• Hallo,


    komme gerade aus dem KH. Horst wurde am Montag 07.09. am rechten Oberschenkel und Wadenbein Not operiert. Das Bein war einfach im liegen gebrochen. Heute kam der Befund. Leider wieder eine Meta im Knochen. Sch... Die Onko Ärztin muß nun entscheiden ob Bestrahlung oder Chemo. Wie es weiter geht höre ich noch. Uns bleibt auch nichts erspart. Wir sind am Boden zerstört. Auch die Hoffnung verschwindet immer mehr. :weinen:


    Viele Grüße Marion

  • ............. es gibt Momente, da bleiben mir die Worte im Halse stecken!


    Liebe Marion
    Ich hoffe, dass der Spruch "Wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her", sich bewahrheitet.


    Maggi

    «Wer den Regenbogen sehen will, muss den Regen in Kauf nehmen»


    Mainz Pouch I seit 2004 (pT2 pN0 cM0 R0 G2)
    Steinextraktion 2006, 2011, 2016

    Revisions-OP 2018

  • Hallo,


    dankeschön von allen. Am Donnerstag hatte Horst auch noch Fieber und Schüttelfrost. Er kann noch immer nicht aufstehen. Die Ärzte dachten er wäre eine Lungenentzündung.
    Svenja u. Mann waren Gott sei dank den Morgen um 9.30 h im KH. und haben gleich mit dem Arzt gesprochen. Daraufhin wurde gleich gerönt und Blut abgenommen und 3 Antibiotika Infosionen gegeben. Die Entzündungwerte sind hoch. Sie wissen nicht genau ob der Blasenkrebs oder der Lungenkrebs gestreut hat. Die Meta.-Herd sitzt im rechten Oberschenkel. Der genaue Befund kommt nächste Woche. Es geht alles sehr langsam auf der Chirurgie. Keine Lungenentzündung nach dem Röntgen. Am Abend war das Fieber wieder weg. Da waren wir erst mal erleichtert. Jetzt warten wir auf ein Bett in der Onko.Die Ärztin war bei Horst und meinte das sie jetzt so schnell wie möglich mit Bestrahlung oder Chemo anfangen. CT wurde auch noch nicht gemacht.
    Soll vielleicht morgen gemacht werden.
    Viele liebe Grüße Marion

  • Hallo ihr Lieben,
    Horst liegt in seinem Pflegebett mit Sauerstoff, außerden will er nichts essen. Habe jetzt Unterstützung durch den Pflegedienst. Heute habe ich ihn mit 2 Löffeln Grießbrei gefüttert. Horst hat noch immer große schmerzen. Jetzt bekommt er höhere Schmerztabletten. Am Dienstag, Mittwoch und heute musste 5 Sanitäter vom 2 Stock in einem Tragetuch Horst abholen und ihn ins Klinukum fahren War für Horst sehr schmerzhaft war. Am Montag geht es los mit der Bestrahlung (10 x) vom rechten Oberschenkel. Am Dienstag beginnt die Chemo 1x in der Woche mit Gematabin.Wie lange läuft so eine Infusion? Alles wird nur Ambulant gemacht. Verstehen kann ich das nicht. Habe mit Der Onko Ärztin auch gesproche. Gestern war ich sehr geschockt, weil Horst zu mir sagte, dass er sterben wolle. Er wollte ein Bild von Svenja haben. Will sich schon verabschieden? Die Pflegerien sagt, das der Film schon läuft. Ich kanns nicht begreifen. Ich habe ihm gesagt, das in 6 Wochen unsere Jana auf die Welt kommt und das er kämpfen muß. Er hat auf mich den den Eindruck gemacht, als würde ihn das nicht interessieren. Es sieht im Moment so aus, als ob er sich aufgibt.Was soll ich nur machen. Ich bin so verzweifelt. Sollte das schon das Ende sein? Ach die Mesta. in Bein soll vom Harnblasentumor
    gekommen sein. Drückt uns die Daumen. Viele Grüße Marion

  • Liebe Marion,
    wir - meine Frau und ich -wollten eine Großmutter dadurch zum Leben, Weiterleben ermuntern, dass ihr erster Urenkel bald geboren werden würde. Es gelang nicht.


    Mein Vater, von dem ich hier gelegentlich geschrieben habe, wehrte sich lange, qäulte sich durch Bestrahlungen und Chemo und sagte dann irgendwann, das ist so kein Leben mehr. Danach waren noch intensive Wochen, in denen wir sprechen, uns austauschen konnten, weil die schlimmen Nebenwirkungen ihn nicht mehr beeinträchtigten. Er lebte nicht mehr sehr lange, vielleicht auch kürzer als mit Behandlung, aber in dieser Zeit lebte er bewusst, schmerzfrei. Er war nicht mehr Objekt, mit dem was gemacht wurde. Er konnte noch mal Subjekt sein.


    Einige hier müssen irgendwann die Grenze zwischen Motivation und Kampf zur Resignation und Fügen überschreiten. Zuletzt war das bei Blumenhexe ja so, die ihren Mann auch lange pflegte und die mir persönlich später noch mal schrieb, wie wichtig es war, irgendwann diese Grenze zu überschreiten und sich gemeinsam auf den Weg zum Tode eines Partners zu machen.


    Wenn es wirklich nur noch Quälerei ist, was du schreibst, klingt danach, und wenn bei Horst der Glaube und damit auch der Wille fehlt, dann hilf ihm bei diesem Weg. Sterben macht Angst, irgendwann wird es aber auch eine Befreiung, wenn man das Unausweichliche angenommen hat. Dann kommt Gelassenheit.
    Ich habe meinen Tod und meine Beerdigung komplett durchgeplant, es wird gelegentlich upgedatet.
    Wenn man das hat, kann man darüber reden, was Tod bedeutet. Wie sehr einem der Partner fehlen wird, wie es sein könnte, weiter in der Gedankenwelt verbunden bleiben zu können.
    Man kann auch noch mal bilanzieren, noch unausgesprochene Sachen gerade rücken, das ist auch wichtig. Ich erlebe so viele Beerdigungen, Tode - früher auch beruflich - wo die Leute sehr darüber trauerten, dass etwas offen geblieben und es jetzt zu spät war.


    Unabhängig von der religiösen Prägung gibt es allein in der Gedankenwelt ein Leben nach dem Tode, dass auch denLebenden sehr hilft. iCH kann nach wie vor - z. B. jetzt - mit meinem Vater in KOntakt sein, ihn bitten, mir beim Finden der Worte für dich zu helfen. Diese worte - diese sehr schweren Worte an dich, die du mich seit meiner OP immer auch begleitet hast - sind Worte, bei denen er, der an Lungenkrebs verstarb, mir half. Ich hoffe, sie helfen euch.


    Ich bete für euch.:kerze:

    Andy :thumbup:

  • liebe Marion
    Dein Bericht hat mich sehr betroffen gemacht. Aber ich denke genau wie Andy nun ist die Zeit gekommen, sich auf den letzten gemeinsamen Gang vorzubereiten. Es ist hart, als Partner so was akzeptieren zu müssen und Ihr werdet viel Kraft brauchen. Auf der anderen Seite macht es das restliche Leben lebenswerter, wenn die Situation angenommen wird. Und man kann trotzdem noch viele schöne aber auch sehr intensive Stunden zusammen haben. Denn in der jetzigen Lage leidest Du darunter, dass Dein Horst nicht mehr will und kann und er leidet drunter, dass Du nicht loslassen kannst. Ich habe für Euch beide heute morgen ein Kerzlein nach der Messe angezündet.
    Krümelchen

    :rolli: Krümelchen
    Tetraplegikerin seit 1990, Mainz Pouch I seit 2007

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