Blasentumor Cis G3 mit Unverträglichkeit BCG

  • Hallo zusammen,


    bin neu hier im Forum.


    Bei mir wurde nach mehreren Blasenentzündungen ohne bakterielle Nachweisbarkeit im Rahmen einer Blasenspiegelung ein Blasentumor Cis G3 festgestellt.


    Mein Urologe hat daraufhin eine BCG-Instillations-Therapie begonnen, geplanter Zeitraum: 6 Wochen im wöchentlichen Rhythmus. Bereits nach der 2. Behandlung musste ich diese abbrechen, weil ich im 10 Minuten Takt Wasser lassen muss und eine Fortführung somit nicht mehr möglich ist. Meine Symptome gleichen wieder der einer Blasenentzündung.


    Nach Rücksprache im Klinikum wurde mir die operative Entfernung der Blase und Einsetzung einer Neoblase empfohlen.


    Hat jemand von euch Erfahrung mit alternativen, besser verträglichen Medikamenten und/oder Behandlungsmethoden, bevorzugt mit Erhalt meiner Blase?


    Viele Grüße
    Hansn

  • Hallo Hansn, herzlich willkommen bei uns im Forum trotz der großen Besorgnis bei dieser Erkrankung. Bitte stelle hier den gesamten Befund und die bisherigen Therapiemassnahmen ein. Alternativ zu BCG kann auch mit Mitomycin behandelt werden. Das ist zwar nicht die erste Wahl aber wenn BCG versagt, vielleicht eine Option.


    Liebe Grüße
    Wolfgang

    pT4 a, G 3 und CIS, sechs Zyklen Chemotherapie, Gem/Cis


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Mhh, Wolfgang, ob hier das Mito, gerade bei einem CIS (G3) angebracht ist wag ich ein wenig zu bezweifeln. Mitomyzin bei oberflächliche Tumore ja, bei diesem sehr gefährlichem CIS wäre BCG die allererste Wahl.


    Inwieweit die Alternative bei einem CIS wirksam wäre müßte man bei dem Urologen erfragen.



    Alternativen zu BCG (aus unserem Lexikon)



    Die perioperative intravesikale Instillation eines anthrazyklinhaltigen
    Zytostatikums vermindert Frührezidive nach Resektion eines
    oberflächlichen Harnblasenkarzinoms auf etwa die Hälfte.
    Anders als der Immunmodulator BCG, der frühestens ein bis zwei Wochen
    nach dem Eingriff instilliert werden kann, ist nach transurethraler
    Elektroresektion und kompletter Blutstillung die perioperative
    Instillation von Epirubicin (Famorubicin®) möglich.



    Ziel sei es, durch den Kontakt mit dem Zytostatikum die infolge des
    Eingriffs noch flottierenden Karzinomzellen an einer Implantation zu
    hindern, betonte Prof. Karl Heinz Kurth (Amsterdam) in Hamburg. Durch
    diese Prophylaxe sei die Rezidivhäufigkeit gegenüber Kontrollen mit
    Placebo-Instillation um nahezu 50 Prozent zu senken.
    Die Unterschiede hinsichtlich verzögerter Rezidive blieben über 72 Monate signifikant.
    Bei der postoperativen Instillationstherapie mit zwölf „Sitzungen“ ist
    Epirubicin vergleichbar gut verträglich wie Doxorubicin. Bei Patienten
    mit oberflächlichem Harnblasenkarzinom und günstiger Prognose (unifokal,
    Primärtumor, TaG2–3, n = 124) konnte in einer prospektiven Studie unter
    Epirubicin mit 48 versus 36,7 Monaten eine längere rezidivfreie Zeit
    als unter Doxorubicin dokumentiert werden. Es empfehle sich jedoch eine
    Stratifizierung anhand des Risikos, erklärte Dr. Walter Merkle
    (Wiesbaden), da in der prognostisch ungünstigeren größeren Gruppe kein
    Therapievorteil hinsichtlich des Rezidivintervalls erhoben wurde.


    Verglichen mit BCG, ist Epirubicin für die Patienten deutlich
    besser verträglich. Nebenwirkungen treten in 50 Prozent der Fälle auf,
    schwerwiegende unerwünschte Wirkungen jedoch nur zu einem geringen
    Prozentsatz. Vor dem Hintergrund dieser Daten ist das Indikationsgebiet
    von Farmorubicin um die intravesikale Rezidivprophylaxe oberflächlicher
    Harnblasenkarzinome (Ta, T1) nach transurethraler Resektion erweitert
    worden.



    Gruß Rainer

  • Hallo Hans,
    Bin in ähnlicher Situation, habe zwar die 6 x BCG gut überstanden, dass CIS leider auch... Nach Rücksprache mit 2 renommierten Kliniken wird dringend zur Zystektomie geraten und das deckt sich auch mit den Erfahrungswerten hier im Forum. Meine OP ist nun geplant für den 4.9.15 - ich will keine Experimente sondern leben. Das das gut funktionieren kann, kann man hier im Forum bei vielen Betroffenen lesen.
    Ansonsten werden sich sicher noch die Synergo - Spezialisten melden, ganz kurz dazu: nach gesicherter vollständiger Entfernung (R0 Resektion) wird mytomycin instilliert und erwärmt - gibt es soweit ich weis nur in Gießen bei Dr. Lüdecke .
    Ansonsten frag alles was dir einfällt, hier gibt es Rat und Mitgefühl...
    Liebe Grüße
    Barbara

    Berliner (netzgestützte) Neoblase seit 4.9.2015 wegen BCG resistentem CIS, entdeckt 2014 durch NMP22 (IGEL beim Gyn)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." Catherine Ryan Hyde

  • Ein Nachsatz zum Hinweis von Rainer, klar ist Mito nicht die erste Wahl beim CIS. Als BCG Versager mit dem dringenden Wunsch zum Blasenerhalt habe ich es erwähnt weil weder das Alter von Hansn, noch die Details aus dem Befund bekannt sind.


    Wolfgang

    pT4 a, G 3 und CIS, sechs Zyklen Chemotherapie, Gem/Cis


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo Hans,


    bitte erläutere deine Schwierigkeiten mit BCG.
    Blasenentzündung und Harndrang sind eigentlich erwünschte
    Symptome bei der BCG-Therapie. Wann treten die Beschwerden auf,
    trinkst du vorher viel?


    LG Andreas

    10/2012 1. TUR-B mit Perforation des Blasendachs - 12/2012 2. TUR-B Nachresektion - 03.2013 3. TUR-B erstmals mit HEXVIX - Dazwischen 6. Instillation mit BCG --- nach 03/2013 volles Programm BCG

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