Revisions-OP

  • meine Lieben
    ich war heute in der Urologie Bern. Anfangs August laufen nochmals die Urodynamischen Untersuchungen. Und dann wird voraussichtlich im September das Bauchnabelstoma in einer Revisions-OP saniert. Mit grosser Wahrscheinlichkeit geht dabei der verwendete Blinddarm flöten und es muss ein neuer Zugang mit Dünndarm gebastelt werden. Dieser hat den den Nachteil, empfindlicher zu sein, was nicht ganz unerheblich bei meiner eingeschränkten Handfunktion ist. Ich werde wieder ca zwei Wochen in Bern verbringen, dann sechs Wochen einen Cysto und DK tragen. Und wegen dem regelmässigem spülen in Nottwil sein, bis die Blase wieder in Betrieb genommen wird. So ein Mist :heulen: :heulen: :heulen: :heulen: :heulen:
    Gruss Krümelchen

    :rolli: Krümelchen
    Tetraplegikerin seit 1990, Mainz Pouch I seit 2007

  • Oh je Krümelchen ! Das tut mir so leid ! Du bleibst auch von gar nix verschont :-(
    Halte durch, denke an Deine beiden Kinder, die gebe Dir doch bestimmt Kraft ! Wir denken auch an Dich und rücken Dir die Daumen, dass alles gut verläuft !!!
    :streicheln:

  • Ach Mensch, Krümelchen, das tut mir leid. :heulen: :heulen:
    Hoffentlich klappt diesmal alles. Nimm`s mir nicht übel, aber ich verstehe nicht, bzw. weiß nicht, warum du immer zwischen der Schweiz und Deutschland hin und her pendelst. Wahrscheinlich habe ich mal einen Beitrag von dir verpasst. Erklärst du es mir nochmal? Alles Liebe, Anna :streicheln:

  • liebe Anna
    ich nehme hier doch keinem so schnell was übel :D :D :D :D :D :D und Dir schon gar nicht!
    Also: Ich bin Heimwehbasler, das heisst 1996 fest aus der lieben Schweiz zu meinem noch lieberen Mann :D nach Deutschland ausgewandert und ich bin seit 1991 Tetraplegikerin (Querschnittslähmung auf Höhe Halswirbel C4 -6). Nun habe ich ein Problem wenn ich in Deutschland ins Krankenhaus komme. Als Pflegestufe 3 bin ich recht zeitintensiv und passe in Deutschland überhaupt nicht in den Krankenhausalltag, ausser als Störfaktor.
    Das beginnt schon beim Zimmer, vollgequetschtes Dreibettzimmer, Fussgänger kommen zwischen den Betten kaum durch, geschweige denn ein Rollstuhl. Bei unseren Kreiskrankenhäusern komme ich auch wenn es ein Klo im Zimmer hat, nicht rein, weil zu eng. Ich habe aber auch keine Lust, wenn ich morgens meinen Darm entleeren muss, nackt quer über die Gänge zu flitzen, denn die Hosen können nur im Bett an- und ausgezogen werden. Und wenn ich dann auf die Bitte, spätestens alle vier Stunden umgelagert zu werden, damit es keine Druckstellen gibt, zu hören bekomme: wieso dass denn, sie spüren doch nichts! hört der Spass auf. Es gibt eine Studie der AOK dass 97% der Rollifahrer mit einem Druckgeschwür nach Hause entlassen werden (wohlgemerkt, vorher war keines da!) Oder wie im Thread Harnsäure kommentiert, endlich nach 6 Wochen das ok der Krankenkasse bekomme, dass ich Katheter beziehen darf. Hätte ich die erste "Notration" nicht aus der Schweiz mitbekommen, läge ich längstens wieder im KH.
    Und dazu kommt, dass mit dem Paraplegikerzentrum in Nottwil weltweit eine führende Klinik für Querschnittsgelähmte ist. Da habe ich von Neuro-Urologie, Orthopädie, Lungenspezialisten, Schmerzklinik usw. alle Fachbereiche unter einem Dach. Das heisst, ich gehe zwar mit einem urologischen Problem dahin, aber alle anderen Bereiche welche dann querschnittsspezifisch sind, werden mit abgedeckt. Das beginnt schon am Eintrittstag mit einem ausführlichen Besuch des Stationsarztes, Ergo- und Physiotherapie in welchem auch Ziele für den Aufenthalt nebst dem eigentlichen Problem definiert werden. Und zum Wochenbeginn gibt es einen Wochenplaner, wo alle Termine drin stehen. Das noch Zeit zum Essen bleibt, ist manchmal ein Wunder =) Und was dazu kommt, ich werde dort als Mensch wahrgenommen, die meisten kennen mich seit der Erstreha 90/91. So habe ich, obwohl mit einem urologischen Problem im KH jeden Tag zweimal Physiotherapie, Tetrasport, Kraftgruppe, diverse Sportarten und Ergotherapie. Und wenn ich nicht aufstehen darf, liege ich in einem ca 40m2 grossen Zweibettzimmer mit Bad und Klo, wo ich auch auf einer Duschliege geduscht werden kann, wenn es im sitzen nicht klappt, ich mit dem Bett auf den Balkon rausgeschoben werde (und mir einen fürchterlichen Sonnenbrand einfange :D :D :D), draussen die Klingel montiert wird, und allenfalls auch die Therapien durchgeführt werden.
    Diesen "Luxus" finde ich in Deutschland nirgends, aber da bin ich nach einem KH-Aufenthalt in dem Sinn auch nicht wieder fit! Ich hatte mich für eine Reha, resp. AHB in Deutschland schlau gemacht für nach der Pouch-OP. Ich bin von allen namhaften Häusern abgelehnt worden, zum Einen weil sie gar nicht auf Rollifahrer eingerichtet sind, zum Anderen weil sie einen Aufwand für Pflegestufe drei nicht erbringen können. Ich hatte sogar die Patientenstelle ev Köln beauftragt, eine entsprechende Klinik zu suchen - leider ohne Erfolg.
    Und da die Urologie im SPZ auf Neuro-Urologie spezialsiert sind und "nur" Blasenaugmentationen operieren können, haben sich mich zur OP nach Bern weitergegeben.
    So das wars.
    Gruss Krümelchen

    :rolli: Krümelchen
    Tetraplegikerin seit 1990, Mainz Pouch I seit 2007

  • Liebes Krümelchen,


    oje, Dir bleibt aber auch wirklich nichts erspart :raufen:
    Ich weiß wie das ist; schließlich habe ich zwei Revisions-OPs hinter mir, allerdings bin ich jetzt "stubenrein" =)


    Meine Kontinenznippel waren alle aus Dünndarm, denn mein Blinddarm ist schon seit Jahrzehnten abgängig :D.
    Mit schönen weichen flutschigen Kathetern wird der neue Kontinenzmechanismus auch für Dich kein Problem.


    Ganz liebe Grüße


    Hexe :tanzen:

  • liebe Hexe
    aber wie habe ich gestern meiner operierenden Aerztin gesagt: wenigstens bin ich jetzt auf höherem Niveau inkontinent!
    Gruss Krümelchen

    :rolli: Krümelchen
    Tetraplegikerin seit 1990, Mainz Pouch I seit 2007

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