Indoor-Rasen mit 51

  • Hallo liebes Forum,


    ich bin leider ein neues Mitglied.
    51 Jahre, glücklich verheiratet und 1 erwachsene Tochter. Keine Risiko-Berufsgruppe und Nichtraucher seit 10/2015 (i.M. nur noch E-Zigarette).
    Typ: nerviger Kontrollfreak.


    Vorab vielen Dank an die Mods und die vielen Blogger. Ich wusste gar nicht das Blasenkrebs auch spannend sein kann ;).
    Habe mich bereits intensiv hier eingelesen.


    Kurz mein Werdegang und eine Frage.
    Seit Juli mache ich den Hürdenlauf durch. Befundet durch eine Routineuntersuchung (Blut im Urin nicht sichtbar, keine körperlichen Beschwerden)
    Ab zum Urologen mit den üblichen Untersuchungen. Die Blasenspieglung gab Gewissheit.


    Am 12.09.16 TUR-B in der Uniklinik Dresden unter Hexvix, keine Frühinstilllation. Ich habe im Anschluss meinen Befund erhalten.
    pTa G1,aber multilokulär.
    Mit dem Befund konnte ich gut leben.


    Am 19.09.16 kam der Nachbericht zu den Schnittuntersuchungen. :( 
    pT1, pNx, L0, V0, Rx. high-grad- ehemlas G2
    3 Tumore. (Blasenboden, Harnleiterleiste, Blasenauslass)
    2 fokale und 1 kleinherdig beginnende Infiltration des Schleimhautstromas.


    Am 12.10.16 erfolgt die 2 TUR-B und ich hoffe auf N0.
    Nach Rücksprache mit meinem Uro empfiehlt er eine Mito oder BCG Therapie.
    Was mir Angst macht ist, dass bei dem Befund mir die Uniklinik Dresden nun eine frühzeitige Blasenentfernung empfiehlt.


    Letzteres ist für mich keine Option. Habe bei dem Aufenthalt in der Klinik die Urologen vorab befragt (bin ja ein Kontrollfreak).
    Ich würde eine RCT definitiv vorziehen.
    Der 1. Uro sagt, das ist eine Option, der 2. sagt ich bin zu jung dafür (51).
    Gibt es hier Junggebliebene die eine RCT erfolgreich durchgestanden haben ?


    Gruß Heiko

  • Hallo Heiko,
    ich begrüße Dich ganz herzlich bei uns im Forum. Die Ausgangslage ist leider wie immer von großer Besorgnis begleitet.


    Es wird davon abhängen ob nach der TUR-B eine R0 Resektion erreicht werden kann. Dies ist eine zwingende Voraussetzung für die RCT Therapie.


    Lies die Berichte zum Thema und Du findest dort auch einige wenige Mitglieder die diese Therapie absolviert haben.



    Liebe Grüße
    Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo Heiko,


    wirklich keine schöne Diagnose, ich halte diese G2 Tumore für gefährlicher als die G3. Warum ? weil diese Bezeichnung (G2) noch eine gewisse
    Sicherheit hinsichtlich der Aggrisivität ausdrückt (ist ja noch nicht ganz so schlimm wie G3) . Deshalb wird heute das ganze (G2) auch als high Grade Tumore bezeichnet.


    Das mit der Möglichkeit RCT wird dadurch eingeschrängt das deine Tumore an exponierter Stelle sitzen (Harnleiterleiste, Blasenauslass). Ob hier überhaupt RCT möglich ist, keine Ahnung, ich glaube eher nicht. Ich gehe jetzt mal davon aus die Harnleiterleiste die Harnleiter selbst ist. Und eine RCT der Harnleiter halte ich für ausgeschlossen. Ebenso wird hier BCG kaum hinkommen und fällt somit auch weg.


    Da Du hier von einem Indoor Rasen schreibst, kannst Du mit der Harnleiterleiste auch die Harnröhre meinen.. hängt ja alles zusammen, Blasenboden, Blasenauslass, Harnröhre. Ob eine RCT bei einer Harnröhre stattfinden kann, ist mir nicht bekannt. Auch BCG greift nicht in der Harnröhre.


    Die Uniklinik Dresden hat schon richtig reagiert, auch meine Meinung ist das bei diesem Befund die Blase entfernt gehört.. Mich hats mit 54 erwischt, pT2 G3, Blase raus, lebe seit 12 Jahren damit bestens. Du bist erst 51, willst noch 20, 30 Jahre machen.. da würde ich mich auf kein Risiko einlassen. Auch eine RCT ist nicht immer erfolgreich.


    Ob überhaupt eine Neoblase geht, ist bei Befall der Harnröhre fraglich.. das solltest du genau hinterfragen.


    Unser Mitglied @Han-San hat erfolgreich eine RCT hinter sich gebracht. Der Leidensweg / Druck war aber schon enorm belastend.


    Hans Hauptbericht



    Hans RCT



    Gruß Rainer

    Ein Systemadministrator schläft nicht. Er root!

  • Hallo Heiko,
    sei herzlich begrüßt auch von mir, wenn der Anlass auch bescheiden ist. Nerviger Kontrollfreak (schwierige / informierte Patientin) kann ich auch gut - muss am Jahrgang liegen ;-)
    Ich hab mich recht ausführlich mit den Leitlinien beschäftigt - und bei dir scheint es ähnlich wie bei mir, eine "Feldkanzerisierung" zu sein - heißt großflächig / multilokulär - zum Glück (noch) nicht muskelinvasiv. Das ist für sich schon ein Risikofaktor, der für die Entfernung spricht, insofern schließe ich mich Rainers Meinung an.
    Aber jetzt geh erstmal in die 2. TUR B und warte die Ergebnisse ab. Bis dahin wäre alle Spekulation. Beim lesen hier bleib offen für alle Optionen - letztendlich zählt nur eins - dass du den Krebs los wirst. Wenn sich die Blase erhalten lässt, gut, wenn nicht - es gibt mehrere Plan B.
    Frag alles was du wissen willst, bezieh deine Familie mit ein, für die ist es auch nicht ohne ...
    Lieben Gruß von Barbara

    12/2014 NMP22 (IGEL bei Gyn) positiv, 03/2015 TUR B =>CIS und floride Entzündung, 04/2015 Mapping (Hexvix) => CIS und floride Entzündung, 04/2015 BCG(6 x je 1 pro Woche) => Mapping 06/2015 => weiterCIS Blasenboden => Zystektomie 4.9.15 "Berliner Neoblase", Zystektomie pTis multifokal, R0, N0 (0/7)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." aus "Ich bleibe hier" von Catherine Ryan Hyde

  • Hallo,


    auch ich begrüsse dich hier im Forum.


    Ich persönlich bin für die radikale und sichere Lösung > Blase raus!
    Ich habe nicht mal eine 2 te Tur B machen lassen.


    Meiner Meinung nach spielt ihr alle Roulette mit eurem Leben. Dies ausprobieren und das ausprobieren und auf kurz oder lang kommt die Blase doch raus oder alles ist zu spät.


    Gruss Holger

  • @all. Danke für Euer Feedback und dem leider doch radikaleren Lösungsansatz (mehrheitlich) :( .


    Was mich trotzdem wundert ist, dass ein PT1G2 mit dem Ausschlachten enden soll. Es muss doch hier noch einen Unterschied zum PT2 geben.


    Ich hänge i.M. in der Zwickmühle und muss den Termin in der Uni Dresden zur 2. TUR-B am 12.10.16 abwarten. Mein Urologo ist leider selber z.Z. krank und telefonisch macht die Ärztin der Uni kein Befundgespräch des Nachberichtes. Die sekundäre TUR-B soll aber wie geplant stattfinden, was ja erstmal Hoffnung macht.


    Eine Neoblase kommt für micht nicht in Frage aus beruflichen Gründen in Frage. Ich bin angestellter GF und für 35 liebe Mitarbeiter verantwortlich. Meine AZ beträgt locker 10-12 h / Tag. Bin sehr viel mit dem Auto unterwegst, tlw.lange Meetings. Wie soll da bitte mit Neoblase gehen. Meine kleine Welt bricht gerade zusammen. Das fühlt sich jetzt alles richtig bescheiden an.


    Ich hoffe sehr auf den 12.10. und ein R0 und einer wirksamen Anschlusstherapie.
    Falls es ind die Hose geht muss ich neu bewerten.


    Frage: Hat jemand Erfahrung mit einer RCT in der Uniklinik Leipzig. Jene preisen die Behandlung sehr an und diese wird nach der Erlanger Methode durchgeführt.
    Für den Fall der Fälle werde ich da anklopfen. Ansprechpartner habe ich schon und möchte vor dem 12.10. aber nicht vorgreifen.


    Heiko

  • Lieber Heiko,


    bezüglich Harnleiterleiste, diese gibt es nicht in der Blase. Es gibt nur die beiden Harnleiter (Zulauf in die Blase von den beiden Nieren) und die Harnröhre (Ablauf).


    Prüfe das nochmals genau, wo sich der Tumor dort nun befunden hat.


    Gruss
    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Eine Neoblase kommt für micht nicht in Frage aus beruflichen Gründen in Frage. Ich bin angestellter GF und für 35 liebe Mitarbeiter verantwortlich. Meine AZ beträgt locker 10-12 h / Tag. Bin sehr viel mit dem Auto unterwegst, tlw.lange Meetings. Wie soll da bitte mit Neoblase gehen. Meine kleine Welt bricht gerade zusammen. Das fühlt sich jetzt alles richtig bescheiden an.

    Ich will Dir nichts vormachen, das Leben mit einer Ersatzblase unterscheidet sich natürlich vom Leben mit dem Original, aber ein Weltuntergang ist es nun auch nicht. Man weiss leider nie, wie "es" endet, wie man mit der Ersatzblase klar kommt, aber die meisten Ersatzblasen haben sicher wenige bis kaum Probleme. Dies sollte Dich beruhigen. Auch muss der "Ausfall" nicht lange dauern, das ist sehr unterschiedlich.


    Auch ich habe bis zum Tod meiner Mama vor wenigen Monaten täglich bis 12 Stunden (und mehr) "gearbeitet", mit Ersatzblase (anstrengende Pflege zweier Angehöriger an zwei Orten). Meine Ersatzblase hat mir eher noch geholfen. Während andere schon nach einer Pipimöglichkeit suchten, konnte ich mit meiner Ersatzblase schön und unkompliziert durchhalten, lediglich alle sechs Stunden muss ich katherisieren und das ging auch unterwegs ganz gut. Und die meisten Ersatzblasen kommen ohne Katheter aus, mir ist's katheterisieren recht, weil es kaum Aufwand macht. Dauert auch nicht viel länger, ich kann halt nicht an ein Männerpipibecken (ginge auch, aber andere würden blöd gucken). Mir geht es mit Ersatzblase wesentlich besser als mit dem von den vielen TUR-Bs beschädigten Original!


    Ich denke in der Regel bricht da keine Welt zusammen, man kann sich arrangieren. Natürlich macht das erstmal Angst, die kann einem keiner so richtig nehmen. Mir schrieb damals vor der Zystektomie ein Forumsteilnehmer, dass er nach seiner OP wieder Gewichte hob und Hubwagen fuhr .... recht hat er, mir geht es ebenso. Keine wirkliche Einschränkung! Nervig ist für mich nur die Nacht, da ich im Schlaf etwas inkontinent bin (und mir nicht den Wecker stelle), aber auch das ist gut zu händeln und ich trinke noch immer ca. 2 Liter Flüssigkeit vor dem Schlafengehen. Meine RCX ist fast fünf Jahre her .... damals eine gefühlte Katastrophe, heute völlig normal und ich bin voll belastbar. Auch keine Probleme mit Infekten (mehr), seit ich die Ersatzblase via Katheter vollkommen leer bekomme.


    Keine Bange, i.d.R. kommt man mit einer Ersatzblase gut klar. Wünschen tue ich Dir freilich ein R0 und den Erhalt....... aber ich glaube eher nicht, dass eine Ersatzblase das Ende Deiner beruflichen Laufbahn ist. Da müsste schon eher der Krebs zuschlagen .... davon bist Du weit entfernt (Heilung möglich). Ich hab's ein bisschen als Abenteuer genommen .... mit heute gutem Ausgang.


    Nice day!

    ED 2006: pT1(mind.), G3, L1 + CIS ;(

    2007-2010 Instillationen, u.a. "Synergo" ;)

    12/2011 RCX mit Anlage Ersatzblase 8o

  • @'Andreas
    Das werde ich tun. Im ersten Befund stand nur drin, dass das rechte Ostium sich im Bereich des Tumors befand, also nach der "Rückschlagklappe". Im Nachbericht zur Schnittuntersuchung steht nun Harnleiterleiste. Das macht mir eben auch sorgen. Der Begriff Harnleiterleiste ist nirgends definiert.


    Ebenfalls im Erstbericht 2 Tumore Bereich Blasenboden. Papillär hoch differenziert ohne Infiltration des Schleimhautstromas. Und im Nachbericht eben Blasenboden und Blasenauslass mit beginnender Infiltration des Schleimhautstromas.


    Alles sehr verwirrend und kann das leider erst am 12.10. im persönlichen Gespräch abklären. Werde nach der TURB berichten.
    Trotzdem sehr komisch 2 solche Beurteilungen. Der erste Befund ist ja auch im Labor mikroskopisch beurteilt wurden auf Grund des entnommenen Materials. Dann kommt der Nachbericht zu den Schnittstufenuntersuchungen.
    Abwarten.


    Coco
    Schade, dass die BCG-T bei Dir nicht angeschlagen hat.
    Lass mir trotzdem die Hoffnung.
    Wie schon gesagt kann ich meinen jetzigen Job mit einer Neoblase wahrscheinlich an den Nagel hängen und das wäre für mich sehr schlimm. Dann beame ich mich lieber mit einer Alkoholtherapie aus dieser Welt.
    Deshalb setzt ich ja auf eine RCT falls alles schief läuft, dann falle ich ja evt. nur 5-6 Wochen aus, damit könnte ich leben.


    Ich muss jetzt das tun was Andreas empfohlen hat und dann sehen wir weiter.

  • @Moppel
    Danke für Deinen Beitrag. Den Weg zum Abenteuer machen klingt gut. Darüber muss ich nachdenken.
    Momentan stürzt hier für mich gerade alles gedanklich zusammen.
    Wahrscheinlich muss ich mich erst sortieren und Deinen Beitrag auch mal wirken lassen.


    Ich melde mich wenn ich die 2. TUR-B und die Befundung habe.
    Danke Euch Allen. Das Forum und Reden hilft halt und passt zu mir als Labertasche.

  • Hallo Heiko,


    nur kurz, da ich in der Arbeit bin: Löse dich bitte von dem Gedanken, dass alles zusammenstürzt oder du glaubst, deinen Job an den Nagel hängen zu müssen. Damit machst du dir unnötigen Druck, weil es einfach nicht stimmt.


    Wir alle drücken dir die Daumen, dass du "mit einem blauen Auge davon kommst". Aber wenn es eben nicht so ist, ist das kein Weltuntergang.


    Die Betroffenen hier haben so viel erlebt nach ihrer Zystektomie - und ganz egal, was sie für eine Ableitung bekommen haben. Die treiben Sport - teilweise exzessiv wie Berufssportler. Die machen Weltreisen. Sind beruflich aktiv. Bekommen Kinder und Enkel, engagieren sich ehrenamtlich. Da wird Skigefahren, es wird auf Pferden geritten, Fahrräder und Motorräder werden bis zum Exzess gefahren...


    Nein, ich bin mir sicher, dass dein Job nicht gefährdet ist. Er ist erst gefährdet, wenn du so eine Dummheit machst wie


    Dann beame ich mich lieber mit einer Alkoholtherapie aus dieser Welt.


    Aber soll ich dir was sagen? Dann hast DU deinen Job auf dem Gewissen... und nicht der Krebs.



    Liebe Grüße und


    Trost##010


    Christina

    Ich habe für meine Mutter geschrieben, bei der im Jahr 2008 Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Am 10.01.2015 ist sie im Alter von 80 Jahren daran verstorben. Da das Forum wie eine Familie für mich ist, bin ich ihm treu geblieben, obwohl mein persönlicher Schwerpunkt inzwischen ein anderer ist: Ende 2015 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert, den ich mit Operation und Strahlentherapie bekämpft habe und mit einer 10 Jahre lang dauernden Anti-Hormontherapie hoffentlich komplett ausmerzen werde.

  • Hallo Heiko,
    inzwischen sind einige Beiträge zu Deinem Thema hinterlegt. Du hast dich und dein persönliches Umfeld Eingangs geschildert und danach bist du auf die Erkrankung eingegangen. Nun mehren sich die Anzeichen auf einen möglichen Verlust der Blase und ich lese plötzlich etwas von "wegbeamen" mit Alkohol. Da passt aber etwas überhaupt nicht zusammen. Dein Beruf und die Verantwortung für die Menschen ehrt dich ohne jede Frage. Was aber wird aus diesen Menschen und besonders aus Deiner Familie nach einem möglichen "wegbeamen"?


    So wird das nichts lieber Heiko. Abgestuft und Schritt für Schritt ist ja okay aber diese Aussage an dieser Stelle ist unpassend. Du wirst nicht umhin kommen den Kampf aufzunehmen. Die zu wählenden Waffen fordert Dir der Krebs ab und du kannst nur die wählen, die nicht stumpf sind.


    Das schuldest du dir, deiner Familie und deinen Mitarbeitern. Wenn Du billigend den Tod ins Auge fasst hilfst du niemandem.



    Gruß Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Eine Neoblase kommt für micht nicht in Frage aus beruflichen Gründen in Frage. Ich bin angestellter GF und für 35 liebe Mitarbeiter verantwortlich. Meine AZ beträgt locker 10-12 h / Tag. Bin sehr viel mit dem Auto unterwegst, tlw.lange Meetings. Wie soll da bitte mit Neoblase gehen. Meine kleine Welt bricht gerade zusammen. Das fühlt sich jetzt alles richtig bescheiden an.



    Paperlapapp!


    Ich habe zwar keine 35 Mitarbeiter aber 10-12 Stunden Tage, Auto fahren und Meetings sind mir nicht fremd.


    Was haben die Mitarbeiter mit deinen Toilettengängen ( alle 3-5 h ) zu tun?
    Bei Meetings gibt es in meiner Firma in der Nähe des Raumes immer Toiletten und man darf sie auch besuchen bzw benutzen.
    Wie hast du das mit dem Autofahren denn bis jetzt gemacht? Ich fahre kurz in ein Mc Donalds oder so etwas und pinkel!


    6-8 Wochen BCG = ca 10 Wochen krank
    Neoblase wenn es optimal läuft 12 Wochen ( Ohne Chemo )


    Aber haltet euch alle an angebrochenen Strohhalmen fest.


    Gruss eine glückliche Neoblase

  • ....ich lebe jetzt seit 13 Jahren mit einer ortothopen Neoblase und habe damit keinerlei Probleme.
    Auch ich bin GF und wurde mit 60 Jahren operiert.
    Da wirst Du es mit 51 Jahren doch wohl auch machen......
    Lies mein Tagebuch, dann erkennst Du, dass es viel schlimmeren Mist gibt als eine Neoblase.
    https://www.forum-blasenkrebs.net/index.php/Thread/137/



    Zudem hast Du bei einem pT1G2 doch noch gute Chancen, ohne Zystektomie da rauszukommen......
    Dir bleibt noch die Möglichkeit einer Mito oder einer BCG.
    Wenn die nicht geht, kann eine RCT durchgeführt werden.
    Erst dann kommt die Blase raus.
    Allerdings ist der Weg über BCG und /oder RCT recht unangenehm und schmerzhaft.



    Gruß
    Eck :ecke: hard

    Das Licht am Ende des Tunnels war kein Tageslicht, sondern ein entgegenkommender ICE.....

  • @Wolfgang.
    Natürlich stimmt das was nicht mit mir :(.
    Ich gehe am 16.09. nach TUR-B mit PTaG1 nach Hause und dann kommt 8 Tage später ein Nachbericht mit PT1G2 und wirft alles über den Haufen. Da sei es erlaubt auch einmal neben der Spur zu sein. Sorry.
    Natürlich werde ich kämpfen.


    Letzte Frage ?
    Am 12.09. war die TUR-B, das sind jetzt 23 Tage. Urin ist sichtbar gut, aber über Teststreifen weiter Blut enthalten mit +++. Ist das normal ?
    Soweit keine weiteren Beschwerden mehr.


    Heiko

  • Heiko, es gibt kaum jemanden der nicht von dieser Diagnose niedergeschmettert ist und die Spur erst finden muss. Daher mein Aufruf sich darauf zu besinnen was zielorientiert ist und zu optimalen Behandlung führt.


    Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo Heiko,
    ... zu deiner ersten Frage: ja, noch Blut im Urin ist 3 Wochen nach TUR B durchaus normal. Bei mir sind da noch Koagel (Blutpropfen ähnlich Schorf) abgegangen.
    ... und ja, es stimmt was nicht mit dir (wie bei uns allen - sonst wären wir nicht hier) und das kopfkino spielt "wilde Sau" - das darf es - du stehst unter Umständen vor einer totalen Änderung deines Lebens. Das muss nicht heißen, dass es danach schlechter ist - aber auf jeden Fall anders!
    Ich halte es für völlig normal, dass du im Moment glaubst, die ganze Welt stürzt zusammen, du bist mit 180 auf eine stehende Wand geprallt. Es braucht jetzt einfach ein paar Tage, den tatsächlichen Befund zu verarbeiten. Dass du zunächst einen geringgradigen Befund bekommen hast, war wohl einfach voreilig von Ärzten, die "nett" sein wollten - ist einfach blöd gelaufen. Denk nicht mehr drüber nach, ist es nicht wert. Deine Trotzreaktion ist verständlich, bringt dich aber nicht weiter. In der aktuellen Panik, ausgelöst durch die Aussicht, dass sich in den nächsten Monaten alles ändert, alle deine Pläne in Frage gestellt sind, neigt man zu Überreeaktionen - die wollen wir alle mal nicht überbewerten!
    In deinem Job bist du mit Sicherheit ziemlich kontrolliert - und jetzt musst du die Kontrolle abgeben, dein Körper und die Ärzte werden in der nächsten Zeit den Kurs vorgeben - das heißt aber nicht, dass du nicht die Steuerung behalten kannst. Stell dich deiner Erkrankung und kämpfe!
    Informier dich über die Optionen, überleg dir, was du willst - nicht was dein Job oder andere Menschen von dir erwarten. Die Therapie danach auszuwählen, was die vermeintlich kürzeste Auszeit nach sich zieht ist definitiv falsch. Erstens kann das keiner Vorhersagen, zweitens du musst mit den Ergebnissen leben und niemand anderes, weder der Eigentümer der Firma noch die Mitarbeiter. Es ehrt dich, dass du ihr Wohl imAuge hast, wenn du den hoffentlich langen "Rest" deines Lebens mit der jetzt zu treffenden Entscheidung haderst, hilft das aber auch niemandem weiter. Alle hier, ob Betroffene oder Angehörige mussten diese Situation durchstehen und für niemanden ist es ohne Einschnitte in Lebenspläne vonstatten gegangen. Letztendlich triffst du die Entscheidung, Triff sie so, dass du davon überzeugt bist, denn du bist der, der damit leben muss - niemand sonst!
    Du hast ein paar Tage Zeit, gehst noch in die 2. TUR B und mit deren Ergebnissen wird man dann weitersehen. Sei traurig, sei wütend und verzweifelt, aber dann wehr dich gegen den Krebs.
    Ich wünsche dir Kraft und neuen Mut und bleib hier bei uns und lass es ruhig alles raus... wir können dich verstehen und versuchen zu helfen, auch mal zurechtzurücken - kann dabei auch mal etwas deftiger werden - aber soll dir in jedem Fall helfen, wieder auf die Füße zu kommen und da zu bleiben.
    Lieben Gruß von Barbara

    12/2014 NMP22 (IGEL bei Gyn) positiv, 03/2015 TUR B =>CIS und floride Entzündung, 04/2015 Mapping (Hexvix) => CIS und floride Entzündung, 04/2015 BCG(6 x je 1 pro Woche) => Mapping 06/2015 => weiterCIS Blasenboden => Zystektomie 4.9.15 "Berliner Neoblase", Zystektomie pTis multifokal, R0, N0 (0/7)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." aus "Ich bleibe hier" von Catherine Ryan Hyde

  • Hallo Heiko,


    auch von mir ein Willkommen, und - beinahe hätte ich gesagt: Gott sei Dank - endlich mal jemand aus Dresden.


    Ich bin seit Ende Mai 2015 im UKD in Behandlung, hatte jetzt im September meine 6. OP, davon 4 TUR-BT.
    Ich glaube, wenn sie dir die Entfernung der Blase anraten, dann tun sie das aus gutem Grund. Auch die - vielleicht - blasenerhaltenden Instillationstherapien sind kein Spaziergang.


    Wenn ich recht verstanden habe, dann befindet sich der Eingang zum rechten Harnleiter im Bereich des Tumors, das macht es sicher nicht einfacher, denn bei allen Instillationstherapien darf kein Mittel hoch in den Harnleiter zu den Nieren gelangen. Die "Rückschlagklappe" muss dicht sein.
    Ich hatte jetzt fast zwei Wochen lang eine Harnleiterschiene im rechten Harnleiter (kaum heute raus) und es konnte unter diesen Bedingungen keine BCG-Instillation durchgeführt werden.


    Es ist logo, dass du dich grade besch... fühlst, aber alles außer Krebs ist eine Option.
    Warte erstmal die 2. TUR-BT ab, vorher kann man eh noch nichts genaues sagen.


    Lieben Gruß von Heike

    1.TUR-BT am 1.6.15: pT1, pTa, Cis 2. TUR-BT am 29.6.15: kein Anhalt für Malignität. BGC-Instillationen ab 5.8.15 (reduzierte Version). 3. TUR-BT und Uretherpyleogramm am 17.12.15 - kein Nachweis von Tumorzellen im Resektat, aber im Urin. 24.6.16 Blasenperforation bei geplanter TUR, Urinzytologie: keine Tumorzellen . 4.TUR am 23.8.16: weder im Resektat noch im Urin Tumorzellen

  • Gibt es hier Junggebliebene die eine RCT erfolgreich durchgestanden haben ?

    Hallo, ich habe eine RCT gemacht, bin aber kein repräsentatives Beispiel, weil ich ziemliches Pech mit Nebenwirkungen hatte. Bei anderen RCTlern lief es glatter. Im Ergebnis bin ich mehr als zufrieden. Wenn Du Infos willst, schreibe hier, ich werde versuchen alles zu beantworten. Gruß Hans

    05/2010 Harnblasenkarzinom mit Infiltration der prostatischen Harnröhre: Pt2b, G3-4, L1. 09-10/2010 Radiochemotherapie, 02/2011 Lungenmetastase, 05/2011 Cyberknife Therapie

  • Ich glaube nicht, das hier eine Radio - Chemo - Therapie angebracht wäre, denn die Lage der Tumoren macht dies nach meiner Meinung nach unmöglich. Es müsste faktisch die gesamte Blase bestrahlt werden (vom Blasenboden bis Blasendach).
    Wir sollten hier wirklich nicht vergessen, das es sich nicht um einen Tumor handelt, sondern um einen Befall am Blasenausgang mit zwei Tumoren sowie einen weiteren am rechten Blaseneingang.


    Gruss
    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1