ziemlich fit bist und somit sollte einer Neoblase nichts im Wege stehen. Tagsüber wird man recht schnell "trocken" , mit 3 Monaten muss man aber rechnen. Anfänglich passen in so einer Neoblase mal gerade 80 ml, nach 3 Monaten wirst du ein Volumen von 250-300 ml erreicht haben.


    Nachts hat der größte Teil der Neoblasen erhebliche Probleme. Im schlaf entspannen alle Muskeln und dann fließt es unaufhörlich. Fatal ist, man merkt es noch nicht einmal weil der Urin Körpertemparatur hat. Bei mir hat es mindestens 2 Jahre gedauert bis ich einigermassen auch nachts trocken war. Jetzt schlafe ich meine 8 Stunden durch, es sei denn ich habe abends ein paar Flaschen Bier getrunken, dann muss ich nach 3-4 Stunden mal kurz hoch. Jetzt nach 16 Jahre Neoblase sage ich mir, damals die richtige Entscheidung, heute mit 69 würde ich das Stoma bevorzugen.


    Nach 16 Jahren Neoblase und auch Forum sage ich dir das 95% der Neoblasenträger nachts nie kontinent werden. Kontinent bedeutet für mich mindestens 7-8 Stunden durchschlafen ohne das was passiert. Viele stehen nachts 1-2 mal auf und behaupten dann sie seien auch nachts kontinent, sorry, das ist nicht kontinent, das ist für mich verhinderte Inkontinenz durch aufstehen, aus dem Schlaf gerissen werden, durch Wecker oder Vibrationsalarm am Handgelenk.


    Die Potenz ? ja die ist Futsch, das wäre sie auch bei einem Stoma. Nervenschonens operieren, ja sagen manche, das machen wir. Die Realität hinterher sieht dann ganz anders aus.


    Die Ärzte reden immer alles schön, alles so easy locker, hinterher kommen sie noch 2 mal vorbei und dann sieht man sie nie wieder.. ich denke du wirst es mit der Neoblase packen.. stell dich allerdings darauf ein das es ein nicht ganz leichter Weg sein wird.


    Gruß Rainer

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